Tierische Bilanz

Inventur im Zoo am Meer: Messen mit Mayonnaise

Kaiserschnurrbarttamarin „Cusco“ aus dem Bremerhavener Zoo am Meer bringt – mit Bart, versteht sich – 467 Gramm auf die Waage.
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Kaiserschnurrbarttamarin „Cusco“ aus dem Bremerhavener Zoo am Meer bringt – mit Bart, versteht sich – 467 Gramm auf die Waage.

Bremerhaven – Wie groß sind „Anna“ und „Elsa“, die Eisbär-Zwillinge aus dem Zoo am Meer in Bremerhaven, die jüngst ihren zweiten Geburtstag feierten? Das war eine der vielen Fragen, die sich bei der alljährlichen Inventur im Zoo am Meer gestellt haben – und auf die natürlich Antworten gefunden wurden, ist ja klar, Inventur ist Inventur. Da werden Zahlen ermittelt und aufgeschrieben, was denn auch sonst...

Kurzum, im Zoo wurde „gezählt, gemessen und gewogen“, so Direktorin Dr. Heike Kück – und zwar mehr als sonst. „Da der Aufwand sehr groß ist, werden bereits das ganze Jahr über einige Tiere – zum Beispiel bei einer notwendigen Narkose – vermessen und gewogen.“ Nun aber waren doch ein paar Tier mehr dran; ohne Narkose, versteht sich.

Seelöwe „Babbie“ etwa ist 122 Kilogramm schwer, der Pinguin „Z“ wiegt 4,8 Kilo. Kea „Maori“ hat laut Kücks Mitteilung 1,2 Kilogramm auf die Waage gebracht, Kaiserschnurrbarttamarin „Cusco“ fast federleichte 467 Gramm. Das Gesamtergebnis der Inventur – so Direktorin Kück weiter – hat ergeben, dass 1.075 Tiere in 120 Arten im Zoo am Meer zu Hause sind. Bei der vorherigen Inventur waren 1.017 Tiere in 115 Arten gezählt und registriert worden.

Herausforderung für die Tierpflege-Teams

Das Wiegen und Messen der Tiere gilt als besondere Herausforderung für die Pflegerinnen und Pfleger, berichtet Kück. Denn: „Die Tiere müssen mitspielen und sich freiwillig auf die Waage stellen oder sich aufrichten.“ Bei den gefährlichen Wildtieren – etwa bei den Eisbären – geht das „nur von außen“, sprich: „Mit Training und Leckerlis beziehungsweise bei den Eisbären mit Mayonnaise.“ Die Seelöwen hingegen „sind trainiert und arbeiten ohne Distanz“ mit den Menschen.

Im Eimer: Pinguin auf der Waage.

Doch Obacht bei den Pinguinen! Bei denen „ist Vorsicht geboten“, so Direktorin Kück. „Denn sie können kräftig mit dem Schnabel austeilen. Eile und beherztes Zugreifen sind notwendig, um das Tier im Eimer auf die Waage zu setzen.“ Bei den Kaiserschnurrbarttamarinen – das ist eine Primatenart aus der Familie der Krallenaffen; der Name geht auf Kaiser Wilhelm II. zurück – unterdessen „spielen nicht alle mit“. Kück: „Sie sind mit Leckerlis am ehesten zum Wiegen zu motivieren.“ Das Ergebnis sei „zufriedenstellend“, die vermessenen Tiere seien „wohlgenährt und gut im Wachstum“.

Eisbär „Lloyd“ verteidigt seinen Titel

Das kleinste Säugetier im Bremerhavener Zoo am Meer: ein Lemming mit zarten 30 Gramm Gewicht. Den Titel des schwersten Säugetiers hat Eisbär „Lloyd“ mit seinen 450 Kilogramm unschwer verteidigt. Ältestes Tier ist nach wie vor die Köhlerschildkröte „Fred“ mit inzwischen mehr als 71 Jahren.

Vom Lemming bis zum Eisbären haben die Bremerhavener Zootiere zudem einen gesunden Appetit, auch das schlägt sich in der Bilanz nieder. So wurden, wie es heißt, insgesamt 18.600 Kilogramm Fisch (nämlich: Hering, Makrele, Sprotten und Lodde) verfüttert. Zudem kamen 8.800 Kilogramm Rindfleisch – nein, nicht auf den Tisch.

3.500 Orangen und 1.800 Köpfe Salat

Aber auf den Speiseplan. Der Trend zur veganen Ernährung, soviel ist klar, hat im Zoo nicht überall Chancen. Für Eisbären zum Beispiel ist das nichts. Apropos: „Anna“ und „Elsa“, die Zwillinge, sind laut Inventur-Ergebnis jetzt 2,50 Meter groß.

Und, ja, auch Fleischloses steht im Zoo auf dem Ernährungsplan; es mögen ja nicht alle Rind und Hering. Im vergangenen Jahr unter anderem 4.000 Kilogramm Äpfel, Birnen, Bananen und Trauben und 25 Kilogramm Nüsse, 1.500 Eier und 3.500 Orangen, 5.000 Kilogramm Gemüse und 1.800 Köpfe Salat.

Bleibt die Frage nach der Besucherzahl, auch die gehört dazu, wenn Inventur gemacht und bilanziert wird. Also: 214.621 Tierfreunde kamen 2021 in den Zoo am Meer; geringfügig weniger als 2020 (220.072). „Unter Beachtung der Vorgaben aufgrund der Pandemie ist das Ergebnis als positiv zu bewerten“, so Direktorin Kück.

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