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Schüsse an Schule in Bremerhaven: Frau in Lebensgefahr – Suche nach Motiv

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Von: Fabian Raddatz

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Amok-Alarm an einer Schule in Bremerhaven
Einsatzkräfte der Polizei durchsuchten das Schulgebäude an der Grazer Straße. Rund 200 Schüler verbarrikadierten sich in ihren Klassenzimmern. © NonstopNews

Bei einer Attacke am Lloyd-Gymnasium in Bremerhaven wird eine Frau lebensgefährlich verletzt. Jetzt beginnt die Suche nach den Hintergründen der Tat.

Update vom 20. Mai, 10.30 Uhr: Nach der Attacke in einem Gymnasium, bei der eine Schulbeschäftigte lebensgefährlich verletzt wurde, werden an diesem Freitag die Ermittlungen fortgesetzt. Dem 21-jährigen Verdächtigen wird versuchter Mord vorgeworfen. Die Tatwaffe wurde nach Polizeiangaben beschlagnahmt, ebenso eine Schreckschusswaffe und zwei Messer. Das Amtsgericht Bremerhaven erließ am Donnerstagabend einen Haftbefehl gegen den 21-Jährigen, er wurde laut Polizei in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

Die Ermittler durchsuchten bereits am Donnerstag mehrere Objekte, um Erkenntnisse über das Motiv des mutmaßlichen Gewaltverbrechers herauszufinden. Der 21-Jährige schwieg zunächst zu dem Angriff. Laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft habe „möglicherweise eine spezielle psychische Disposition zur Tat beigetragen“. Auch in welcher Beziehung Täter und Opfer stehen, ist weiterhin unklar. Ebenso, welche Verbindung der junge Mann zu der Schule hat.

Wie die Stadt Bremerhaven mitteilte, wird es an diesem Freitag an beiden Standorten des betroffenen Gymnasiums seelsorgerische Angebote geben. Regulärer Unterricht finde nicht statt. Schülerinnen und Schülern, Eltern sowie dem Schulkollegium werde empfohlen, das Gesprächsangebot zu nutzen, verpflichtend sei es nicht. Die Betreuung der Kinder und Jugendlichen zu den gewohnten Zeiten werde sichergestellt.

Amok-Alarm an Schule in Bremerhaven: Eine Schwerverletzte – Polizei geht von Einzeltäter aus

Update vom 19. Mai, 15.23 Uhr: Die Gerüchte um einen zweiten Täter nach dem Amok-Alarm am Lloyd Gymnasium in Bremerhaven scheinen sich nicht zu bestätigen. Die Polizei Bremerhaven schreibt auf Twitter: „Nach aktuellen Erkenntnissen handelt es sich bei dem Einsatz am Lloyd Gymnasium um einen Einzeltäter.“

Zuvor hatten die Beamtinnen und Beamten auf Social Media darum gebeten, keine Gerüchte über die Tat zu verbreiten. Derweil hätten Spezialkräfte der Polizei Bremen laut Angaben der Polizei Bremerhaven das Gebäude durchsucht und inzwischen wieder verlassen. „Die Schüler und das Personal werden jetzt durch die Feuerwehr und die Polizei vor Ort professionell betreut.“

Amok-Alarm an Schule in Bremerhaven: Eine Schwerverletzte

Ursprungsartikel vom 19. Mai, 10.52 Uhr: Bremerhaven – Amok-Alarm am Lloyd Gymnasium in Bremerhaven: Einem Polizeibericht zufolge fielen am Donnerstagmorgen Schüsse. Offenbar hatte ein junger Mann die Oberstufe gegen 09:15 Uhr betreten und mit einer Armbrust um sich gefeuert. Das berichtet die Nordwest-Zeitung.

Dabei traf er eine Mitarbeiterin des Gymnasiums und verletzte sie lebensgefährlich. Die Frau wurde in ein Krankenhaus gebracht. Zusätzlich soll der Täter mit einer Pistole bewaffnet gewesen sein. Das Motiv sei noch unklar.

