Mütterzentrum Osterholz-Tenever präsentiert Mode verschiedener Kulturen

Integration kann bunt sein

Wie eine steife Brise von der Küste wirkt Christa Brämsmann. Im Hintergrund stehen Kostüme aus einem halben Dutzend Ländern. - Foto: Kowalewski

Bremen - Von Martin Kowalewski. Früher waren sie nervös vor ihren Auftritten, heute laufen sie selbstbewusst und zeigen ihre Kleider. Zwölf Damen vom Mütterzentrum Osterholz-Tenever zeigten gestern im OTe-Zentrum die Mode ihrer Heimat und auch eigene modische Entwürfe, die gut zum Leben in Bremen passen.

Im Mütterzentrum treffen sich Menschen aus vielen verschiedenen Herkunftsländern. Mit der Sprache ist es oft anfangs nicht leicht, aber die Damen fanden heraus, was sie toll finden und gut können: schneidern. Und das Ergebnis wird nicht nur routiniert und mit viel Freude präsentiert, es kann sich in seiner farbenfrohen und vielseitigen Pracht auch sehen lassen.

Besonders erfahren im Herstellen von Kleidung ist Ludmilla Schulz, zugewandert aus Russland. Sie ist in dem Mütterzentrum auch als Modedesignerin tätig. „Nicht alle Damen hatten Mode aus ihrer Heimat dabei. Da haben wir uns Fotos angeguckt und zusammen überlegt, wie wir das am besten hinkriegen“, sagt sie. „Teilweise mussten hier gucken, wo wir den entsprechenden Stoff hernehmen.“ Die eigenen Entwürfe der Teilnehmer aus einem halben Dutzend Ländern inklusive Deutschland entstanden alle im Mütterzentrum.

Ludmilla Schulz präsentierte zwei regelrechte Extreme. Ein traditionelles russisches Kostüm zum Ausgehen gab es als erstes zu sehen: Ein auffälliges Grün, gepaart mit gelb-goldenen Bändern, dazu eine geradezu majestätische Kopfbedeckung mit mehreren Perlenketten. In der zweiten Runde ein spannendes Ausgeh-Outfit. Schuhe in Rot-Pink, Strumpfhosen und schwarze Shorts mit Blumen und kantigen Mustern. Der lange blaue Mantel wird ergänzt durch einen etwas helleren Hut.

Auch die anderen Damen lieben den Kontrast. Afrikanerinnen zeigten Kleider ihrer Herkunftsländer mit warmen, rötlichen Farben, teilweise auf schwarzem Untergrund. Die russischen Damen gaben einen Einblick in eine stolze und prächtige Tradition. Der mittlere Osten und die Türkei beeindruckten mit sehr feinem Stoff, der auch mit vielen, teilweise goldenen Verzierungen aufgewertet wurde. Deutschland repräsentierte Christa Brämsmann, Leiterin des Mütterzentrums. 

Ihr Kostüm war nordisch-temperiert, eher dunkel und mit Querstreifen, ergänzt durch eine seemannstaugliche Mütze. Im zweiten Durchgang verband sie skurrile Leichtigkeit mit einer Anpassung ans hiesige Wetter: Sandalen, ein roter Rock mit hellem Oberteil und rot im Halsbereich, dazu ein roter Regenschirm. Beide Kostüme sagen etwas über den Norden Deutschlands. Brämsmann hat sichtlich Freude an ihren Auftritten. „Deutschland gehört zur Integration dazu. Wir sollten auch auf andere zugehen.“

Internationale Modenshow in Bremen-Tenever

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