Historische Fassade großflächig mit Farbe besprüht

Kirche und Politik verurteilen Anschlag auf Martini-Kirche

Die Martini-Kirche nach der Farbattacke.
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Die Martini-Kirche nach der Farbattacke.

Am Wochenende hat es einen Farbanschlag auf die Martini-Kirche in Bremen gegeben. Nun gibt es ein Bekennerschreiben.

Bremen – Riesige lilafarbene Flecken an der Fassade der evangelischen St.-Martini-Kirche zur Martinistraße hin (wir berichteten), zur Ersten Schlachtpforte ist das historische Gebäude in der Nacht zu Sonntag mit roter und blauer Farbe verhunzt worden. Wie hoch der Schaden ist – schwer zu sagen. Am Montag ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Die Polizei prüft nun die Echtheit des Schreibens. Kirche und Politik haben die Farbanschläge unterdessen verurteilt.

Spur führt ins Umfeld von Frauen und Transsexuellen

Den Angaben zufolge hat sich eine den „Flinta“-Menschen nahestehende Gruppe zu den Anschlägen bekannt. Flinta steht für Frauen, Lesben, Transsexuelle und andere. Man habe den 8. März (Frauentag) zum Anlass genommen, die Kirche „zu verschönern“. Wer sich die großflächigen Flecken anschaut, dem drängt sich allerdings eher die Formulierung „massive Sachbeschädigung“ denn „Verschönerung“ auf. Auf Überwachungskameras sind laut Polizei vier Maskierte zu sehen, die die Außenwände am Sonntag gegen 2.30 Uhr mit Feuerlöschern bespritzen. In der Innenstadtkirche predigt gewöhnlich der wegen Volksverhetzung verurteilte Pastor Olaf Latzel. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da Latzel Berufung eingelegt hat. Bis zu einer endgültigen Entscheidung enthob ihn die Kirchenleitung vorläufig des Dienstes.

Bremer Bürgermeister: Gewalt ist kein Mittel der Auseinandersetzung

Die Bremische Evangelische Kirche (BEK), zu der die Martini-Gemeinde gehört, verurteilte den Vandalismus scharf. Solche Attacken seien „inakzeptabel“, sagte Schriftführer Pastor Dr. Bernd Kuschnerus für den Kirchenausschuss. Sie seien in einer Demokratie kein legitimes Mittel der Meinungsäußerung. Die Kirche lehne jede Form von Gewalt ab. Ähnlich äußerte sich Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD), der auch Kirchensenator ist. Gewalt sei kein legitimes Mittel der politischen Auseinandersetzung, sagte er.

Unmut dürfe niemals durch Straftaten zum Ausdruck gebracht werden, so Claas Rohmeyer für die CDU-Fraktion. Solche Attacken seien „Angriffe auf unsere Kultur und die christliche Gemeinschaft insgesamt“. Für die SPD-Fraktion verurteilte Kevin Lenkeit die Anschläge. Gewalt und Vandalismus seien niemals legitime Mittel und immer inakzeptabel. Birgit Bergmann (FDP-Fraktion) sagte: „Wie wütend, wie voller Hass müssen die Täter oder Täterinnen sein, um ohne Sinn und Verstand so ein architektonisches Bauwerk zu verschandeln? Historische Gebäude beschmieren, Privateigentum zerstören, Kirchen angreifen, all diese antidemokratischen Gewaltaktionen treiben die gesellschaftliche Spaltung voran.“

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