Ingenieur- und Architektenkammer stellen in Kooperation mit Kliamschutzagentur Konzept für Eigenheim vor

Schont den Geldbeutel, schützt die Umwelt

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Sandra Rybak lebt in einem „Niedrigstenergiehaus“. Entworfen wurde es von Architekt Martin Kahrs (rechts) in Kooperation mit Martin Grocholl (2.v.r) und Michael Frenz.

Bremen - Von Steffen Koller. Es ist eine Investition in die Zukunft und will daher gut überlegt sein. Immer mehr Bremer setzen auf den Neubau eines Hauses, allein im vergangenen Jahr wurden 580 Wohngebäude neu errichtet, 241 mehr als noch im Jahr 2014. Will man heute für die Zukunft vorsorgen, heißt das in erster Linie, energieeffizient zu bauen. Wie das funktionieren kann, was wichtig ist und wer Ansprechpartner ist, zeigt der „Bremer Neubaukompass“.

Die Architekten- sowie die Ingenieurkammer Bremen und die Klimaschutzagentur „Energiekonsens“ haben in Kooperation eine Übersicht erstellt, wie sich der „Energieeinsatz so effizient und klimafreundlich wie möglich“ gestalten lässt – und zeigten dies gestern an einem Wohnhaus am Tanzwerder in Bremen.

Dort wohnt seit fast viereinhalb Jahren die Familie Rybak-Dogu, die sich bewusst für ein Haus aus nachwachsenden Rohstoffen entschieden hatte. Außerdem, so die Überlegung vor Baubeginn, sollte das Haus so CO2-neutral wie möglich heizen und Strom erzeugen. Umgesetzt wurde dies durch den Einbau einer Photovoltaikanlage auf dem Dach sowie einer Erdwärmepumpe.

Nach Berechnungen der Verantwortlichen würde ein „Niedrigstenergiehaus“, wie das der Rybak-Dogus, nach etwa 20 Jahren an den Punkt gelangen, „wo das Gebäude Geld verdient“, beschreibt es Martin Grocholl von „Energiekonsens“. Heißt: Durch die Energieersparnisse, die spezielle Verglasung und das Einspeißen von überschüssiger Energie erwirtschaftet das Haus im Vergleich zu einem „Standardhaus“ etwa 400 Euro jährlich, die beispielweise an Heizkosten eingespart werden.

Zwar sei ein Haus mit einer Fläche von 130 Quadratmetern im Schnitt knapp 25 000 Euro teurer bei den reinen Erstellungskosten, doch würden dem Bauherren bestimmte Darlehenskonditionen zugutekommen, erklärte Grocholl.

Wie hier die genauen Berechnungen funktionieren, welche Schritte bei der Planung eines energieeffizienten Hauses von größter Wichtigkeit sind und welche Standards auch noch in fünf Jahren aktuell sind, wollen Grocholl und seine Kollegen am Dienstag, 2. März, von 17 bis 19 Uhr Interessierten in der Architektenkammer, Geeren 41, bei einem Infoabend „Clever neu bauen“ erklären. Anmeldungen unter der Rufnummer 0421/37 66 716.

Sandra Rybak jedenfalls ist mit ihrem Haus bisher sehr zufrieden. „Ich vergesse sogar oft zu lüften“, verrät sie, „die Luft ist nie stickig.“ Und sie räumt mit gängigen Klischees auf: Die Lüftung würde, entgegen anderslautender Klischees, nicht stören. Auch die Wartung von Photovoltaikanlage und Co. sei einfach, sagt Sandra Rybak.

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