Ausstellung zu Gesundheitswissenschaften

Infektion auf der Intensivstation

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Jens Schulz macht letzte Handgriffe: Der Torso steht fest. An ihm ein Schlauch und eine Pumpe zum Abpumpen von Sauerstoff nach Operationen.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Alles ist aufgebaut. 13 Exponate von sieben beteiligten Instituten sind in der Ausstellung „Einfach Wissenswert: Gesundheitswissenschaften“ im Haus der Wissenschaft zu sehen.

Alle sind spannend, denn es geht um die Gesundheit. Jens Schulz von der Agentur „Zwo.Acht“, prüft den Halt einiger Plakate und Exponate. Er und seine Kollegen haben die Ausstellung geplant und aufgebaut, auch in Analogie zum menschlichen Körper. „Das Skelett der Ausstellung sind Stahlgestelle mit den Exponaten. Diese sind durchzogen von Adern, die sie mit Energie versorgen. In unserem Falle sind das Stromleitungen“, sagt er.

Das Exponat vom „Kompetenzzentrum für klinische Studien Bremen“ ist respekteinflößend und lässt Krankenhaus-Feeling aufkommen. Ein Torso mit einem eingeführten Schlauch, angeschlossen an eine kleine Pumpe mit einem durchsichtigen Beutel dran. Damit wird nach einer Operation Luft aus dem Oberkörper abgepumpt, natürlich zusammen mit einer großen Menge Blut. Das stellen drei Gefäße neben dem Aufbau dar. Das erste ist mit gut drei Litern eines Imitats der blutigen Flüssigkeit aus dem Körperinneren gefüllt. So viel zieht die Pumpe in der ersten Stunde. Bis zur sechsten Stunde kommt noch mal etwas über ein Liter.

Die präsentierte Technik kann mit erhöhter Präzision ermitteln, wie lange gepumpt werden muss. Der Zeitpunkt der Entnahme des Schlauches muss geschickt gewählt sein. Das kann der Besucher mit einem Programm üben. Der Bildschirm zeigt den Zeitverlauf und die abgepumpte Menge sowie eine rote Ziellinie. Los geht’s. Nach 20 Stunden sieht das Ergebnis gut aus. Behandlungsende und kurz darauf Alarm: Lungenkollaps, Lebensgefahr. Nächste Runde: 80 Stunden, jetzt muss die ganze Luft raus sein. Ist auch so. Alles okay, bis auf eine Infektion. Der Schlauch war einfach zu lange drin. Es geht ab auf die Intensivstation.

Auch mit starken Beeinträchtigungen lässt es sich zu Hause gut leben. Das zeigt das Deutsche Forschungszentrum für künstliche Intelligenz in einem Film mit Einblicken in ein Wohnlabor. Ein intelligenter Rollstuhl fährt Menschen an den Ort, der ihm gesagt wird, etwa die Küche und das Schlafzimmer. Das Fraunhofer-Institut für bildgestützte Medizin zeigt ein Modell eines menschlichen Gehirns, im 3-D-Druck-Verfahren nach Messdaten in Originalgröße hergestellt.

Die Ausstellung läuft bis zum 22. April im Haus der Wissenschaft an der Sandstraße 4. Geöffnet ist montags bis freitags von 10 bis 19  Uhr und sonnabends von 10 bis 14 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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