Johannes Haase in der Villa Sponte

Improvisationen auf der Geige

Deutschlandpremiere – der Bremer Geiger Johannes Haase präsentiert sein neues Programm „Olas“ jetzt in der Villa Sponte am Osterdeich. - Foto: Invo

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Man kann sie präparieren, man kann sie verarbeiten, man kann sie elektronisch verstärken. Man kann Rhythmen auf und mit ihr erzeugen und einiges mehr. Wenn der Bremer Musiker Johannes Haase zur Geige greift, dann geschieht Ungewöhnliches. Haase arbeitet, wie es auf seiner Homepage heißt, im „Grenzgebiet von zeitgenössischer Musik, Jazz und improvisierter Musik“.

Und: „Er ist bekannt für seine mitreißenden Interpretationen von zeitgenössischer Musik, seinen Erfindungsreichtum beim Entwickeln von Spieltechniken – und seinen für Geiger einzigartigen Einsatz von Effektgeräten.“ Neben seinen Solo-Projekten spielt Haase weltweit mit der Deutschen Kammerphilharmonie und dem Kammerorchester Basel.

Nun ist er mal wieder solo in der Hansestadt zu erleben. Am Freitag, 8. Juni, präsentiert Haase sein neues Programm „Olas“ in der Villa Sponte am Osterdeich 59b. Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Es handelt sich um die „Olas“-Deutschlandpremiere. Haase hat das Programm in Chile entwickelt – im Februar in der Ciudad Abierta. Dort „erarbeitete er neue Werke in Zusammenarbeit mit chilenischen Komponisten – sowie von der Dünenlandschaft der Küste Chiles inspirierte eigene Improvisationen“, wie ein Sprecher erklärt. Das Goethe-Institut, die Waldemar-Koch-Stiftung und die Reidemeister-&-Ulrichs-Stiftung für Kunst und Kultur haben Haases Projekt gefördert.

Der Künstler hat Violine und freie Improvisation in Bremen und Basel bei Fred Frith, Thomas Klug und Alfred Zimmerlin studiert. Weiteren Unterricht hatte er bei Größen wie Irvine Arditti, Igor Ozim, Mitgliedern des „Ensemble Modern“ sowie bei Kala Ramnath in Mumbai und bei Ellery Eskelin in New York. Haase hat Masterclasses an verschiedenen Universitäten Südamerikas gegeben; in diesem Jahr war er Dozent bei der Jungen Deutschen Philharmonie.

Carlos Gamerro, Eva Perón und die Büsten

Der argentinische Autor Carlos Gamerro stellt im Rahmen der Literatur-Reihe „Das rote Sofa“ im Bremer Instituto Cervantes (Schwachhauser Ring 124) seinen jüngst im Septime-Verlag auf Deutsch erschienenen Roman „Die 92 Büsten der Eva Perón“ (Originaltitel: „La aventura de los bustos de Eva“) vor. Termin: Donnerstag, 31. Mai. Die Lesung beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt zu dem Abend in spanischer Sprache ist frei, sagte eine Sprecherin. Moderation: Sabine Schlickers (Universität Bremen).

Carlos Gamerro, geboren 1962 in Buenos Aires, zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Schriftstellern Argentiniens. Neben fünf Romanen und einem Erzählband veröffentlichte er auch Essays und übersetzte unter anderem Werke von Graham Greene und William Shakespeare. In dem satirischen Bildungsroman „Die 92 Büsten der Eva Perón“ schickt Gamerro seinen Helden auf ein Abenteuer durch das Argentinien der 70er Jahre. Durch ein Land, „in gesellschaftlichem Aufruhr, in dem täglich der nächste Militärputsch oder die nächste Guerilla-Aktion drohte“, so eine Vorschau. Der Protagonist gerät dabei zwischen alle Fronten und beginnt bald, sein bisheriges Leben zu hinterfragen.

Linksperonistische Rebellen haben den Generaldirektor eines Bauunternehmens entführt. Sie fordern Lösegeld und stellen zudem eine kuriose Forderung – sie wollen den Entführten erst wieder freilassen, wenn in jedem Raum der Firma eine Büste von Eva Perón („Evita“) aufgestellt wird. Als der karrierebesessene Einkaufsleiter damit beauftragt wird, die 92 Büsten zu besorgen, sieht er eine große Chance darin. . .

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