Sekundenschnelle Umwandlung von Daten 

„Jugend forscht“: Ideen aus dem Klassenzimmer

Zoe Helene Kindermann hatte am Freitag ihre Versuchsausrüstung dabei. Ihre geliebten Mäuse blieben zu Hause. Beim Landeswettbewerb „Jugend forscht“ sicherte sich die Zehntklässlerin einen ersten Preis. 

Bremen - Von Martin Kowalewski. Manchmal kommt die Forschungsidee in einem einzigen Moment. So war es bei Vincent Bahro und Tim Schupp, beide im 12. Jahrgang am Gymnasium Vegesack. Sie entwickelten die alternative optische Datenübermittlung „Frequency Quick Response“ und haben einen von zwei ersten Preisen im Fachgebiet Mathematik/Informatik beim Landeswettbewerb Bremen von „Jugend forscht“ gewonnen.

Zusammen mit 46 weiteren Teams haben sie ihr Projekt am Donnerstag und Freitag in der „Bremenhalle“ des Flughafens der Öffentlichkeit präsentiert. Mit ihrer sehr kompakten Software kann jede beliebige Datei zu einer schnellen Abfolge von optischen QR-Codes, lesbar durch Smartphones, gewandelt werden. Im Empfangsgerät wird alles dechiffriert. „Das ist vielfältig nutzbar. Man kann Inhalte aus einem Katalog in dieses Format bringen und im Schaufenster zeigen. Die Passanten halten das Handy rauf und kriegen die Daten“, sagt Tim Schupp.

Kleine Datenpakete schafft die Technik in acht Sekunden. Für einen Megabyte braucht sie noch eine halbe Minute. „Wir hatten die Idee, als eine Lehrerin im Unterricht verlangte, dass wir etwas runterladen sollen. Das hat lange gedauert, und wir dachten, das muss schneller gehen. Wir brauchen eine Abfolge von QR-Codes“, sagt Vincent.

Zoe Helene Kindermann von der Schule „Am Leher Markt“ in Bremerhaven hat bei ihren Lieblingstieren, den Mäusen, gelauscht, um neues über deren Kommunikationsverhalten rauszufinden. Dafür gab es einen von zwei ersten Preisen im Bereich Biologie. Fürs Lauschen nutzte sie ein Ultraschallmikrophon für Töne weit oberhalb des Hörspektrums von Menschen. Kindermann wollte wissen, ob Mäuse mehr sprechen, wenn sie nicht alleine sind. Sie kaufte eine neue Maus und brachte sie nacheinander je drei Minuten mit jeder von vier eigenen Mäusen zusammen. „Allerdings ist zwischen Mäusen, die allein sind, und Mäusen in Gesellschaft kein signifikanter Unterschied festzustellen“, resümiert die Zehntklässlerin. Die Versuche machte sie unter Aufsicht in den Ferien in ihrer Schule. Zu Hause wäre es nicht legal gewesen.

Die Software „Frequency Quick Response“ von Vincent Bahro (l.) und Tim Schupp lässt Daten schnell in QR-Codes verwandeln. 

In einer zweiten Runde wollte sie herausbekommen, ob sie Mäuse mit Futter zum Sprechen animieren kann. Wenn eine Maus im Versuch sprach, wurde sie automatisch mit einer Infrarotkamera fotografiert, und es gab Futter. An diesem Versuch muss die 15-Jährige aber noch arbeiten. „Die Nebengeräusche und das Rascheln auf dem Sand gingen in den Messbereich“, erklärt sie. „Als ich nach einer Nacht wiederkam, war alles Futter ausgeschüttet. Die Mäuse waren absolut satt und wollten nur noch schlafen.“

Insgesamt sechs erste Plätze wurden beim Landeswettbewerb vergeben. Ausgezeichnet wurden auch Tobias Henke und Henrik Feuersänger („Altes Gymnasium) in Biologie, Arta Safari (Altes Gymnasium) in Chemie und Daniel van der Meer (Kippenberg-Gymnasium) in Technik. Einen ersten Preis in Mathematik/Informatik bekamen auch Malte Haßler (Gymnasium Horn), Jonas Bayer (Landesgymnasium für Hochbegabte in Schwäbisch Gmünd) und Simon Dubischar (Kippenberg-Gymnasium). In den Fachgebieten Arbeitswelt, Geo- und Raumwissenschaften sowie Physik wurden keine ersten Preise vergeben. Die Gewinner fahren zum Bundesentscheid (25. bis 28. Mai) in Erlangen.

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