„Innovatoren des Standorts“

„Mahl des Handwerks“: Betriebe als Impulsgeber ausgezeichnet

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Gruppenbild der Preisträger im Finanz-Centrum der Sparkasse: Reinhard Wetjen (v.l.), Bettina Brand-Wetjen, Benjamin Philipp, Frank Laux und Sven Davidsmeyer.

Bremen - Von Jörg Esser. Unternehmensnachfolge, Fachkräftemangel, Digitalisierung – das Handwerk steht vor großen Zukunftsaufgaben. Die Betriebe müssen für potenzielle Nachwuchskräfte attraktiv und am Markt wettbewerbsfähig sein. Diese Themen standen am Dienstagabend im Mittelpunkt des „Branchentreffens“ des Bremer Handwerks im Finanz-Centrum der Sparkasse (Am Brill).

Offiziell heißt jenes Treffen „Mahl des Handwerks“. Zur 51.  Auflage kamen rund 300  Gäste. Und im Rahmen der Veranstaltung zeichneten Handwerkskammer und Sparkasse drei Betriebe mit dem „Preis für Innovatives Handwerk“ aus – in den Kategorien Betriebsgründung, Technologie und Nachhaltigkeit sowie gesellschaftliche Verantwortung. Der Preis ist mit insgesamt 6 000 Euro dotiert und wurde zum zehnten Mal verliehen. „Die Auszeichnung würdigt die herausragenden wirtschaftlichen Leistungen“, sagte Dr. Heiko Staroßom, Mitglied des Vorstands der Sparkasse Bremen. Und weiter: „Das bremische Handwerk gehört mit seinen neuen Produkten und Technologien zu den Innovatoren des Wirtschaftsstandorts.“

Zentrale Kriterien bei der Preisvergabe seien unter anderem „gute Ideen mit nachweisbaren Erfolgen“ und deren Umsetzbarkeit in der täglichen Arbeit. Die ausgezeichneten Betriebe „liefern durch innovative Vorgehensweisen wertvolle Impulse für das Handwerk sowie Wirtschaft und Handel“, heißt es.

„Viertel Optik“ ausgezeichnet

In der Kategorie „Betriebsgründung“ zeichneten Sparkasse und Handwerkskammer Benjamin Philipp und sein Unternehmen „Viertel Optik“ aus. Der junge Augenoptikermeister hat Anfang 2016 ein seit anderthalb Jahrzehnten funktionierendes Fachgeschäft im Steintor übernommen. Philipp hat nach eigenen Angaben den alten Inhaber in die sukzessive Modernisierung des Geschäfts einbezogen, hat so Stammkunden behalten und neue Kundschaft gewonnen. Er hat Außendarstellung und Werbung aufeinander abgestimmt, den Internetauftritt umgestaltet, ist in den sozialen Medien präsent. „Das ist ein durchdachter und strukturierter Übergabeprozess“, sagt Martina Jungclaus, Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer.

In der Kategorie „Technologie und Nachhaltigkeit“ geht die Auszeichnung an das 1997 gegründete Unternehmen „Pharao Dentaltechnik“, das von den beiden Inhabern Frank Laux und Sven Davidsmeyer geführt wird. Das mittelständische Dentallabor (15  Angestellte) sieht sich als „Partner der Zahnärzte“, investiere „kontinuierlich in neue Herstellungsverfahren“ und habe sich zu einem innovativ ausgerichteten Unternehmen entwickelt. „Analoge und digitale Techniken sollen zusammenwachsen“, sagt Davidsmeyer. „Wir begreifen Digitalisierung als Chance, neue Wege zu gehen.“

Schließlich geht der Preis in der Kategorie „Gesellschaftliche Verantwortung“ an diealteingesessene Bremerhavener Schlosserei „Seitz Metallbau“. Inhaber Reinhard Wetjen hat den Betrieb, in dem er 1982 als Lehrling begonnen hat, 2002 übernommen. Der Betrieb bildet regelmäßig junge Leute aus. „Unsere Azubis lernen von Kollegen, die jahrzehntelange Erfahrung im Beruf und Metall haben“, sagt Bettina Brand-Wetjen. Deren Erfahrung sei ein „kostbarer Wissensschatz“. Und so lassen die Wetjens ihre Gesellen entscheiden, wer nach einem Praktikum eingestellt wird. „Es ist wichtig, dass es passt“, sagt Brand-Wetjen. „Das sehe ich nicht am Schreibtisch.“ Letztlich sei die Firmenstrategie doch eine „einfache und logische Geschichte“.

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