Spielsucht

Innensenator Mäurer fordert Verbot von Werbung für Sportwetten

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) hat genug. Weil Medien für Sportwetten werben, sieht er eine Gefahr für die Gesellschaft und fordert ein Verbot.

Viele Menschen treibt ihre Spielsucht in den Ruin. Ulrich Mäurer lehnt sich gegen Werbung für Glücksspiel in den Medien auf. Sowohl die „Bild“-Zeitung, die indirekt Geld mit Sportwetten verdiene, als auch die ARD mache sich schuldig. Denn die Sportschau kooperiert ebenfalls mit einem Wettanbieter. Um suchtgefährdete Menschen zu schützen, möchte Mäurer Werbung für Sportwetten verbieten. Inzwischen hat Ulrich Mäurer (SPD) sowohl den Deutschen Presserat als auch die Suchtbeauftragte des Bundes eingeschaltet.

Bei der Kooperation zwischen der Bild-Zeitung und dem Sportwetten-Veranstalter BV Germany sei die Trennung zwischen Werbung und Presseartikeln nicht mehr gewahrt, sagte Mäurer kürzlich Buten und Binnen. In Beiträgen der „Bild“-Zeitung“ werde aktiv Werbung für Sportwetten gemacht. Denn Innensenator halte es für unverantwortlich, dass sich Fußball und Medien zum Vorreiter dieser Kultur machen.

Am 1. Juli trat auch der neue Glücksspiel-Staatsvertrag in Kraft und Glücksspielforscher sind besorgt über die möglichen Auswirkungen *. Die Legalisierung von Online-Casinos berge Suchtgefahr.

Ulrich Mäurer (SPD), Innensenator von Bremen hält es für unverantwortlich, dass Fußball und Medien aktiv Werbung für Sportwetten machen.

Gemäß der aktuellsten Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zeigen 200.000 Personen in Deutschland ein süchtiges Spielverhalten auf, bei weiteren 230.000 Personen ist es problematisch. Bei über 400.000 Menschen in Deutschland liegt das Spielverhalten also in einem eindeutig kritischen Bereich.

Auf Basis dieser Studienergebnisse kann die Zahl der Menschen in Hamburg mit einem problematischen oder pathologischen Spielverhalten auf etwa 10.000 geschätzt werden. Männer zeigen dabei  deutlich häufiger Anzeichen für ein problematisches oder süchtiges Spielen als Frauen. Unter jüngeren Männern bis 25 Jahren gibt es einen nochmals erhöhten Prozentsatz. Gerade junge Menschen, die sich für Fußball interessieren, bildeten die Hauptzielgruppe der Wettanbieter, sagt Bremens Innensenator Ulrich Mäurer. 

Werbung für Sportwetten: „Grenze überschritten“

Zocken ist heutzutage gang und gäbe bei Erwachsenen und Jugendlichen. Doch wenn das Spielen überhandnimmt, wird es schnell zum Problem. In Ottersberg * sucht man nun eine Lösung dagegen.

In den Augen des Innensenators werde eindeutig eine Grenze überschritten. Bei Sportwetten habe sich in den letzten Jahren einiges getan, die Umsätze seien in die Höhe geschossen. „Ich habe gesehen, dass der Profifußball zum Haupttreiber geworden ist. Fast alle Mannschaften der ersten und der zweiten Liga sind als Sponsoren unterwegs“, sagte er im Interview mit Radio Bremen. Dabei werde nicht thematisiert, welche Risiken damit verbunden sind.

Es gibt auch moralische Grenzen. Aber die spielen offenbar in diesem System, in dem es nur um Raffgier geht, keine Rolle. Und das geht mir gewaltig auf den Keks.

Ulrich Mäurer (SPD), Bremens Innensenator

„Es geht nicht, dass der Profifußball jenseits jeder gesellschaftlichen Verantwortung operiert, und dass völlig egal ist, für welche Produkte der Fußball wirbt. Es gibt auch moralische Grenzen. Aber die spielen offenbar in diesem System, in dem es nur um Raffgier geht, keine Rolle. Und das geht mir gewaltig auf den Keks“, sagte er Radio Bremen. Schon in der Vergangenheit setzte er sich für das Thema ein. *

Deshalb will der SPD-Politiker in Zukunft für Aufklärung sorgen und setzt sich für ein generelles Werbeverbot für Sportwetten ein. Während Sportwetten in Deutschland erlaubt sind, gibt es etwa in Italien ein striktes Verbot.
* 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Mohssen Assanimoghaddam/ dpa

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