Innensenator kritisiert Unterbringung von Flüchtlingen auf der Bürgerweide

„Völlige Fehlentscheidung“

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„Wir haben Angst um unsere Arbeitsplätze“, sagte gestern Rudi Robrahn im „Riverboat“.

Bremen - Von Viviane Reineking. Eine „völlige Fehlentscheidung“ nennt Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) das Vorhaben, nach Ende des Freimarktes Flüchtlinge im Bayernzelt auf der Bürgerweide unterzubringen.

Auch die Schausteller sehen das Vorhaben kritisch: „Wir haben Angst um unsere Arbeitsplätze“, sagte gestern Rudi Robrahn, Vorsitzender des Bremer Schausteller-Verbandes, beim Frühschoppen der Arbeitsgemeinschaft Selbstständige in der Bremer SPD im „Riverboat“.

Ist das bunte Treiben auf der Bürgerweide zu Ende, wird das Bayernzelt für rund 200 Asylbewerber hergerichtet (wir berichteten). Nicht die Nutzung des Zeltes als Unterkunft, wohl aber sein Standort sehen die Schausteller kritisch. Sie befürchten, dass weitere hinzukommen könnten, die nicht bis zur Osterwiese abgebaut werden.

Es werde geprüft, ob sich der Standort eignet, „um dort Zelte oder Leichtbauhallen als Notunterkünfte aufzustellen“, hieß es in einer Mitteilung aus dem Sozialressort vor zwei Wochen. Ob es dazu bereits ein Ergebnis gibt, konnte Bernd Schneider, Sprecherin von Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne), gestern nicht sagen. Wohl aber, dass es sich um eine vorübergehende Maßnahme handele: „Zum 1. Februar ist der Platz wieder frei.“ Doch Wolfgang Ahrens, Geschäftsführer des Bremer Schaustellerverbandes, hält dagegen: „Niemand weiß doch, was bis Februar alles passiert.“

Unterdessen hat sich beim Schausteller-Frühschoppen Bremens Innensenator klar geäußert: „Auch aus Sicherheitsgründen halte ich den Standort für nicht geeignet.“ Großveranstaltungen in und vor den Messehallen wie das Sechs-Tage-Rennen, das Bahnhofsumfeld und Fußballfans – es sei „nicht hinnehmbar“, so Mäurer, an diesem Standort Flüchtlinge unterzubringen.

Schausteller und Senator sprachen sich für eine Nutzung des Zeltes an anderer Stelle aus. Das stößt im Sozialressort auf Unverständnis: Wenn Herr Mäurer eine idelale Alternative habe, könne er sich gerne melden, so Schneider. Mit den Asylbewerbern, die eine Zeitlang in den Messehallen untergebracht waren, habe es zudem keine Probleme gegeben. „Im Übrigen sind wir nicht in der Situation, uns Standorte aussuchen zu können.“

Über den Freimarkt wurde auch gesprochen beim traditionellen Schausteller-Frühschoppen. Über das neue Marketingkonzept für die Bremer Märkte zum Beispiel. Das hat das Standortmarketing der Bremer Wirtschaftsförderung (WFB) übernommen. Bislang hatten die Schaustellerverbände dies über die Arbeitsgemeinschaft Bremer Märkte in Eigenregie organisiert. Gab es vor einem Jahr noch hitzige Diskussionen, zeigten sich die Schausteller unter anderem erfreut über die Werbung, die auch überregional zugenommen habe, so Robrahn. Die WFB habe da ganz andere Möglichkeiten, so Robrahn.

Verbesserungsbedarfe gibt es laut Stadtamtsleiterin Marita Wessel-Niepel unter anderem beim Freimarktsumzug, der Gestaltung des Eingangsbereiches am Nordausgang des Bahnhofes und dem Internetauftritt. Positiv bewertet wurde von allen Seiten der Freimarktstermin, der in diesem Jahr in die Herbstferien fällt. Laut Robrahn sind deshalb die Nachmittage in der Woche „sehr belebt“.

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