SERIE: MEIN KUNST-STÜCK Frauke Reuter und ihre Farbspiele

Ideen aus dem Moment

Frauke Reuter setzt auf leuchtende Farben. In unserer Serie präsentiert sie ihr Acrylbild „Farbe ist Leben und Leben ist Farbe“. Foto: LANGKOWSKI

Bremen - Von Ilka Langkowski. „Farbe ist Leben und Leben ist Farbe“ heißt Frauke Reuters Bild, das sie in unserer Serie „Mein Kunst-Stück“ vorstellt. Der Bildtitel ist für die Künstlerin Programm. In ihrem Atelier in der Kap-Horn-Straße verbreiten die Bilder eine fröhlich kraftvolle Stimmung.

Je intensiver und leuchtender die Farben, desto positiver ist ihre Ausstrahlung, findet Frauke Reuter. Das Acrylbild „Farbe ist Leben und Leben ist Farbe“ entstand im Winter. „Alles draußen war Grau in Grau“, erzählt die Künstlerin. Die Eintönigkeit erzeugte eine entsprechende Stimmung. Leuchtende Farben waren Reuters Mittel der Wahl. „Sie können einen aus einer trüben Stimmung herausholen“, meint Reuter. „Ich bin ein positiver Mensch. Doch im Leben ist nicht immer alles positiv. Mit der Kunst versuche ich dann, die positive Seite wieder in den Vordergrund zu rücken.“

Meist lässt sich die Künstlerin einfach treiben und überlässt es der jeweiligen Situation, ob ein gegenständliches Bild entsteht oder ein intuitiv, abstrahiertes. Sie experimentiert gern mit Farben. Ihre Bilder, egal, ob rein abstrakt oder abstrahiert, zeigen sich immer kraftvoll. Das gilt auch für die Aquarelle der Künstlerin. Während „Leben ist Farbe“ auf 170 Zentimeter mal 130 Zentimetern Leinwand ein wenig an meditative Fleißarbeit mit zartem Pinselstrich erinnert, entstanden andere Werke Reuters aus einem Impuls, geradezu eruptiven mit starkem Strich. Die Künstlerin zeigt auf eine temperamentvolle Sylt-Landschaft. „Die habe ich aus dem ganzen Körper hingehauen“, sagt sie.

Obwohl die 1955 in Schleswig-Holstein geborene Malerin schon als Kind von der Kunst inspiriert wurde, ging sie nach der Schule den sicheren Weg. Sie absolvierte eine Lehre als technische Zeichnerin und studierte Bautechnik. Der Malerei widmete sie sich parallel in ihrer Freizeit. „Ich wollte immer schnell ans Ziel kommen und lernte viele Techniken. Mit der Zeit habe ich mir meine eigenen Verfahren ausgebildet.“

Heute arbeitet die Künstlerin in ihrem Atelier hinter der „Waterfront“. Sie beginnt früh und bleibt diszipliniert bei der Sache. „Das ist der Vorteil, wenn man auf einem Bauernhof aufgewachsen ist“, sagt sie und lacht. Ideen, die aus einem Moment heraus entstehen, setzt sie rasch um. Sonst könnten die Eindrücke verzerren. Daraus entstünde allerdings manchmal etwas überraschend Neues. Gerne hört Reuter beim Malen Musik. Hardrock von AC/DC begleitet dann die Entstehung eines kräftigen Bildes, Klassik ein zartes Aquarell. Die Herausforderung des Künstlerlebens war für die berufstätige Reuter keine materielle. Insgesamt sieht sie das Künstler-Sein als nicht schwierig an. Die Herausforderung ist für sie der eigene Wunsch, durch ihre Bilder etwas Positives auszusagen und damit etwas Positives beim Betrachter zu wecken.

Ob wir Kunst brauchen? „Ja, Kunst hält historische Epochen und Lebensepochen fest. Sie überliefert Geschichte. Alte Bilder zeigen so die Veränderung der Welt.“ Zu den Künstlern, die für Reuter besonders bedeutend sind, zählen der Spanier Pablo Picasso (1881 bis 1973) und der bulgarische Objektkünstler Christo, der mit seiner verstorbenen Frau Jeanne-Claude den Reichstag verhüllte. Picasso mag Reuter wegen seiner „irgendwie verrückten und provokanten Bilder“. Christo berührt Reuters ingenieur-bauliches Wesen. Sie bewundert seine genaue Planung und Berechnung der aufwändigen Projekte.

Wenn Reuter an jemanden ein Bild als Botschaft adressieren sollte, dann ginge es an alle Regierungen. Es stünde für die Bitte, Frieden für alle zu sichern und mit den Ressourcen der Welt sorgsam umzugehen. „Das heißt auch, nicht immer den Profit in den Vordergrund zu stellen.“

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