Logistik-Unternehmen „Cellumation“ setzt sich durch

„Start-up-Pitch-Night“ in Bremen: Ideen in sieben Minuten

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Hendrik Thamer ist Projektmanager bei „Cellumation“. Hier zeigt der 38-Jährige das Standardelement des Transportsystems „Celluveyor“.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Eine Idee könnte die Welt der Förderbänder revolutionieren: Die Firma „Cellumation“ hat Fußballroboter auf den Kopf gestellt. Die Roboter fahren auf kleinen Rollen, die ihnen Bewegungen in alle Richtungen ermöglichen. Die Rollentechnik umgedreht, erlaubt dem System „Celluveyor“ Fracht sehr frei zu bewegen. „Cellumation“ holte am Dienstagabend den ersten Platz auf der „Start-up-Pitch-Night“ in der Bremen-Halle des Flughafens, organisiert vom Netzwerk „Bremen Start-ups“.

Vier junge Firmen zeigten ihre Ideen und Unternehmenskonzepte vor etwa 100   Zuschauern und einer Jury. Besucher und Jury gaben Stimmen ab. Jedes der Bremer Unternehmen präsentierte sich sieben Minuten, danach gab es nochmal die gleiche Zeit sowohl für Fragen der Jury als auch des Publikums. Am Ende war das Rennen zwischen den drei Bestplatzierten durchaus ziemlich eng.

„Cellumation“, gegründet 2017, konzentriert sich bei Fließbändern auf die Stellen, an denen die zu transportierenden Teile umgelenkt werden. Diese Punkte setzen sich aus Zellen desselben Typs zusammen. Jede hat drei Rollen. Auf drei Quadratmetern passt ein Knotenpunkt, der mit alter Technik 60 Quadratmeter in Anspruch genommen hätte. Die Technik ist billiger und mit einer eigens von dem Unternehmen entwickelten Software leicht steuerbar. „Wer ein Handy bedienen kann, der kann auch unser Logistiksystem bedienen“, sagt Hendrik Thamer (38), Projektmanager bei „Cellumation“. Der Weg der Ware kann einfach mit dem Finger auf einer Bildfläche gezeichnet werden.

Neun solcher Anlagen sind verkauft. Noch werden die Elemente in Handarbeit gefertigt. Nun soll es an die Serienfertigung gehen, die ein Investor aus Spanien übernimmt. Hierfür wünscht sich das Spin-Off des Bremer Instituts für Produktion und Logistik (BIBA) Unterstützung. Es gewann eine Förderung durch die „Gründerlotsen“, den Wirtschaftsjunioren der Handelskammer Bremen.

Auf Platz zwei landete „Helios Aerospace“. Ziel des Unternehmens: die Luftfracht billiger zu transportieren und gleichzeitig Kohlendioxid-Emissionen einzusparen. Aktuell wird bereits ein Großteil der Luftfracht an Bord von Passagiermaschinen transportiert. Das Geschäft teilen sich 20 große Airlines. „Es gibt aber 500 Airlines“, sagt Dirk-Joost van Engelshoven (44) von „Helios Aerospace“. „Deren Frachträume sind fast leer.“ Das Unternehmen will Waren transportieren, indem es die Flüge der vielen kleinen Gesellschaften verkettet. Es bietet ein sowohl von den Fluggesellschaften als auch den Kunden unabhängiges Portal hierfür an. 

„Helios Aerospace“ will 30 Prozent günstiger sein als heutige Anbieter. Auf die Publikumsfrage, ob ein mehrfaches Umladen nicht die Kosten in die Höhe treibt, sagt van Engelshoven: „Wir wollen gerade die kleinen Flughäfen wie Bremen nutzen. Der Großflughafen Frankfurt ist dreimal so teuer wie kleine Flughäfen.“ Platz drei ging an „Splitshare“, ein Unternehmen, das noch gegründet werden soll. Das Unternehmen will in Bremen ein stationsunabhängiges Verleihsystem für E-Bikes und E-Lastenräder aufbauen und dieses später auf andere Städte übertragen. Die Firma „Umeleon“ bietet Filament für den 3-D-Druck mit jedem gewünschten Farbton in kleinen Mengen an. Das Material in Drahtform ist bisher nur in Mengen ab einem Kilo zu haben, weshalb sich unverbrauchtes Material in vielen Büros ansammelt.

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