Ins Blaue!

Das Bremer Universum lässt seine Besucher in die sieben Weltmeere eintauchen

In vier Themenbereichen lässt die Ausstellung „Pale blue dot“ die Besucher des Universums ins Blau der Erde eintauchen.
+
In vier Themenbereichen lässt die Ausstellung „Pale blue dot“ die Besucher des Universums ins Blau der Erde eintauchen.

Bremen – Auf die Perspektive kommt es an. Aus sehr großer Entfernung betrachtet, sieht die Erde zum Beispiel bloß wie ein blasser blauer Punkt aus. Winzig klein in einem Meer von Nichts. So eine Perspektive rückt Maßstäbe zurecht.

Jetzt ist diese Perspektive Ausgangspunkt einer Ausstellung, die in die Tiefe geht – tief in die sieben Weltmeere hinein. Das Wissenschaftscenter Universum zeigt bis zum 27. April die Ausstellung „Pale blue dot“.

„Pale blue dot“, das bedeutet „blasser blauer Punkt“. Es ist zugleich die titelgebende Beschreibung einer berühmten Fotografie, die mit wirklich großem Überblick aufgenommen wurde – von der Raumsonde „Voyager 1“ aus sechs Milliarden Kilometern Höhe. Das ist wirklich sehr weit weg. Noch viel weiter weg als, sagen wir, Bremen und Bremerhaven voneinander entfernt liegen, und die beiden Städte trennen ja manchmal schon Welten.

Die „Voyager“-Aufnahme der Erde ist gegenwärtig auch im Universum zu sehen – in der Astronauten-Ausstellung „Up to Space – Raumfahrt im Universum“, die noch bis zum 1. September dauert. „Das Foto zeigt, wie klein und zerbrechlich die Erde ist. Und wie allein“, sagt Dr. Tobias Wolff, Leiter der Abteilung Ausstellung und Entwicklung im Universum.

Aus dem All erscheint die Erde als blauer Punkt

Warum erscheint die Erde als blassblauer Punkt im großen Nichts? Wegen des Wassers natürlich. Wegen der Ozeane, die die Erde zum – eben – blauen Planeten machen. Doch nicht nur die Grünen sorgen sich mittlerweile um das Blaue, das bedroht ist von vielerlei Dingen und Entwicklungen. Das Spektrum reicht von der Plastikverschmutzung bis zum Klimawandel.

Hier knüpft nun die neue Zusatz-Ausstellung „Pale blue dot“ an, eine Leihgabe des Edinburgh Science Festivals aus Schottland. Zuletzt war die Wanderausstellung in Wolfsburg zu sehen, dort allerdings pandemiebedingt nur hinter Glas. Das ist schade, weil es doch einiges zum (virtuellen) Eintauchen und (praktischen) Ausprobieren gibt, wie nun im Bremer Universum (Termintickets: online) zu erleben ist.

Die Schotten-Schau gliedert sich in vier verschiedene Themenbereiche – der „blaue Planet“ und die Ozeane als „Lungen der Erde“ (die nämlich die Hälfte des Sauerstoffs erzeugen, der auf der Erde vorkommt), das Leben im Wasser, die „Geschenke des Meeres“ (vom Fisch bis zur aus Wellen gewonnenen Energie) und die Rettung der Meere.

Schottischer Künstler inszeniert Naturkreisläufe

Beim letzten Punkt ist unter anderem eine Installation des schottischen Künstlers Matthew Rimmer zu sehen. Aus Pflanzen und Hölzern, Steinen und Wasser hat er „Ökosphären“ in transparenten Beuteln geschaffen, inszenierte Naturkreisläufe, Wasser-Lebensräume.

Sehen ist aber nur ein Aspekt der Ausstellung. Es geht ebenso um das Fühlen, das Riechen, das Hören – und obendrein um die Schärfung der Sinne durch Information. Die Ozeane, so heißt es an einer Stelle, beherbergen 80 Prozent des Lebens auf der Erde. Wie aber geht der Mensch mit dieser Herberge um? Er füllt Müll hinein. Damit schafft er etwas Bleibendes, das macht der Mensch ja immer sehr gern. Wie lange dauert es, bis eine Plastiktüte verschwunden ist? 20 Jahre, so die Auskunft in der Ausstellung. Ein Joghurtbecher bringt es demnach auf 500 Jahre, ein Nylonfaden bleibt in seinen allerletzten Ausläufern 600 Jahre lang erhalten.

Bremer Universum sucht Häkel-Fans

So etwas bedroht Lebensgrundlagen und Lebensräume. Korallen zum Beispiel. Apropos – ein wahrhaft farbenprächtiges Häkelriff bildet das Finale der Ausstellung. Wer mag, ist nun dazu aufgerufen, mit Häkelnadel und Wolle weitere bunte Korallen und Meeresbewohner anzufertigen (Auskünfte unter haekelriff@universum-bremen.de).

Das Ergebnis dürfte eine ganz neue Perspektive auf Rifflandschaften ergeben. Am Ende der Aktion, die schon in Wolfsburg begonnen wurde, soll das Häkelriff zugunsten der Seehundstation Friedrichskoog versteigert werden.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Blutiger Dornfelder: ein Krimi-Rotwein-Paket zum Genießen

Blutiger Dornfelder: ein Krimi-Rotwein-Paket zum Genießen

Trauerfeier für Prinz Philip am kommenden Samstag

Trauerfeier für Prinz Philip am kommenden Samstag

Große Anteilnahme am Tod Prinz Philips

Große Anteilnahme am Tod Prinz Philips

Bayern verlieren Final-Wiedersehen gegen Paris Saint-Germain

Bayern verlieren Final-Wiedersehen gegen Paris Saint-Germain

Meistgelesene Artikel

Bremens Trolleybusse und der Gummibahnhof

Bremens Trolleybusse und der Gummibahnhof

Bremens Trolleybusse und der Gummibahnhof
Ruhestörung führt zu Angriff auf Polizisten – dann eskaliert es völlig

Ruhestörung führt zu Angriff auf Polizisten – dann eskaliert es völlig

Ruhestörung führt zu Angriff auf Polizisten – dann eskaliert es völlig
Häusliche Gewalt in der Bremer Altstadt: Mann verletzt Ehefrau schwer

Häusliche Gewalt in der Bremer Altstadt: Mann verletzt Ehefrau schwer

Häusliche Gewalt in der Bremer Altstadt: Mann verletzt Ehefrau schwer
Angriff auf Trainer: Tritte auf den Kopf – Kinder schockiert

Angriff auf Trainer: Tritte auf den Kopf – Kinder schockiert

Angriff auf Trainer: Tritte auf den Kopf – Kinder schockiert

Kommentare