Hooligans und Ultras bleiben ruhig

Alles friedlich rund ums Solikonzert für Valentin

Bremen - Der Tower Musikclub auf der einen, die Kneipe Bells auf der anderen Straßenseite. Um ein Aufeinandertreffen der rivalisierender Gruppierungen am Freitagabend in der Innenstadt zu verhindern, war die Polizei Bremen mit starken Einsatzkräften präsent. Es blieb ruhig. 

Eine starke Polizeipräsenz hat die Polizei am Freitagabend am Herdentorsteinweg/Auf der Brake aufgefahren. Damit, so ein Polizeisprecher, sollte ein gewaltsames Aufeinandertreffen rivalisierender Gruppierungen verhindert werden. „Das Konzept ging auf, es blieb alles friedlich“, so das Fazit der Polizei. Während im Tower am Herdentorsteinweg ein Solidaritätskonzert der Band Feine Sahne Fischfilet für einen inhaftierten jungen Mann stattfand, an dem laut Polizei etwa 300 Personen aus der linksorientierten und der Ultra-Fanszene teilnahmen, gab es gleich in der Nähe eine weitere Feier. Die Teilnehmer seien dem rechten Spektrum und der Hooliganszene zuzuordnen, hieß es. Aufgrund der „unterschiedlichen Veranstaltungsteilnehmer habe ein Konflikt- und Gefährdungspotenzial“ bestanden, sagte der Polizeisprecher. Man habe „mögliche gewalttätige Auseinandersetzungen von Anfang an“ unterbinden wollen.

Es seien diverse Personen und Fahrzeuge kontrolliert worden. Der junge Mann, für den es das Konzert gab, sitzt – wie Staatsanwaltschaft und Polizei Anfang Juli mitteilten, in Untersuchugshaft, weil er verdächtigt wird, an der Randale nach dem Fußballspiel Werder gegen Hamburger SV beteiligt gewesen zu sein. Wie berichtet, wirft die Staatsanwaltschaft ihm im Zusammenhang mit den Ausschreitungen nach dem Spiel im April gemeinschaftlich begangene gefährliche Körperverletzung vor. Die Ermittler legen dem 21-Jährigen zudem vier weitere jeweils gemeinschaftlich begangene gefährliche Körperverletzungen zur Last. Begangen haben soll er sie im Laufe eines Jahres, wie es heißt. So habe der 21-Jährige bei Ausschreitungen im Zusammenhang mit Protesten gegen eine NPD-Demo in Rostock einen Stein geworfen und dadurch einen Pressefotografen verletzt, wie der Oberstaatsanwalt sagte. Der Verteidiger des „Valentin“ genannten jungen Mannes übt harsche Kritik an der Untersuchungshaft. Er verlangt, dass der Haftbefehl gegen Meldeauflagen außer Vollzug gesetzt wird. gn

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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