Inklusionsmusical „Grand Hotel Vegas“ baut Syker Tanzschule Augustin mit ein

„Über sich hinauswachsen“

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Glamour und Inklusion – das Ensemble von „Grand Hotel Vegas“ will beides verbinden.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Glitzer, Glamour, Pailletten-Prunk – hier wird an nichts gespart, denn der erste Eindruck soll gleich klarmachen, um was es geht. Es geht um das Herz des Showgeschäfts, um Las Vegas. „Grand Hotel Vegas“ – so heißt ein Musical, das am Mittwoch, 7. Oktober, um 20 Uhr in Halle 7 auf der Bürgerweide zu sehen sein wird.

Glitzer, Glamour, Inklusion – Besonderheit dieser Produktion ist es, dass es sich um (so die Eigenwerbung) „Deutschlands größtes Inklusionsmusical“ handelt. Menschen mit und ohne Behinderung stehen gemeinsam auf der Bühne. Das Tournee-Projekt arbeitet dabei auch mit regionalen Partnern zusammen, die das Stamm-Ensemble ergänzen. In Bremen sind es die „Tanzarena“ von Roberto Albanese und die Tanzschule Sonja Augustin aus Syke.

„Grand Hotel Vegas“ ist ein Projekt der Patsy-&-Michael-Hull-Foundation aus Osnabrück. Der Verein engagiert sich seit 2003 für integrative Projekte und „für Inklusion durch Tanz und Bewegung“. „Wir erleben es immer wieder, wie Menschen mit und ohne Behinderung über sich hinauswachsen“, sagt Patsy Hull-Krogull beim Gespräch im „Alex“ auf dem Domshof. Ziel sei es, Menschen mit Behinderungen Bühnen und Möglichkeiten zu bieten, wo „sie sich darstellen können“.

Enthusiastisch berichtet die Initiatorin und Choreografin von ihrem Projekt und von dem integrativen Ansatz, durch den es wieder und wieder gelinge, Grenzen zu überwinden. „Meistens sind die Grenzen in unseren Köpfen“, sagt Hull-Krogull.

„Mit dem Musical werden Hemmschwellen und Berührungsängste abgebaut und die Menschen auf dem Weg zu mehr Unabhängigkeit unterstützt“, heißt es bei der Patsy-&-Michael-Hull-Foundation über die Projektziele. „Wenn Menschen mit Behinderungen auf der Bühne in der Lage sind, Großes zu schaffen, können sie das auch im Job.“

„Grand Hotel Vegas“ wird in zehn Städten zu sehen sein. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales fördert das Musicalprojekt. Es ist die fünfte und bisher größte inklusive Musicalproduktion der Foundation. Schirmherr ist Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank.

Im Musical wird die Geschichte des Comebacks einer Popikone erzählt – angesiedelt eben im Luxusbau „Grand Hotel Vegas“. Ein Modezar präsentiert seine Kollektion. Und plötzlich verschwindet ein Diadem. So nimmt die Geschichte um Show, Mode und Starkult ihren Lauf.

Patsy Hull-Krogull galt in den Jahren ab 1979 als eine der profiliertesten Profi-Tänzerinnen Deutschlands. Sie errang 33 Meistertitel. Ihr Bruder Michael Hull brachte es bis 1998 auf 48 Titel. Er ist mehrfacher Deutscher Meister und vierfacher Weltmeister. In den Jahren 1980 bis 1991 tanzte er mit seiner Schwester. Michael Hull saß 2006 und 2007 in der Jury der RTL-TV-Show „Let’s Dance“.

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