„Ich bin die Wahl“: Jugendliche Flüchtlingen stellen in der Bürgerschaft aus

Plakate im Parlament

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„Leben mit Sicherheit“ – einer der Plakat-Slogans.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Mehr Schulplätze“, „Zusammenleben ohne Rassismus“, „Leben mit Sicherheit“. Slogans von Plakaten, die junge Flüchtlinge in Bremen entworfen haben. Buchstäblich plakatieren sie ihre Wünsche, Hoffnungen, Forderungen. Unter dem Titel „Ich bin die Wahl“ sind die Plakate jetzt im Haus der Bürgerschaft zu sehen.

Die Ausstellung dauert bis zum 4. September. Vor der Bürgerschaftswahl im Mai hatten jugendliche Flüchtlinge sich mit Politik und Parteien in einem ihnen noch nicht vertrauten Land beschäftigt – und eben mit eigenen Erfahrungen und Wünschen. All das floss ein in die künstlerisch gestalteten Plakate. Junge Menschen auf großen Fotos, dazu ein Slogan mit klarer Botschaft.

Toleranz, Frieden und vor allem: Bildung. Das sind die stets wiederkehrenden Themen in dieser Ausstellung. Auch Umweltschutz und Wissenschaft sind Schwerpunkte. „Ich bin die Wahl“ ist ein Projekt des Kultur- und Bildungsvereins Ostertor (Kubo), das die Bürgerschaft – so ihr Sprecher Horst Monsees – „ideell und finanziell unterstützt“ hat. Projektleitung: Paulina Cortés von „Creaclic“ („kreative Medienpädagogik“) und Ka Jahn vom Kubo. Bürgerschaftspräsident Christian Weber hatte die jungen Leute im Kubo besucht. Der Sozialdemokrat beantwortete viele Fragen, die die Teilnehmer ihm stellten.

Die Ausstellung „Ich bin die Wahl“ wirkt auf einer sehr persönlichen Ebene, weil es persönliche Botschaften sind, die auf den Plakaten zum Ausdruck kommen. Es ist zugleich eine politische Ausstellung. Forderungen wie „Mehr Schulplätze“ sind von eigenen Erfahrungen und Lebenswelten der Projektteilnehmer geprägt – aber es sind eben auch Beiträge zur politischen Diskussion darüber, wofür Geld ausgegeben wird. Und warum nicht mehr für Bildung? Schließlich gilt Bildung als ein Schlüssel zum Leben in unserer Gesellschaft.

Die jüngsten Teilnehmer des Projekts sind 14 Jahre alt, die ältesten 22. Was bedeutet es, eine Wahl zu haben? Was bedeutet Meinungsfreiheit? Was bedeutet Demokratie?

Bildung ist eine

zentrale Forderung

Auch um Fragen wie diese kreist das Projekt, in dessen Rahmen nicht allein die nun im Parlamentsgebäude ausgestellten Plakate entstanden sind, sondern auch Filme – Wahlspots.

„Ich bin die Wahl“ – 15 Jugendliche aus verschiedenen Flüchtlingsheimen haben bei dem Projekt mitgemacht. Junge Menschen, die aus dem Kosovo und aus Guinea, aus Syrien und aus Pakistan nach Bremen gekommen sind. Sie haben sich genau überlegt und über alle Sprachbarrieren hinweg diskutiert und besprochen, wofür sie auf ihren Plakaten Wahlkampf machen wollen.

Für „Mehr Schulplätze“ zum Beispiel. Jugendliche Flüchtlinge leiden darunter, wenn sie nicht zur Schule gehen können, wenn es keinen Schulplatz für sie gibt. Das erschwert die Integration, die – unter anderem – mit dem Zugang zur deutschen Sprache beginnt. Mit Bildung eben. Vielleicht wäre es ganz sinnvoll, die Plakate der jungen Flüchtlinge nicht bloß im Haus der Bürgerschaft zu zeigen, sondern auch mal davor.

www.kubo.de

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