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„Bremen Tattoo“: International instrumental

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Von: Martin Kowalewski

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Mehr als 700 Mitwirkende aus zehn Nationen sind versammelt.
Das prächtige Finale: Mehr als 700 Mitwirkende aus zehn Nationen sind versammelt. © Kowalewski

Mehr als 700 Musiker und Tänzerinnen aus zehn Nationen begeisterten das Publikum bei der mehr als dreistündigen Musikschau „Bremen Tattoo“. Auch Gäste aus der Ukraine waren angereist.

Bremen – Sie sind angereist. Aus der Ukraine, aus dem Krieg. Der Auftritt des Militärorchesters der staatlichen Spezialeinheit des Verteidigungsministeriums aus Tschernihiw ist ein besonderer Höhepunkt bei der Musikschau „Bremen Tattoo 2023“. Nach der Corona-Zwangspause ist die Veranstaltung am Wochenende in die ÖVB-Arena zurückgekehrt.

Stimmungsvoll wird eine Sängerin bei dem Auftritt des ukrainischen Ensembles in Szene gesetzt. Danach sind, instrumental, muntere Songs von Udo Jürgens zu hören. Die Ukrainer greifen aber auch auf Songs der härteren Gangart zurück, etwa dem „Nirvana“-Song „Smells like teen spirit“. Etwas später kann einem schon etwas mulmig werden mit dem Rückgriff auf einen Rock-Song: „Another one bites the dust“ von „Queen“. Mit den Musikern treten auch Tänzerinnen des „Alpha Dance Teams“ auf, die sehr geschickt Stäbe in ihre Choreographie einbauen und Puschel. Da ist Stimmung und Stolz zu erleben und das verfängt. Ein langer Applaus folgt und viele Zuschauer stehen von ihren Sitzen auf.

Stimmung und Stolz

„Bremen Tattoo 2023“ ist eine Ohren- und Augenweide. Der Aufbruch nach dem Krieg zu einem neuen, zivilisierten Leben spiegelt sich auch im Auftritt der Show- und Marching-Band „Vejen Garden“ aus Dänemark wider. Eine vielseitige Choreographie mit Dramatik und Aufbruchsstimmung. Musiker, auf einem Bein niedergekniet, erheben sich, nachdem andere sie auf dem Rücken berührt haben und kommen wieder in Bewegung. Auch die Musik spendet Kraft. „Morgenstimmung“ aus der „Peer-Gynt-Suite I“ von Edvard Grieg klingt an und geht geschickt über in den Cat-Stevens-Klassiker „Morning has broken“.

Ein Amboss ist im musikalischen Einsatz.
Ein Amboss ist im musikalischen Einsatz beim Auftritt des „Nadarzyn Orchestra“ aus Polen. © Kowalewski

Mit recht fetzigen Klängen erobert das „Nadarzyn Orchestra“ aus Polen die Weiten der Stadthalle. So klingen etwa „I  want you back“ oder auch „Thriller“ von Michael Jackson an. Auch hier zählen Tänzerinnen, die Stangen geschickt bewegen und auch hoch werfen, zum Ensemble. Auch ein Amboss wird während des Auftritts bespielt –ein interessantes Klanggeschehen. Das Publikum spendet Applaus. Begeisterungsrufe und Fußstampfen ist zu hören.

Urbayerische Blaskapelle

Reich an Eindrücken ist auch der Auftritt der Blaskapelle Bad Bayersoien. Teile des Programms wirken urbayerisch. Männer klatschen sich tanzend auf die Oberschenkel und auch die Schuhsohlen. „Die Tiroler Holzhackerbuab’n“ erklingt, Männer bringen Hölzer, haben Äxte und auch eine Säge. Deren Einsatz wird ins Musikgeschehen eingebaut. Eine interessante Szenerie für Auge und Ohr. Aus Bremerhaven kommt maritimer Flair mit dem Original Marine-Chor „Blaue Jungs“ mit seemännischen Liedern und einem Schwung Udo Jürgens. In die Sphären der Weltraumreise entführt die Show- und Marchingband „Juliana“ aus den Niederlanden: eine ausgefeilte Laufchoreographie, „Rocket Man“ von Elton John und auch „Venus“ von „Shocking Blue“ sind zu hören. Pathetisch und gefühlvoll ist der Rückgriff auf „Take me home“.

Tänzerinnen wedeln mit Puscheln.
Tänzerinnen des „Alpha Dance Teams“ aus Tschernihiw in der Ukraine. © Kowalewski

Wieder grandios ist das Finale der Veranstaltung: Die mehr als 700 Teilnehmer aus zehn Nationen versammeln sich. Bläser, Rhythmusinstrumente, Dudelsäcke und Tänzerinnen. „Auld long syne“ beginnt mit Dudelsack-Klängen und entfaltet sich mit mitreißender Pracht. Auch erklingt das „Werder-Lied“ sowie ein Gruß der internationalen Musiker an das Bremer Publikum. Flaggen werden geschwenkt, auch die Europa-Flagge. Diese ist auch auf einem großen Tuch, horizontal gehalten und somit gut von oben zu sehen. Tosender Beifall, stehende Ovationen. Oberst Nicolay Smal aus der Ukraine „dirigiert“ in eine Richtung auch kurz den Applaus. Mehr als 4000 Zuschauer haben diese erste mehr als dreistündige Show gesehen und immer wieder mitgeklatscht.

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