Nach Amok-Alarm in Bremerhaven: Mutmaßlicher Täter festgenommen

Einsatzkräfte konnten den mutmaßlichen Schützen festnehmen. Gerüchte, wonach ein zweiter Täter flüchtig sei, bestätigten sich bislang nicht.

Auf dem Nachrichtendienst Twitter warnte die Polizei Bremerhaven davor, den Bürgermeister-Martin-Donandt-Platz und die anliegenden Straßen zu betreten. Der Bremerhavener Stadtteil Mitte wurde weiträumig abgesperrt.

Amok-Alarm: Schüler verbarrikadieren sich in Klassenzimmern

Wie Nord24 berichtet, hatte eine Schülerin, die sich gerade auf der Toilette befand, die Schüsse gehört und daraufhin die Polizei alarmiert. Die Schüler verbarrikadierten sich in ihren Klassenzimmern, wo rund 140 von ihnen stundenlang ausharren mussten. Auf einem Foto, das Nord24 vorliegt, ist zu sehen, wie ein Lehrer Tische und Stühle stapelt, um den Eingang zu versperren.

Einsatzkräfte des SEK haben die Schule durchsucht, die Lage sei unter Kontrolle, heißt es. Alle Schüler haben das Gebäude mittlerweile verlassen dürfen, teilte die Polizei auf Twitter mit.

Amok-Alarm an einer Schule in Bremerhaven. Ein Mann soll eine Frau schwer verletzt haben.
Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, unter anderem war das SEK beteiligt. © Jörn Hüneke

Da heute Abitur-Nachprüfungen stattfinden, hätten sich weniger Schüler als sonst an dem Gymnasium befunden. Normalerweise gehen hier 1700 Menschen zur Schule.

Die Stadt Bremerhaven hat ein Info-Telefon für Eltern eingerichtet. Es ist erreichbar unter der Telefonnummer 0471/5902735. Vor der Schule versammelten sich Berichten zufolge viele Eltern, die von ihren Kindern informiert wurden. 

Bremerhaven: Video soll Schützen zeigen

Auf Twitter kursiert derzeit ein Video, dass den mutmaßlichen Schützen zeigen soll. Darin ist ein junger Mann mit schwarzen Haaren sehen, der sich an einer Kreuzung auf den Boden legt und die Hände hinter dem Rücken verschränkt.

Neben ihm: ein Gegenstand, der aussieht wie eine Armbrust. Zuerst laufen Passanten scheinbar teilnahmslos an dem Mann vorbei, dann schiebt ein älterer Herr den Gegenstand mit seinem Fuß zur Seite. Die Polizei rückt an und nimmt den auf dem Boden Liegenden fest.

Ob ein Zusammenhang zwischen dem Video und der Attacke an der Schule besteht, konnte die Polizei bislang nicht bestätigen. Die Beamten bitten, Fotos oder Videos, die den Vorfall in Bremerhaven zeigen oder zur Aufklärung beitragen können, online hochzuladen: https://hb.hinweisportal.de

Schüler und Schulbeschäftigte werden in Kirche betreut

Das Gelände der Schule wurde nach der Tat großräumig mit Flatterband abgesperrt. Neben Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst waren auch Seelsorger und Psychologen vor Ort.

Ein Vater nimmt seinen Sohn nach dem Amok-Alarm an einer Schule in Bremerhaven in die Arme.
Aufatmen: Eltern konnten ihre Kinder wieder in den Arm nehmen. © Jörn Hüneke

Zunächst wurden mehrere kleine Zelte aufgebaut, um Schülerinnen, Schüler und Schulbeschäftigte zu betreuen. Wegen der Gewittergefahr wurden die Zelte später wieder abgebaut und die Betreuung in eine Kirche verlegt. Eltern warteten auf ihre Kinder.

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