Rotary-Clubs bieten Austausch an

Brasilianerin „möchte wiederkommen“

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Ananda Gimenez Oberthir im typischen Blazer: Während des Austauschjahres werden Sticker, Tickets und andere Erinnerungen an das Gastland gesammelt.

Bremen - Die 16-jährige Brasilianerin konnte bei ihrer Ankunft im August 2016 in Bremen bloß einen Satz auf Deutsch: „Ich heiße Ananda.“ Kein Jahr später hält sie vor „ihrem“ Bremer Rotary-Club einen Vortrag über ihre Heimat – in fließendem Deutsch. Ananda Oberthir nimmt teil an einem einjährigen Austausch.

Rotary organisiert nach eigenen Angaben mit jährlich rund 8 000 Teilnehmern weltweit den größten privaten Jugendaustausch. Rund 600 16- bis 17-jährige Deutsche halten sich zur Zeit in 42 Ländern bei Rotariern zum Austausch auf.

Ananda hat ein spezielles Interesse: „Meine Großeltern stammen aus Baden-Württemberg und sprechen noch Deutsch. Deshalb wollte ich die Sprache lernen.“ Die junge Brasilianerin hatte Glück. Man kann für den Austausch Wunschländer nennen, landet zuweilen aber auch an einem anderen Ort in der Welt. So ist es Theo Paslack ergangen. Der Bremer wollte gerne nach Mexiko oder in die USA. Das Los brachte ihn nach Frankreich. „Ich war erst skeptisch. Die Entscheidung war aber doch klasse“, sagt der 17-Jährige. Theo hat sein Austauschjahr bereits hinter sich und denkt noch immer gerne daran. „Ich habe viele neue Freundschaften geknüpft, mein französischer Schulleiter hat kürzlich gefragt, ob ich seine Klasse bei einem Ausflug in Berlin treffen wollte.“ Keine Frage, Theo machte sich auf den Weg.

Während Rotary beim Schüleraustausch den Konsum von Alkohol und Drogen untersagt, gab’s in Frankreich schon mal ein Glas Wein, erinnert sich der Bremer schmunzelnd. „Das gehört dort einfach zum Essen dazu.“

Am Jugendaustausch des weltweit tätigen Serviceclubs können Jungen und Mädchen auch aus nicht rotarischen Elternhäusern teilnehmen. Wichtigste Voraussetzung ist: Eltern, die ihr Kind ins Ausland schicken wollen (ein sogenannter Outbound), verpflichten sich, im Gegenzug einen Jugendlichen (Inbound) aus dem Ausland in dem dann freien Zimmer aufzunehmen. Geld verlangen die Gasteltern nicht, sagte ein Sprecher des Rotary-Clubs Bremen-Bürgerpark. Die meisten Clubs unterstützen die Gastjugendlichen, indem sie Reisen bezuschussen und Tickets für den Nahverkehr bereitstellen.

Wer vom zweiten Halbjahr 2018 bis 2019 mit Rotary ins Ausland will, muss sich bis Ende August bei einem Club melden, in Bremen gibt es acht. Fünf Clubs entsenden regelmäßig Jugendliche ins Ausland und betreuen junge Leute aus der Ferne in der Hansestadt (Kontakt unter www.rotary-jd.de). Der Austausch sei keine Sprachreise, sagte der Sprecher. Gleichwohl besuchten die Jugendlichen in ihren Gastländern den normalen Schulunterricht. „So lernen sie dennoch die Landessprache“, sagte er.

Ananda hat ihren Vortrag vor ihrem Bremer Club ihren Vortrag „mit Bravour gehalten“, wie es heißt. Sie hat die Kultur, das gute Essen in Deutschland sowie die netten, offenen Menschen und die schöne Architektur hervorgehoben. „Es ist hier so schön, dass ich wiederkommen möchte“, so Ananda. Zunächst will sie aber ihren Schulabschluss machen und dann in Brasilien Medizin studieren. Ihr Ziel: „Ich möchte Menschen helfen.“ 

fr

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