Plattdeutsch-Institut geht in die Offensive

INS kämpft: Wir machen weiter

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Trotz der Gründung eines Platt-Länderzentrums will das Institut für niederdeutsche Sprache im Schnoor weitermachen.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Das vom Aus bedrohte Institut für niederdeutsche Sprache (INS) im Schnoor geht noch einmal in die Offensive. Der Verein gibt sich kämpferisch und will den Betrieb des Instituts fortsetzen. Das hätten die Vereinsmitglieder in einem „einstimmigen Votum“ beschlossen, hieß es am Montag.

„Wir sind und bleiben auch in den kommenden Jahren eine feste Adresse und verlässlicher Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Plattdeutsche“, erklärte INS-Präsident Heiko Block.

Wie berichtet, soll ein „Länderzentrum für Niederdeutsch“ an die Stelle des INS treten. Bremen trägt die neue Einrichtung gemeinsam mit Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein. 2018 soll die neue Einrichtung mit Sitz in Bremen loslegen – als gemeinnützige GmbH.

Zuvor hatten die Finanzierungsländer Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg ein seit 1979 bestehendes gemeinsames Förderabkommen für das INS – formal eben: ein Verein – zum 31. Dezember gekündigt. Damit fallen dem Institut ab 2018 jährlich Zuschüsse in Höhe von insgesamt 271 000 Euro weg.

„Nach Abwägung und Diskussion unterschiedlicher Ansätze“ hätten sich die Länder verständigt, neue Wege zu gehen. Zur Begründung wurden ein rasanter demografischer Wandel, eine sich immer schneller verändernde Mediengesellschaft und unterschiedliche regionale Besonderheiten angeführt. Die Fördermittel von 271 000 Euro bildeten den Großteil des INS-Jahresetats.

Fördermittel, Beiträge und Spenden

Der 1973 in Bremen gegründete Verein Institut für niederdeutsche Sprache betreibt das – noch – staatlich geförderte Institut „für den Erhalt und Ausbau des Niederdeutschen“ seit 1974. Und geht es nach dem Verein, dann bleibt es auch dabei – Länderzentrum hin oder her. „Der Betrieb des Instituts wird ab 2018 aus Mitgliedsbeiträgen, einem Beitrag des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe, aus Spenden und aus Projektmitteln finanziert“, hieß es am Montag im Schnoor.

Aber das dürfte nicht reichen. Was tun? Nun, da ist ja noch das Haus. „Nach der existenzbedrohenden Kündigung der Grundfinanzierung des INS durch die vier norddeutschen Küstenländer müssen wir neue Wege gehen, um unser länderübergreifendes Institut für die Zukunft fit zu machen. Für die Gestaltung dieses Übergangs steht der Verein mit seinem Vermögen, seinem Haus im Schnoor, ein“, so Heiko Block. Mit dieser Entscheidung würden fünf Arbeitsplätze am INS vorerst gesichert.

Fünf Arbeitsplätze „vorerst gesichert“

Auf das neue Länderzentrum geht das INS ebenfalls offensiv zu – und bringt dabei eines seiner Prunk- und Kernelemente, die Bibliothek, ins Spiel: Die INS-Mitglieder laden das „Länderzentrum für Niederdeutsch“ dazu ein, sich ebenfalls im Haus im Schnoor anzusiedeln.

„Plattdeutsch braucht in Bremen eine einzige Adresse. Und diese Adresse kann nur das Haus sein, in dem heute schon unsere Bibliothek zu Hause ist“, so Präsident Block. Mit mehr als 35.000 Medieneinheiten sei die Bibliothek des INS die größte Sammlung historischer und aktueller plattdeutscher Literatur. Die gegenwärtig diskutierte Einmietung des Länderzentrums an der Bremer Uni ergebe keinen Sinn.

Mit der nun getroffenen Entscheidung für den weiteren Betrieb will das INS „Projekte für die Förderung des Plattdeutschen und für den Ausbau seiner Bibliothek entwickeln“, hieß es weiter. Sie sollen über Fördermittel des Bundes und einzelner Länder finanziert werden. „Aber auch Spenden und Sponsorengelder sind in der angespannten Finanzsituation äußerst wichtig“, so das INS.

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