Stiftungsdorf Ellener Hof: Erste Bewohner leben auf der ehemaligen Wiese

„Holzbude“ trifft Hindu-Tempel

Drei neugebaute Häuser und ein gelber Wasserschlauch im Vordergrund.
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Fast fertig: Im „Kastanienhof“ – ein in Holzbauweise errichteter Neubau – sollen die 18 Wohnungen im ersten Quartal bezugsfertig sein.

Das Stiftungsdorf Ellener Hof nimmt Konturen an. Das Studentenwohnheim ist bezogen, der Hindu-Tempel steht im Rohbau.

  • 66 Appartements in der „Holzbude“.
  • Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung.
  • 18 Wohnungen im „Kastanienhof“.

Bremen – Die Zukunft wächst. Vor allem in Holz und auf vielen verschiedenen Baufeldern. Das Stiftungsdorf Ellener Hof entwickelt sich auf einem knapp zehn Hektar großen Areal zwischen Ludwig-Roselius-Allee, Am Hallacker und Osterolzer Friedhof, zwischen Blockdiek und Ellener Feld zu einem „bunten Stück Stadt“. Ein sozial-ökologisches Modellquartier entsteht, das jetzt unter dem Projektnamen „Stadtleben Ellener Hof“ firmiert.

Die Strippen auf dem fast 100 000 Quadratmeter Gelände zieht als Bauherr die Bremer Heimstiftung. Die hat das Grundstück vom Verein „Ellener Hof“ geschenkt bekommen hat – mit dem Auftrag: „Macht was draus.“ Alexander Künzel, Senior-Chef der Heimstiftung, spricht immer wieder von „einer Jahrhundert-Chance, ein vergessenes Areal aus dem Dornröschenschlaf zu wecken und damit ein Stück Stadt für viele zu entwickeln“.

Mehr als zwei Dutzend Partner hat die Heimstiftung ins Projekt „Stadtleben“ gelotst. Dazu zählen die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Gewoba, die Bremer AOK, das Studienrendenwerk, der Martinsclub, die Stiftung Maribondo, Wohnprojekte wie „Casa Colorida“, „Scholle 47“, „Gut’s Haus“ und die „Fairmietergemeinschaft“ sowie die Bremer Hindu-Gemeinde. „So geht Zukunft“ prangt als Slogan auf dem Bauschild. Das weist immer noch den Weg auf die Baustelle, auf die im Sommer und Herbst 2020 bereits die ersten „Dorfbewohner“ gezogen sind.

„So geht Zukunft“

Die „Holzbude“ ist mittlerweile vollvermietet. In den 66  Appartements des siebenstöckigen Studentenwohnheims, das zugleich das höchste Gebäude im Stiftungsdorf ist, leben unter anderem junge Leute aus Indien, Pakistan, Russland, Ghana und der Türkei. In den in Holzrahmenbauweise errichteten Bau hat die Heimstiftung 5,8 Millionen Euro investiert, wovon die Stadt Bremen über das Wissenschaftsressort 2,8 Millionen Euro beigesteuert hat.

Die Stiftung Maribondo hat mittlerweile nicht nur ihr Gästehaus auf dem Areal fertiggestellt, sondern darin auch einen Dorfladen und Bistros eröffnet. Diese werden als Inklusionsbetriebe geführt und bieten Menschen mit Behinderungen Arbeitsplätze, heißt es.

Ein Bauernhaus wird umgebaut: Der Martinsclub erbaut hier ein inklusives Wohnangebot.

Was ist sonst auf dem Areal seit unserem Baustellenrundgang vor einem Jahr passiert? Anfang März, sozusagen kurz vor Corona, gab es den Spatenstich für die Kita „Am Hallacker“ der Arbeiterwohlfahrt – noch mit vielen Menschen und wenig Abstand. Für das inklusive Wohnangebot „Quartier-Wohnen Ellener Hof“ des Martinsclubs wurde im Juni der Grundstein gelegt. In einem rund 200 Jahre alten Bauernhof entstehen auf 370 Quadratmeter Fläche sechs Appartements sowie Gemeinschaftsräume und eine Gemeinschaftsküche für Menschen mit Fätalem Alkoholsyndrom (FAS), die aufgrund des Alkoholkonsums ihrer Mutter schon als Embryo schwere Schädigungen erlitten haben. Kosten: 1,2 Millionen Euro.

Inklusives Wohnangebot

Im historischen „Bruderhaus“ sind eine Fahrradstation mit Selbsthilfewerkstatt eröffnet und eine Warenverteilstation fürs Quartier eingerichtet worden. Ver- und Entsorgungsanlagen sowie eine Erschließungsstraße sind fertiggestellt, auch die Kreuzung Ludwig-Roselius-Allee/Düsseldorfer Straße ist umgebaut worden. Die AOK Bremen/Bremerhaven hat Anfang Dezember eine neue Geschäftsstelle im Stiftungsdorf eingeweiht. Diese bleibt jedoch bis zum Ende des Lockdowns (derzeit: 14. Februar) geschlossen. Die „Kahrs Architekten“ haben Richtfest für den in Holzbauweise erbauten „Kastanienhof“ gefeiert. Deren 18  Wohnungen sollen im ersten Quartal dieses Jahres bezugsfertig sein.

Auf Baufeld 4 sollen in Kürze die Bauarbeiten beginnen. Bauwillige sollen hier ihr „Neues Bremer Haus“ bauen. Sechs von acht Häusern sind bereits vergeben, sagt eine Sprecherin der Heimstiftung.

Ein Rohbau und viele Rohre: Im „bunten Stück Stadt“ entsteht auch ein Hindu-Tempel.

Bleibt der Hindu-Tempel: Nach dreijähriger Planungszeit und diversen religiösen Ritualen haben im August die Bauarbeiten begonnen. Für den Tempel mit einem zehn Meter hohen Turm haben die Planer rund 220 Quadratmeter eingeplant, darin finden die verschiedenen Gottheiten ihren Platz. Ein 200 Quadratmeter großes Nebengebäude soll Raum für Religions- und Tanzunterricht bieten. Die Bremer Hindu-Gemeinde, zu der derzeit rund 300 Frauen und Männer überwiegend aus Sri Lanka oder Indien gehören, rechnet mit Baukosten von 600  000 Euro, die vor allem über Spenden finanziert werden. Im Sommer soll der Tempel fertig sein.

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