Institut für niederdeutsche Sprache richtet plattdeutsche Musikdatenbank ein

Shanty, Blues und Punk

+
Blick in die plattdeutsche Musikdatenbank, die das Institut für niederdeutsche Sprache jetzt online gestellt hat. Screenshot: Kuzaj

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Platt is cool.“ So einfach, klar und schön haben es die Hip-Hopper von „De fofftig Penns“ mal zusammengefasst. Das junge Trio – Malte Battefeld, Jakob Köhler und Torben Otten, die sich zu Schulzeiten in Bremen-Nord kennenlernten – ist für seine plattdeutschen Texte bekannt. Das weiß man. Und wenn man es nicht weiß? Dann kann man es jetzt nachschlagen, falls „nachschlagen“ hier noch der richtige Begriff ist.

Denn es wird eher geklickt als im herkömmlichen Sinne nachgeschlagen. Das Institut für niederdeutsche Sprache (INS) im Schnoor hat auf seiner Internetseite jetzt eine plattdeutsche Musikdatenbank eingerichtet, sprich: online gestellt. Die Kulturstaatsministerin fördert das Projekt.

„In den vergangenen zehn Jahren hat sich die plattdeutsche Musikszene rasant entwickelt, nicht zuletzt Wettbewerbe wie ‚Plattsounds‘ haben an der Vielfalt einen großen Anteil: Es gibt zahlreiche neue Gruppen, und es zeigt sich eine erstaunliche Bandbreite der Stilrichtungen – das Spektrum reicht vom Shanty über Folklore und Blues bis hin zum Punk-Rock“, sagt INS-Vorstand Dr. Reinhard Goltz.

Die zeitgenössische Recherchemöglichkeit via Internet trägt dem nun Rechnung. „In der Datenbank lässt sich nach Musiktiteln, aber auch nach Künstlern einer bestimmten Region oder nach Musikrichtungen suchen“, so Goltz weiter. Traditionellere Interpreten wie Knut Kiesewetter und Gruppen wie „Godewind“ und „Finkwarder Speeldeel“ finden sich dabei genauso in der Datenbank wie – eben – „De fofftig Penns“.

Zu jedem Künstler sind allgemeine Informationen sowie Angaben zu einzelnen Veröffentlichungen abrufbar. Darüberhinaus soll der Datenbestand „kontinuierlich um Bilder und Hörproben erweitert werden“, kündigt das Institut für niederdeutsche Sprache an.

Eine vergleichbare Datenbank hatte das INS bereits für plattdeutsche Kinder- und Jugendliteratur eingerichtet (wir berichteten), bei der ein ähnlicher Trend zu beobachten ist wie bei der Musik in plattdeutscher Sprache. Es scheint halt zu stimmen – „Platt is cool“.

Die Musikdatenbank verzeichnet mehr als 140 Einzelinterpreten sowie Gruppen mit ihren Veröffentlichungen ab dem Jahr 2000. Sonst wäre das Projekt womöglich uferlos geworden. Auf diese Weise nun wird zugleich der zeitgenössische Gebrauch der plattdeutschen Sprache betont. In Ausnahmefällen werden aber auch frühere Veröffentlichungen genannt. Etwa das Album „Wiehnacht mit ‚Godewind‘“ aus dem Jahr 1994.

www.ins-bremen.de

Zoo Leipzig: Tigerzwillinge in Zinkwanne getauft

Zoo Leipzig: Tigerzwillinge in Zinkwanne getauft

Diese Dinge sind schlecht für Ihre Zähne

Diese Dinge sind schlecht für Ihre Zähne

Wagenknecht fordert sofortigen Bundeswehr-Abzug aus Incirlik

Wagenknecht fordert sofortigen Bundeswehr-Abzug aus Incirlik

Vatertag in Bruchhausen-Vilsen 

Vatertag in Bruchhausen-Vilsen 

Meistgelesene Artikel

Spenden aus dem Bremer Untergrund

Spenden aus dem Bremer Untergrund

Uwe und Nadine Kloska sind „Bremer Unternehmer“ 2017

Uwe und Nadine Kloska sind „Bremer Unternehmer“ 2017

„Die Ware sucht sich den Weg“

„Die Ware sucht sich den Weg“

Wachsende Überstundenzahl bei der Polizei: Mäurer verweist auf Zukunft

Wachsende Überstundenzahl bei der Polizei: Mäurer verweist auf Zukunft

Kommentare