Ratskeller modernisiert Weinverkauf

Holz, Platz und Terrazzo

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„Wir müssen ja nicht wie im Jahr 1405 arbeiten“: Ratskellermeister Karl-Josef Krötz im neu gestalteten Stadtweinverkauf des Traditionshauses.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Zum Wohl!“ Der Ratskeller hat seinen „Stadtweinverkauf“ modernisiert und vergrößert. Der Weinhandel mit dem Bremer Wappen kommt nun als zeitgemäße Vinothek daher: Terrazzoboden, großzügige Eichenholzregale, fein austariertes Lichtkonzept.

Seit Anfang des Jahres war unter der Leitung des Architekten Martin Pampus umgebaut worden. Nun, ein paar Tage später als ursprünglich verkündet, folgt die Neueröffnung. Am Freitag und Sonnabend, 30. Juni und 1. Juli. „Da gilt Open End“, kündigt Ratskellermeister Karl-Josef Krötz schon mal an.

Er freut sich sehr über die Neugestaltung des Weinhandels, das merkt man ihm an. Zuvor sei das Geschäft „fast ein bisschen verstaubt“ gewesen. Da ist was dran. „Wir sind zwar ein traditionsbewusstes Haus. Aber wir müssen ja nicht wie im Jahr 1405 arbeiten“, hat Krötz auch schon mal gesagt. In jenem Jahr beginnt die Geschichte des Bremer Ratskellers.

Etliche Weine werden in 1,10 Metern Höhe „in Schräglage“ präsentiert, sagt Architekt Martin Pampus. Grund: „So können die Kunden die Etiketten gut lesen.“

So richtig möglich wurde der Neustart, nachdem die Senatskanzlei für das Projekt zwei Rathaus-Räume abgegeben hat, die im Erdgeschoss direkt an das bisherige Ladenlokal grenzen. Sie wurden integriert. Neben dem deutlich vergrößerten Verkaufsraum gibt es nun ein Zimmer für Verkostungen in einem Rahmen, der dem Niveau der Weine angepasst ist. „Wir brauchten die zusätzlichen Räume“, sagt Krötz. Ohne sie wäre die Neugestaltung „nur eine halbgare Geschichte“ gewesen. Jetzt ist der Stadtweinverkauf des – ja immerhin international bekannten – Ratskellers nicht mehr 53 Quadratmeter klein, sondern 125 Quadratmeter groß. Die Umgestaltung hat etwa 500.000 Euro gekostet.

„Kein Zauber à la Hollywood“, so Krötz. „Sondern alles in Abstimmung mit dem Denkmalschutz.“ Schließlich geht es um einem Weinhandel im Weltkulturerbe. Da müssen Maßnahmen und Materialien genau abgestimmt werden. Der Terrazzoboden etwa ist ganz neu – aber er fügt sich eben ein in die historische Umgebung. Eine Hubplattform sorgt für barrierefreien Zugang zum Wein. Auch sie fügt sich ein.

Seit 2013 Teil des Großmarkts

Seit 2013 gehört der Ratskeller zum Großmarkt – auch das eröffnet neue Möglichkeiten, etwa im Bereich Lagerung und Logistik. Wesentliche Teile der Logistik nämlich spielen sich längst im Hochregallager des Großmarkts in der Überseestadt ab. Im Rathaus ergibt sich dadurch Raum für weitere Veränderungen.

2018, so die Planung, soll ein zweiter Abschnitt des Ratskellerumbaus folgen: Architekt Pampus will einen Packraum entkernen, indem er unten im Keller eine Stahlkonstruktion mit Gitterrostflächen herausnimmt. Wieder zum Vorschein kommt dann ein unterirdischer Gewölbesaal – ideal als stimmungsvoller Ort für die beliebten Ratskellerführungen und für Fachveranstaltungen. Zudem sollen eine neue Spülküche und auch neue Besuchertoiletten gebaut werden.

Die Ratskellerrundgänge gelten als Highlight im touristischen Angebot Bremens. Mehr als 600 Kellerführungen sind es im Jahr, sagt Krötz. Reine Bremen-Werbung: Führungen, bei denen sich Weinhandelstradition und Weltkulturerbe zum Wohle der Hansestadt verbinden.

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