Das Schweizer Multitalent DJ Bobo beeindruckt mit neuer Show und imposantem Bühnenbild in der Bremen-Arena

„Ihr wart eine wundervolle Phantasie“

DJ Bobo unterhielt sein Bremer Publikum mit einer aufwendigen Bühnenshow.

Bremen - Von Viviane Strahmann · Als der große Vorhang fällt, geht ein begeistertes Raunen durch die Reihen der Bremen-Arena. Was die Zuschauer am Pfingstmontag auf der Bühne zu sehen bekommen, ist die Hauptattraktion der neuen „Fantasy“-Tour von DJ Bobo.

Bevor es aber soweit ist, darf erstmal ein vergessenes Relikt aus vergangenen Dancefloor-Zeiten, Captain Hollywood, das Publikum aufwärmen. Eingängig wie eintönig, versetzt die Performance die nach Angaben des Veranstalters rund 3 500 Besucher zurück in die frühen 90er.

Dann aber entführt ein Schmetterling in eine Welt abseits von Vergangenheit und Wirklichkeit: Die Kulisse für das „Fantasy“-Spektakel wird enthüllt – ein sechsarmiger Riese, für den sich die Bezeichnung Buddha geradezu aufdrängt. Das Bühnenbild der insgesamt neunten Bobo-Show – der ersten in Bremen seit elf Jahren – kommt mit beeindruckenden Maßen daher: 14 Meter hoch und 18 Meter breit, bietet der riesige Buddha mit seinen sechs Händen Bühnen für die aufwendig gestaltete Show des 42-jährigen René Baumann alias DJ Bobo.

Im weißen, ritterähnlichen Kostüm und enger, roter Hose liefert der noch immer erfolgreiche „King of Dance“ mit seinem Team aus vier Musikern, zwölf Tänzern, drei Artisten und zwei Sängerinnen in farbenprächtigen Phantasiekostümen eine choreografisch gut durchdachte und schön anzusehende Show ab.

Hierfür hat die Ikone der vergangenen „Euro dance“-Zeit der 90er Jahre Stücke aus dem aktuellen Album sowie alte Hits zusammengestellt. Titel wie

„Somebody dance with me“ und „Pray“ mit dem charakteristischen Mix aus Dance, Pop- und Rap-Einlagen dürfen dabei nicht fehlen.

In DJ Bobos Phantasie tanzen Feen und Elfen, gibt es eine „World of Harmony“ und sieht er sich selbst als „Wilhelm Tell, nein, besser: als Robin Hood“. Mit Feuerpfeil und Bogen zielt er auf eine über der Bühne schwebende Zielscheibe, trifft, und schon befindet sich der Buddha mitten im Urwald.

Ihren großen Auftritt haben in der Bobo’schen Fantasie auch die „Surfdrummers“ aus der Schweiz: Im Schatten des Giganten begeistern sie mit ihrem rhythmischen Auftritt das Publikum und ernten tosenden Beifall.

Das Konzept der Show kommt an. Das Publikum geht mit, wo das Schweizer Multitalent es von ihm einfordert. Trotzdem geraten die körperlichen Ertüchtigungen, die den Fans einheizen, zu lang und ziehen die Show unnötig in die Länge. Und während Bobo als Tänzer überzeugt und als Rapper noch gut anzuhören ist, bleibt er als Sänger schlichtweg blass.

Jürgen und Anja Eikmeier aus Bremen erleben das Konzert gemeinsam mit ihren Töchtern Carina und Jessica. Während sich bei den Jüngeren die Begeisterung in Grenzen hält, zeigen sich die Eltern ganz angetan: „Toll, wie er die Leute animieren kann.“

„Danke Bremen, ihr wart eine wundervolle Phantasie“, bedankt sich Bobo dann auch artig bei seinen treuen Fans.

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