Bremen: Kulturspektakel im Zweifel ohne Publikum

„Breminale“ dezentral und per Stream

Trubel auf der „Breminale 2019“, das wird es in diesem Jahr nicht geben. Aber eine „Breminale Dezentrale“ ist geplant.
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Trubel auf der „Breminale 2019“, das wird es in diesem Jahr nicht geben. Aber eine „Breminale Dezentrale“ ist geplant.

Die gute Nachricht für Freunde der „Breminale“: Aller Voraussicht nach wird es das Kulturspektakel auch in Corona-Zeiten geben. Aber eben ganz anders als sonst.

Bremen – Im vergangenen Jahr musste die „Breminale“ wegen Corona ausfallen. Doch in diesem Sommer soll es Bremens Kulturspektakel geben. Ok, nicht ganz so wie üblich, sondern als „Breminale Dezentrale“. Termin: 21. bis 25. Juli.

Das sagte auf Nachfrage Jonte von Döllen vom Organisator „Concept Bureau“. Ganz sicher ist aber angesichts der Corona-Pandemie auch die „Dezentrale“ nicht. Auf dem traditionellen Festivalgelände am und um den Osterdeich wird es allerdings auf jeden Fall ruhig bleiben. Auch alternative Bühnen auf öffentlichen Plätzen soll es nicht geben. Stattdessen sollen dezentral Open-Air-Bühnen an verschiedenen Standorten bespielt werden, allerdings nicht frei zugänglich, sondern in Innenbereichen oder eingezäunt. Der Anspruch „umsonst und draußen“ werde aber weiter erfüllt, so von Döllen.

„Breminale“ mit mehreren Bühnen

Folgende Bühnen sind nach aktuellem Planungsstand vorgesehen: Im Licht-Luft-Bad soll die Bühne „Flut“ öffnen, die Bühne vom Kulturzentrum Lagerhaus. Vor dem der Café-Bar „Papp“ in der Neustadt ist die „Pappinale“ geplant, eine kleine Bühne, unter anderem viel genutzt von DJs. Eine Bühne soll es auch im Innenhof der Pusdorf-Studios geben, größtenteils bespielt von Radio-Bremen-Next. Auch vor dem Kulturzentrum Schlachthof in Findorff wollen die Planer eine Bühne bespielen, so von Döllen. Weitere Bühnen sind möglich, heißt es. Bei der „Kinder-Breminale“ im Sportgarten will das „Concept Bureau“ ein Kinderprogramm zeigen, allerdings ohne Bühne.

Stream über „Breminale“-App

„Die Bühnen sollen unter Corona-Regeln bespielt werden“, betont von Döllen. Die Pandemie bedeute natürlich Unsicherheit. Die Größe des Publikums richte sich nach den Hygienekonzepten. „Im Zweifel finden die Konzerte ohne Publikum statt“, sagt von Döllen. Alle Konzerte werden mit Hilfe der „Breminale“-App gestreamt, allerdings nur der Ton. Dafür sollen die Audio-Mixe der jeweiligen Veranstaltungsorte abgegriffen und mit einer Moderation versehen werden. Statt der Bühnenmoderation hören die Zuschauer dann eine Radio-Moderation, so das „Concept Bureau“. Die Sprecher sollen eine kommentierende Funktion übernehmen und den Zuhörern die Stimmung vermitteln. Von Döllen schätzt, dass an den fünf Veranstaltungstagen 40 bis 50 Konzerte stattfinden.

Über die App können die Nutzer zwischen den Streams wechseln. Geplant sind ferner Rahmenprogrammformate, darunter neben Wetter auch Home-Schooling und kulturelle Bildung.

Radio-Programm bis in den Morgen

Nach Konzertschluss soll der fiktive Radiosender „AT Midnight Radio“ bis in die frühen Morgenstunden ein Nachtprogramm senden, geplant vom „Concept Bureau“ und dem Verein „Dreimeterbretter“, einem Künstlerkollektiv. Das Programm wird den Schwerpunkt auf die lokale Kunstszene legen und sich aus fiktiven Broadcasting-Formaten, Radio-Konzerten und DJ-Sets zusammensetzen.

Das „Concept Bureau“ könnte in der Pandemie dank städtischer Förderung auch ohne Veranstaltungen überleben, so von Döllen. „Wir wollen aber etwas tun“, sagt er. „Eine solche Veranstaltung braucht jedoch viel Vorlauf. Wir wollen planen, ohne viel Geld auszugeben.“ Sicher ist bei den Planungen im Moment noch längst nicht alles. „Würden wir unter Normalbedingungen planen, hätten wir zu diesem Zeitpunkt schon abgesagt“, sagt von Döllen. Es sei völlig offen, ob und wie viele Leute zu den Konzerten könnten und damit auch, welche Infrastruktur gebraucht werde. Darum werde in Teilbereichen geplant. So könne auch später entschieden werden, wie viele Zuschauer zu den Konzerten dürften.

Die Dienstleister zeigten sich solidarisch, hielten verschiedene Optionen offen. Auch die Verträge mit den Bands sind laut von Döllen offengehalten. „Wir sind eh nicht das Festival mit den großen Headlinern“, sagt er. „Die Solidarität funktioniert.“

Reeperbahn-Festival als Vorbild

Das „Breminale“-Team hat sich bei den Planungen an anderen Vorbildern, etwa dem Reeperbahn-Festival in Hamburg, orientiert. Wie auch bei den vorherigen „Breminalen“ wird das Festival mit 65 000 Euro vom Kulturressort und einer Fehlbedarfsfinanzierung der Wirtschaftsförderung in Höhe von 60 000 Euro unterstützt, so Esther Siwinski vom „Concept Bureau“. „Wir hoffen, nächstes Jahr wieder normal am Deich zu sein“, sagt von Döllen.

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