Engagement und Bundesmittel

Institut für niederdeutsche Sprache: „Ja, es gibt uns noch“

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Dr. Reinhard Goltz (l.) und Heiko Block in der Bibliothek des Instituts für niederdeutsche Sprache im Schnoor. Die umfangreiche Bibliothek gilt als ein Prunkstück des Instituts.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Ok 2018 gellt: Dat INS is dor för all Fragen to de Regionalspraak Plattdüütsch“, heißt es auf der Internetseite des Instituts für niederdeutsche Sprache (INS) im Schnoor. Wie berichtet, bekommt das von einem Verein getragene Institut keine Länder-Förderung mehr, seit Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen die gemeinsame Gesellschaft Länderzentrum für Niederdeutsch gegründet haben.

Dort fließen die staatlichen 271 000 Euro nun hin, die früher das INS bekommen hat. Das Länderzentrum sollte seine Arbeit zum 1. Januar in Bremen aufnehmen. Sollte. Wer das Zentrum sucht, findet: noch nichts. Am Dienstag, 13. Februar, steht die Gründung des Länderzentrums Niederdeutsch nun als Thema auf der Tagesordnung der Kulturdeputation, die im Konsul-Hackfeld-Haus an der Birkenstraße tagt.

Und im Schnoor? „Ja, es gibt uns noch“, sagt Dr. Reinhard Goltz vom INS. Veränderungen hat es gleichwohl gegeben. Goltz zum Beispiel ist nicht mehr Geschäftsführer, sondern hat seine frühere Stelle als schleswig-holsteinischer Landesbeamter wieder angetreten – allerdings mit dem Einsatzort Bremen, so dass er nun als Akademischer Rat am Germanistischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im INS zu finden ist.

„Betrieb ist für das laufende Jahr gesichert“

Hauptberuflich beschäftigt das INS momentan noch einen Bibliothekar sowie eine Archivkraft auf 450-Euro-Basis, sagt Vereinspräsident Heiko Block. Die Beschäftigung einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin sei in Vorbereitung. Wie lange kann der Verein den Betrieb des Instituts aus gegenwärtiger Sicht aufrechterhalten? „Der Betrieb ist für das laufende Jahr gesichert“, sagt Block. „Wir arbeiten intensiv daran, dass wir über Projektmittel des Bundes und auch der Länder dauerhaft arbeitsfähig bleiben können.“ Zudem gebe es viel ehrenamtliches Engagement.

Goltz: „Wir merken in unserer täglichen Arbeit, dass das INS mit seinen Kontakten und Vernetzungen, mit seinen Kompetenzen und seinen Kenntnissen gesucht und geschätzt wird.“ Es gebe etliche „Anfragen und Beratungen“ – von der Neugründung einer plattdeutschen Gruppe bis zur Frage nach aktueller plattdeutscher Literatur.

Zudem würden drei im Vorjahr angefangene Projekte fortgeführt. Nach einer gemeinsamen Studie des INS und des Instituts für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim zu „Status und Gebrauch des Niederdeutschen“ hatten sich drei Forschungsfelder herauskristallisiert – Rundfunk, Kindergarten und Theater. „Das sind drei Felder, denen für die Zukunft der plattdeutschen Sprache eine Schlüsselrolle zukommt“, sagt Goltz. Und dann sind da noch die Plattdeutschen Nachrichten auf Radio Bremen, die in Kooperation mit dem INS entstehen. Zusätzlich sei ein weiteres Hörfunk-Projekt in Vorbereitung, sagt Block – eine Reihe auf „Bremen Eins“.

Bibliothek gilt als Prunkstück

Vom neuen Länderzentrum hat sich noch niemand im Schnoor gemeldet – auch nicht, um etwa über eine mögliche Zusammenarbeit bei der Nutzung der Bibliothek zu sprechen, die als eines der wissenschaftlichen Prunkstücke des INS gilt.

Ein Geschäftsführer des neuen Zentrums ist offenbar gefunden, aber noch nicht öffentlich genannt worden. Zwischenzeitlich hatte es geheißen, die Leitungsperson werde im Januar vorgestellt. Bislang gibt es nur einen Interimsgeschäftsführer. „Das Länderzentrum hat seine Arbeit seit dem 6. Dezember 2017 aufgenommen“, heißt es in der Deputationsvorlage. Ein Satz, den man im Schnoor für unhaltbar hält.

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