„Integration durch Kunst“ im „Theater 11“

Mit Leidenschaft auf der Bühne

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Arwid Knippenberg und Kira Petrov im Backstage-Bereich ihres „Theaters 11“.

Bremen - Von Viviane Reineking. Mit großer Leidenschaft treiben Kira Petrov und Arwid Knippenberg ihr Projekt voran. Ihr Projekt, das ist ein Privattheater mit gemeinnützigem Anspruch: Integrations- und Bildungsarbeit wollen sie leisten. Noch ist das „Theater 11“ Teil des Vereins „Integration durch Kunst“. Das soll sich ändern: Aktuell ist eine gemeinnützige Unternehmergesellschaft (UG) in Gründung, um das Theater, das seine Bühne in den Räumlichkeiten der ehemaligen Diskothek „Memory“ (Faulenstraße 44-46) hat, auf eigene Beine zu stellen.

Neun nebenberufliche und von Petrov ausgebildete Schauspieler stehen hier auf der Bühne, dazu leitet die gebürtige Russin eine Schauspielgruppe mit 25 Kindern und ein Projekt mit rund 20 Jugendlichen – überwiegend mit Migrationshintergrund. Die Teilnehmer kommen hauptsächlich aus der Ukraine, Russland, Weißrussland, kasachstan und den baltischen Ländern.

Bereits am 11. November 2009 haben erste Proben mit Schülern begonnen. „Daher der Name ‚Theater 11‘“, so die junge Regisseurin und Intedantin des Theaters, in dem rund 70 Zuschauer einen Platz finden. Seitdem hat Petrov, ausgebildete Musicaldarstellerin und studierte Regisseurin, rund 50 Projekte realisiert und 16 Stücke auf die Bühnne gebracht. 2011 wurde der Verein „Integration durch Kunst“ gegründet, zwei Jahre später zog die Truppe zur Miete in die Faulenstraße. Die Räume renovierte und stattete die Theatercrew überwiegend selbst aus. Bis heute unterstützen auch Eltern beispielsweise beim Kulissenbau und Kostümen.

Im Februar 2015 feierte mit der Komödie „Offene Zweierbeziehung“ das erste Stück unter dem Label „Theater 11“ Premiere.

Neben zwei Kinderstücken pro Jahr bringen Petrov und ihr Kollege Arwid Knippenberg, der ebenfalls in Russland geboren ist und hier neben seiner Lieblingsbeschäftigung, der Schauspielerei, vor allem die kaufmännischen Arbeiten übernimmt, Stücke mit politischem Hintergrund auf die Bühne. Nebenbei nehmen die Akteure an internationalen Theaterwettbewerben und Projekten teil. Beim Theaterfestival in Weißrussland gewannen sie mit dem Stück „Geschlossene Gesellschaft“ in russsischer Sprache den ersten Preis in der Kategorie „Bestes Theaterstück“, Petrov war als „Beste Hauptdarstellerin“ erfolgreich.

Bislang finanziert sich das Theater hauptsächlich durch Gelder der „Aktion Mensch“. „Doch diese Mittel sind voraussichtlich im November erschöpft“, so Petrov. Damit läuft für die Künstlerin und ihre Mitstreiter die Suche nach neuen Fördermöglichkeiten und Sponsoren. Eine Unterstützerin haben sie bereits in Ulrike Dökel, Betreiberin des Hostels „Zollhaus“ in der Überseestadt, gefunden. „Die Stücke sind wunderbar intensiv gespielt und treffen den Nerv der Zuschauer“, so Dökel.

In der neuen Spielzeit steht unter anderem die Erstaufführung der Eigenproduktion „Schnittpunkte“ (Premiere: 25. September) über die Begegnungen von Wahrheit und Lüge, Leben und Tod, Liebe und Hass auf dem Programm, ebenso die Premiere von „Geschlossene Gesellschaft“ in deutscher Sprache (ab 3. Oktober). Wieder mit dabei ist das Märchen „Peter Pan“ (ab 11. September). Weitere Infos ab Sonnabend, 15. August, im Internet.

www.theater11.de

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