Aktive agieren auch gemeinsam

Nachtwanderer aus Bremen und Stuhr: „Ihr lebt Zivilcourage“

Ein beträchtlicher Teil der Bremer und Stuhrer Nachtwanderer stellt sich vor der Pressekonferenz zum „Mannschaftsfoto“ vor dem Rathaus auf. Mitten unter ihnen: Bremens Bürgermeister Carsten Sieling, etwas am Rand BSAG-Sprecher Jens-Christian Meyer. J Foto: Sussek
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Ein beträchtlicher Teil der Bremer und Stuhrer Nachtwanderer stellt sich vor der Pressekonferenz zum „Mannschaftsfoto“ vor dem Rathaus auf. Mitten unter ihnen: Bremens Bürgermeister Carsten Sieling, etwas am Rand BSAG-Sprecher Jens-Christian Meyer.

Bremen/Stuhr - Von Ralf Sussek. Sie sind unterwegs, „wenn Erwachsene oft nicht mehr unterwegs sind“. So beschreibt Lasse Berger ein Charakteristikum der Nachtwanderer. Er hat die Idee 2004 aus Schweden nach Bremen gebracht, und aus der Idee ist mittlerweile eine Institution geworden.

Und die soll nun neuen Schwung bekommen. „Selten so voll und selten so leuchtend rot“ hat Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) den Sitzungssaal des Rathauses gesehen wie am Dienstag, als die Nachtwanderer mit einer mehr als 30-köpfigen Delegation einzogen. Der Haus- und Schirmherr war selbst schon zweimal mit den Nachtwanderern unterwegs. Sieling: „Eine Art der Reifeprüfung, um Bürgermeister werden zu können.“

Sein Stuhrer Amtskollege, Niels Thomsen (parteilos), sieht das Verbindende der Nachwanderer: „Nachbarn haben zueinander gefunden, ohne dass es eines behördlichen Anstoßes bedurfte.“ Damit umschrieb er mit gewählten Worten, dass die Bremer (rund 75) und Stuhrer (etwa 15) Nachtwanderer in Zukunft gemeinsam agieren.

Gemeinsamer Einsatzplan

Also nicht nur freitags und sonnabends ihre Viertel und Stadtteile aufsuchen, um Jugendliche zu begleiten. Vielmehr wollen die Wanderer aus Bremen und Stuhr künftig auch gemeinsam auf Veranstaltungen unterwegs sein, um anschließend Jugendliche aus dem Umland sicher nach Hause zu bringen – oder umgekehrt. Freimarkt, Osterwiese, Vegesacker Hafenfest, Osterfeuer Gut Varrel in Stuhr – das sind Beispiele für die Zusammenarbeit und den gemeinsamen Jahreseinsatzplan.

Und weil die Nachtwanderer bei ihren Einsätzen kostenlos in Bussen und Bahnen mitfahren dürfen, Flyer (nun auch in Arabisch, Türkisch und Englisch) gedruckt und dort ausgelegt werden, gab es ein großes Lob für die BSAG und deren Sprecher Jens-Christian Meyer. 

Der das umgehend zurückgab: „Ihr lebt Zivilcourage“, sagte er. Es herrsche Ruhe und Gelassenheit, wenn die Nachtwanderer in Bussen und Bahnen unterwegs seien. Und auch wenn sie keine „Kontrollettis“ seien (Berger), dürfte die BSAG zusätzlich freuen, dass, so berichtete eine Nachtwanderin, viele Jugendliche sogleich ihr Ticket entwerten, wenn die roten Westen auftauchen.

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