Gastrobranche braucht kurzfristige Öffnungsperspektiven

Handelskammer: „Insolvenzwelle in Bremen verhindern“

Zusammengeklappte Stühle in einem Restaurantgarten.
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Insolvenzen drohen: In den Bremer Gastronomiebetrieben bleiben die Stühle immer noch zusammengeklappt.

Die Handelskammer Bremen fürchtet Insolvenzen im Gastgewerbe. Und fordert kurzfristige Perspektiven für die Branche.

Bremen – Unterbrochene Lieferketten, mehrmonatige Lockdowns, behördlich angeordnete Schließungen und ein mitunter sehr langes Warten auf die finanzielle Soforthilfen – die Corona-Pandemie hat die Bremer Wirtschaft im Jahr 2020 hart getroffen. Ein Großteil der Unternehmen muss teilweise erhebliche Umsatzeinbußen verkraften, einige sind in ihrer Existenz gefährdet.

Das geht aus dem Jahresbericht der Bremer Handelskammer hervor, der auch in die Zukunft blickt und den Titel „Gemeinsam – Durchstarten“ trägt.

„Eine Insolvenzwelle muss verhindert werden“, sagte Präses Janina Marahrens-Hashagen. Sie forderte kurzfristige Öffnungsperspektiven für alle vom Lockdown betroffenen Branchen. Und ergänzte: „Diese dürfen nicht allein an Inzidenzwerten festgemacht werden.“ Die Auslastung der Krankenhäuser und der Intensivbetten sowie die Zahl der Corona-Todesopfer müsse ebenfalls betrachtet werden, sekundierte Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger.

Industrieumsatz sinkt um 22 Prozent

In den vom Lockdown besonders betroffenen Branchen wie Einzelhandel, Hotellerie, Gastronomie sowie Reise-, Kultur- und Veranstaltungswirtschaft seien die Auswirkungen dramatisch, sagte die Präses. In den Umfragen hätten 41 Prozent der Unternehmen, deren Geschäft stillstehe, angegeben, von der Insolvenz bedroht zu sein. Zahlen aus dem Jahresbericht belegen das. So meldete das Bremer Beherbergungsgewerbe für die Monate Januar bis November 2020 einen Umsatzverlust von 47  Prozent, die Gastronomie verlor 34,4 Prozent. Bester Monat seit Beginn der Pandemie war demnach der Juli – mit Einbußen von „nur“ 20  Prozent.

Die Wirtschaftsleistung sei in Bremen schon im ersten Halbjahr mit einem Minus von 8,7 Prozent über Bundesschnitt (minus 6,6 Prozent) zurückgegangen, sagte Fonger. Ein Grund dafür sei die Exportabhängigkeit der Bremer Wirtschaft. Und auch hier sind die Zahlen hinuntergerauscht: minus 20 Prozent beim Automobilumschlag, minus 23 Prozent bei den Ausfuhren. Und auch der Umsatz in der Bremer Industrie sank im Vorjahr um 22 Prozent. Bundesweit lagen die Verluste bei 8,7 Prozent.

„Investitionen sind gut angelegtes Kapital“

Die Corona-Pandemie sei auch eine enorme Belastung für die öffentlichen Haushalte, fuhr Fonger fort. Doch trotz angespannter Kassenlage dürften notwendige Investitionen in Bremen und Bremerhaven nicht zurückgestellt werden. Der mit 1,2 Milliarden Euro bestückte Bremen-Fonds sei mit seinem großen Hilfs- und Konjunkturprogramm eine wirksame Maßnahme, die wirtschaftliche Entwicklung und das Wiederanlaufen der Wirtschaft kraftvoll zu flankieren. Fonger: „Investitionen in Innovationen, Infrastruktur und Bildung zahlen sich langfristig positiv aus und sind gut angelegtes Kapital.“

Für 2021 seien noch keine seriösen Prognosen möglich, so der Handelskammer-Hauptgeschäftsführer. „Die Situation bleibt fragil.“

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