Wanderausstellung über Rechtsextremismus im Haus der Wissenschaft / Führungen und Podiumsdiskussion

Internet ist Kommunikationsmittel Nr. 1

Polizeischutz trifft Verfassungsschutz: Die Ausstellung über Rechtsextremismus dauert bis 8. Mai.

Bremen - Von Ralf SussekBREMEN · Was sind die Zeichen für Rechtsextremismus, was sind seine Symbole? Mit welchen Strategien werben seine Verfechter um Anhänger, wie wichtig ist dabei das Internet?

Fragen, auf die eine Ausstellung im Haus der Wissenschaft seit gestern Antworten gibt. Gestern Abend eröffnete Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) die Wanderausstellung zum Rechtsextremismus. Sie gibt einen Überblick über die aktuellen Erscheinungsformen von Rechtsextremismus und vermittelt einen Eindruck von den jüngeren Entwicklungen in der rechtsextremistischen Szene, insbesondere von deren Musik. Die Ausstellung, die der niedersächsische Verfassungsschutz gemeinsam mit dem Bremer Landesamt für Verfassungsschutz organisiert, richtet sich insbesondere an Schulklassen ab Jahrgangsstufe acht. Für sie werden von einer Mitarbeiterin des Verfassungsschutzes Führungen angeboten.

Auf fast 20 Stelltafeln erfahren die Besucher so manches über die Ideologie der Ungleichheit, die dem Rechtsextremismus zugrunde liegt und im Widerspruch zum Gleichheitsgedanken des Grundgesetzes steht. Vorgestellt werden die verschiedenen Gruppierungen von Skinheads, die nicht immer rechtsextrem sein müssen. Die „Redskins“ repräsentieren das linke Spektrum, antirassistisch sind die „Skinheads Against Racial Prejudice“ (SHARP-Skins), unpolitisch die „Oi!-Skins“.

Nach Angaben des Verfassungsschutzes gibt es bundesweit etwa 4 400 Neonazis in 160 Kameradschaften, in Niedersachsen rund 330 Personen in 20 Verbünden. Das Internet hat für die Rechten zentrale Bedeutung als Kommunikationsmittel, und mit Musik gehen sie bei jungen Leuten auf Unterstützer-Fang.

Die rechtsextremen Parteien verlieren seit Jahren Mitglieder: In der DVU sind von ehemals 170 noch etwa 70 Mitglied, die NDP hat rund 50 Mitglieder. Dennoch warnte Mäurer gestern: „Bremen ist keineswegs eine Rechtsextremismus-freie Zone.“ Seit 2007 gibt es hier eine „Eingreiftruppe“ aus NPD, Neonazis, Skin heads und Hooligans gegen die linksextremistischen „Antifas“.

· Die Wanderausstellung „Verfassungsschutz gegen Rechtsextremismus – …Demokratie schützen “ im Haus der Wissenschaft (Sandstraße 4/5) läuft bis Sonnabend 8. Mai. Sie ist montags bis freitags von 10 bis 19 Uhr und sonnabends von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Am Donnerstag, 22. April, gibt es um 18 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema „Wohin führt der Weg der Rechten?“.

WWW.

hausderwissenschaft.de

verfassungsschutzgegenrechtsextremismus.de

verfassungsschutz-niedersachsen.de

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