Hommage mit Welthits

Tolle Stimme, wenig Emotionen: Tribute-Show „One night of Tina“ im Metropol-Theater

+
Sharon Ballard als Tina Turner: Äußerlich wie stimmlich ähnelt die Sängerin der Rocklegende, die gerade ihren 80. Geburtstag feierte.

Gerade erst hat die große Diva des Soulpop ihren 80. Geburtstag gefeiert, zwei Tage später war Tina Turner vor rund 950 Zuschauern im Bremer Metropol-Theater zu hören. Nicht persönlich, sondern in Gestalt von Sharon Ballard in der Tribute-Show „One Night of Tina“.

Bremen - Vorab gepriesen als „spektakuläre Hommage“ und „Konzertshow der Superlative“, konnte der rund eineinhalbstündige Auftritt von Ballard und ihrem Ensemble aus fünfköpfiger Band, drei Background-Sängerinnen sowie drei Tänzern am Donnerstagabend dem angekündigten Anspruch nicht ganz gerecht werden.

Die Musiker legen los, dann tritt „Tina“ – im Glitzerkleid, ultrakurz natürlich – ins Rampenlicht. Erster Song des Abends: „Nutbush City Limits“ aus dem Jahr 1973 rockt die 1987 in London geborene Sängerin. Es folgen „River deep, mountain high“. Und das im Vergleich zum Original mit viel Vibrato gesungene „I don’t wanna lose you“. Ballards Aufforderungen an das Publikum, beim Refrain mitzusingen, laufen ins Leere – die Zuschauer sind an diesem Abend zwar recht angetan vom Tina-Double, gehen bei den Songs selbst aber nicht richtig mit.

Die Karriere der Rocklegende begann 1958

Man wolle das Leben und die Musik von Tina Turner, die als Anna Mae Bullock geboren wurde, feiern, sagt Ballard auf Englisch. Die Karriere der Rocklegende begann 1958, ihr letztes Konzert gab sie 2009. Zurück zum Konzert: Zu „Private Dancer“ vom gleichnamigen Album aus dem Jahr 1984 und „Steamy Window“ vom Album „Foreign Affairs“ (1989) passen die drei Tänzer mit glattrasierter Brust und Glitzerjacke.

Ob es an den schnell wirbelnden Tänzern liegt oder am recht eintönigen Bühnendesign? Das eigentlich leicht Verruchte dieser Songs bleibt den Zuschauern jedenfalls größtenteils verborgen.

Als die „Ike und Tina Turner Revue“ stand die „Queen of Rock“ mit ihrem damaligen Ehemann auf der Bühne. Schwere Zeiten, die geprägt waren von Drogen, Gewalt und Unterdrückung. Es ist eine Zeitreise in die 60er Jahre mit „Rock me baby“ und „A fool in love“.

„Simply the best“ als krönender Abschluss in Bremen

Immer mit auf der Bühne: das weibliche Gesangstrio, die „Ikettes“. Die performen im Übrigen auch wunderbar den James-Bond-Filmhit „Goldeneye“. Den bis dahin größten Applaus gibt es aber für „We don’t need another hero“ von 1985, und „When the heartache is over“ vom 99er Album „Twenty four seven“ kommt als super-schnelle Disconummer daher.

Nach etwas mehr als einer Stunde dann schon die erste Verabschiedung. Soll es das schon gewesen ein? Natürlich nicht, denn es folgen noch die größten Erfolge der Soulpop-Ikone: „Proud Mary“, eine lange, energiegeladene Coverversion von Tina und Ike aus dem Jahr 1970 über den Mississippi River, New Orleans und einen Schaufelraddampfer. Und „What’s love got to do with it“ über die Angst, Gefühle zuzulassen. Auf den musikalischen Abschluss haben alle gewartet. Ihn bildet – na klar – der Tina-Turner-Hit schlechthin: „Simply the best“.

Sharon Ballard aka Tina Turner überzeugt mit Stimme und Gesang

Ob mit wilder Lockenmähne oder langem glatten Haar: Sharon Ballard, auch als Schauspielerin erfolgreich, überzeugt als Tina Turner vor allem mit Stimme und Gesang auf ganzer Linie. Eine tolle Besetzung für die mit vielen Welthits gespickte musikalische Hommage. Gleiches gilt für die „Ikettes“, die auch tänzerisch ihre Energie auf die Bühne bringen.

Wermutstropfen bleibt bis zum Ende aber das Bühnenbild. Vielleicht hätten LED-Wände, wie sie bei vielen anderen Konzerten zu sehen sind, mehr Abwechslung, mehr Raum auf die Bühne gebracht und die Songs bildlich unterstreichen können. Trotz überzeugender Künstler hat die „Live-Show der Superlative“, die eher als gutes Konzert daherkam, emotional nicht alle Zuschauer berühren können.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Ein Toter und viele Verletzte bei Explosion in Blankenburg

Ein Toter und viele Verletzte bei Explosion in Blankenburg

Richtig Hilfe holen mit dem Smartphone

Richtig Hilfe holen mit dem Smartphone

Weihnachtszeit in der Filmkulisse New York

Weihnachtszeit in der Filmkulisse New York

Weihnachtskonzert des Domgymnasiums Verden

Weihnachtskonzert des Domgymnasiums Verden

Meistgelesene Artikel

Nach Miri-Abschiebung: Polizisten fürchten Druck aus dem Clan-Milieu

Nach Miri-Abschiebung: Polizisten fürchten Druck aus dem Clan-Milieu

Brand in Bremerhaven: Während des Notrufs geht Wohnungstür zu Bruch

Brand in Bremerhaven: Während des Notrufs geht Wohnungstür zu Bruch

Die Seilbahn für Bremen ist beerdigt

Die Seilbahn für Bremen ist beerdigt

Schäden auf der A27-Lesumbrücke: Sperrung für Sonntag geplant

Schäden auf der A27-Lesumbrücke: Sperrung für Sonntag geplant

Kommentare