Jacobs-Uni: Stipendien für fünf junge Menschen aus fünf Kontinenten

Internationale Inspirationen

Fünf Studenten aus fünf Kontinenten erhalten das „Diversity-Stipendium“, das die Jacobs-Universität Bremen erstmals vergibt. Foto: JACOBS UNIVERSITY

Bremen – Gäste aus aller Welt inspirieren das Leben, das Lernen und das Lehren auf dem Campus. Das gilt für die Uni Bremen wie für die private Jacobs-Universität in Grohn. An der Uni forscht derzeit der Humboldt-Stipendiat Dr.Serge Yowa aus Kamerun. Und in Grohn sind Anastassia aus Australien, Tuan aus Vietnam, Maxwell aus Ghana, Ida aus Albanien und eine US-Amerikanerin (die ihren Namen nicht nennen möchte) die ersten fünf Bachelor- und Master-Studenten, die ein „Diversity-Stipendium“ erhalten haben. Mit diesem neuen Stipendienformat würdigt die private Universität nach eigenen Angaben ihre Internationalität sowie kulturelle Vielfalt und will sie zugleich stärken.

Internationalität als Quelle der Inspiration, des Lernens voneinander – das sei einer der Grundpfeiler der Jacobs-Uni, sagt eine Sprecherin. Jedes Jahr kommen Studenten aus allen Teilen der Welt an die englischsprachige Universität. Junge Menschen aus mehr als 110 Nationen leben und lernen gemeinsam auf dem Campus in Bremen-Nord. Das „Diversity-Stipendium“, das die Studiengebühren für die gesamte Dauer des Studiums in Höhe von jeweils rund 20 000 Euro pro Jahr umfasst, will das interkulturelle Verständnis weiter fördern. „Entscheidende Kriterien für die Vergabe der Stipendien waren außergewöhnliche akademische oder schulische Leistungen, intellektuelle Kreativität sowie der Wunsch und die Motivation, in der Welt etwas zu bewegen“, sagt Bannour Hadroug, Mitglied der Führungsriege der Jacobs-Uni. Bei den drei angehenden Bachelor und zwei angehenden Master-Studenten löste die Vergabe naturgemäß große Freude aus. „Das Stipendium ist eine einmalige Gelegenheit für mich, meinen Horizont zu erweitern und ein Weltbürger zu werden“, sagte Tuan stellvertretend für das Quintett. „Ich hatte schon immer den Traum von einer internationalen Ausbildung an einem einzigartigen Ort und die Jacobs-Universität ist ein leuchtendes Beispiel für ein kulturell vielfältiges Umfeld“, ergänzt Anastassia, die an der Privatuni „Global Economics and Management“ studieren will.

Humboldt-Stipendiat Dr. Serge Yowa forscht derweil im Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften der Universität Bremen. Der Germanist werde in den nächsten zwei Jahren deutschsprachige Migrationsliteratur untersuchen, sagt eine Uni-Sprecherin. Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung habe ihn für seine exzellenten Leistungen mit einem Georg-Forster-Förderstipendium ausgestattet. Professor Axel Dunker, Leiter des Instituts für kulturwissenschaftliche Deutschlandstudien, ist sein deutscher Gastgeber.

Dr. Serge Yowa aus Kamerun (l.) mit seinem Bremer Gastgeber, Professor Axel Dunker. Foto: REHLING/UNI BREMEN

Für seine Forschungen hat sich Serge Yowa, der in seinem Heimatland an der Universität Yaounde studiert hat, ein Thema gewählt, das angesichts der Flüchtlingsströme aktuelle politische Brisanz besitzt. „Diskurse über Ankunftsland und Herkunftsland interessieren mich“, sagt er. „Viele Migranten denken, Europa sei das Paradies, besser in allen Bereichen. So zumindest ist das Bild, das propagiert wird. Aber stimmt das? Wie erleben Migranten ihre neue Heimat? Relativieren sie ihre ursprünglichen Vorstellungen?“ Antworten auf diese und ähnliche Fragen will der Wissenschaftler in der Literatur finden. Dunker, Leiter des Instituts für kulturwissenschaftliche Deutschlandstudien, weist darauf hin, dass auch das Bild der Deutschen von Afrika häufig eine Konstruktion sei. „Es geht auf Erfahrungen aus der Kolonialzeit zurück.“ Der genaue Titel von Yowas Arbeit lautet: „Texturen der Räumlichkeit: Gedächtnis, Formen und Funktionen der Raumkonfigurationen in der deutschsprachigen Migrationsliteratur“.

Yowa, der in seinem Heimatland Germanistik, Psychologie, Soziologie, Deutsch als Fremdsprache und ihre Didaktik studiert hat, spricht ausgezeichnet Deutsch – und fließend Englisch, Französisch und drei der in die Hunderte gehenden Regionalsprachen in Kamerun. Der Gast hat bereits Deutschlanderfahrungen. Mit einem DAAD-Promotionsstipendium hat er von 2009 bis 2014 seinen Doktortitel in Paderborn erworben.  je

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