Inklusionsmusical: Ovationen für die Akteure

Glitter, Glamour, kraftvolle Hymnen

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Zum Finale intonierten alle Akteure des Inklusionsmusicals „Grand Hotel Las Vegas“ auf der Bühne den Sarah-Connor-Hit „Wie schön du bist“.

Bremen - Von Ulf Kaack. Bremen Bremen - Von Ulf Kaack. Ein beträchtlicher Hauch von Glitter und Glamour wehte bei der Aufführung des Musicals „Grand Hotel Las Vegas“ durch die Stadthalle (ÖVB-Arena). Das Besondere: Professionelle Akteure standen gemeinsam mit Amateurtänzern und Menschen mit einem Handicap auf der Bühne.

Eine schillernde Kulisse, ständig wechselnde Bühnenbilder, prachtvolle Kostüme – dazu mehr als 100Tänzer, Sänger und Schauspieler auf dem Parkett. „Grand Hotel Las Vegas“ steht den etablierten Musicalproduktionen in nichts nach. Perfektion und Präzision bei den Choreografien spielen bei diesem Inklusionmusical allerdings nicht die Hauptrolle.

Der Plot des Musicals ist simpel gestrickt und führt als roter Faden durch die Show. In dem US-amerikanischen Luxushotel voller Intrigen treffen die verschiedenen Charaktere aufeinander. Eine elegante Hotelbesitzerin, ein smarter Manager, eine alternde Pop-Ikone, ein stets trunkener Privatdetektiv … klar, da kommt eine Story aus Liebe und Verbrechen heraus.

Musikalisch stiegen die Darsteller mit Michael Jacksons „A Smooth Criminal“ voller Dynamik ins Programm ein. Mal kraftvoll, mal hymnenhaft ging es weiter mit angesagten Pop-Songs aus dem Repertoire von Madonna, Rihanna, den „Bee Gees“, Lady Gaga …, immer wieder unterbrochen von gespielten, dem Handlungsstrang folgenden Szenen.

Dabei waren die behinderten Akteure in sämtliche Tanzeinlagen tragend eingebunden. Mit Unterstützung verschiedener Tanzschulen aus Bremen, Syke und Osnabrück hatten sie sich fast ein ganzes Jahr lang auf ihren Auftritt in diesem professionellen Ambiente vorbereitet. Ob ein Walzer im Rollstuhl oder eine Breakdance-Einlage – unübersehbar waren sie hochmotiviert und mit viel Freude bei der Sache. Übrigens: Eigens für die gehörlosen Zuschauer übersetzte ein Moderator die Dialoge in Gebärdensprache.

Vordergründiges Ziel des Inklusionsmusicals ist weniger das Show-Erlebnis als die Integration der behinderten Menschen in das Team. Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein sollen gesteigert werden.

Zum großen Finale fanden sich nach gut zwei Stunden Programm alle Akteure auf der Bühne zusammen. Gemeinsam mit dem Publikum intonierten sie „Wie schön du bist“ aus dem aktuellen Album von Sarah Connor. Frenetischer Jubel, stehende Ovationen, ergreifende Momente.

Einen Wermutstropfen gab es aber doch: Die Besucherzahlen ließen arg zu wünschen übrig, kaum mehr als die Hälfte der Ränge war mit Zuschauern gefüllt. „Grand Hotel Las Vegas“ und die ambitionierten Darsteller hätten eindeutig mehr Aufmerksamkeit verdient.

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