Bremen-Sieger lobt Partner De Ketele

Reinhardt: „Ich hatte den besten Partner der Welt“

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Während Achim Burkart (li.), Kenny De Ketele (rechts daneben) und Theo Reinhardt (Zweiter von rechts) noch Mühe mit dem Öffnen der Schampusflasche haben, gehen Christian Grasmann (vorn links) und Jesper Mörkov (re.) schon in die Vollen.

Bremen - Von Gerd Töbelmann. Unmittelbar nach seinem Sieg bei den 54. Bremer Sixdays kündigte Theo Reinhardt an, „jetzt vielleicht noch ein Bier zu trinken“ (wir berichteten). Er hielt sich dran. Während Partner Kenny De Ketele bei der After-Race-Party im Courtyard-Hotel noch Kraft zum Feiern hatte, verschwand der 27-jährige Berliner zeitig aufs Zimmer: „Es reicht jetzt.“

Eine Stunde zuvor auf der Bahn jedoch gab das Mitglied des deutschen Bahn-Vierers Vollgas und legte sechs Runden vor dem Ende mit dem entscheidenden Rundengewinn den Grundstein zu seinem ersten Sixdays-Erfolg überhaupt. Doch Reinhardt, der mit De Ketele schließlich Hand in Hand über den Zielstrich gefahren war, wusste ganz genau, bei wem er sich zu bedanken hatte: „Ich hatte den besten Partner der Welt. Kenny hat mir in der tollen Woche unheimlich viele Tipps gegeben und ist selbst auch bärenstark gefahren.“ De Ketele (32) war natürlich auch happy – und selbstbewusst: „Ich wusste, dass ich mit dem Sieg in Rotterdam im Rücken auch in Bremen ganz vorn mitfahren könnte. Und dann hat Theo natürlich einen ganz starken Job gemacht.“

Die Zweitplatzierten Achim Burkart und Yoeri Havik, die in den Tagen zuvor oft in Führung lagen, waren mit Silber ganz und gar nicht unzufrieden. Der Holländer Havik war bei der Siegerehrung sogar zu Scherzen aufgelegt: „Als ich erfahren habe, dass ich mit Achim fahren würde, habe ich meiner Oma geschrieben, dass es wohl höchstens zu Platz sechs langen würde . . .“ Burkart drehte sich auf dem Podest kurz um, schaute erst ziemlich verdutzt und konnte sich dann jedoch ein Lachen nicht verkneifen: „Sehr witzig. Aber mal im Ernst: Yoeri hat mir viele Tipps gegeben. Die Woche hat viel Spaß gemacht, und ich genieße den Platz auf dem Podium. Am Ende hat uns die Kraft zum Sieg gefehlt. Wir haben uns zu sehr darauf konzentriert, unseren Punktevorsprung zu retten. Bei der Attacke von Theo und Kenny konnten wir dann kurz vor Schluss nicht mehr mitgehen. Aber vielleicht klappt es ja nächstes Jahr mit einem Sieg.“

Zwiegespaltener Christian Grasmann

Etwas zwiegespalten fiel das Fazit von Christian Grasmann, der zusammen mit dem Dänen Jesper Mörkov Dritter wurde, aus. Zunächst einmal lobte der 2016-Sieger seinen Partner: „Jesper ist wirklich ein tolles Rennen gefahren. Danke dafür. Wir haben wirklich alles probiert und viele Rundengewinne herausgefahren. Doch am Ende war es zu hart. Da hatten wir letztlich nichts mehr zuzusetzen.“

Und dann erklärte der 36-Jährige, der auch noch einen Profi-Rennstall (Maloja Pushbikers) führt, dass das Bremer Publikum vielleicht im kommenden Jahr auf ihn verzichten muss. Karriereende also? Nein. Grasmann sagte, „dass ich mit einem der neuen Sixdays-Gesellschafter so meine Probleme habe. Da sind in Berlin Sachen vorgefallen, die ich nicht akzeptieren kann.“ Um wen es sich dabei handelt, wollte „Grasi“ nicht explizit sagen, aber es kann nur Reiner Schnorfeil sein, der über viele Jahre bei den Berliner Sixdays Verantwortung trägt, demnächst aber auch in Bremen einsteigen wird, um das Sponsoring zu verbessern.

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