„Hohe historische Bedeutung“

Der Stadtwald steht jetzt unter Denkmalschutz

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Der 66,5 Hektar große Stadtwald ist jetzt ein Gartendenkmal.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Der Gelbrandkäfer ist hier zu Haus, Erdkröte und Kleinlibelle sind es ebenfalls. Der Wasserläufer, eine Wanze, gleitet über den Graben, wo die Teichrose ebenso gedeiht wie die Kleine Wasserlinse. Dschungelprüfung in Bremen? Nein, Artenvielfalt im Stadtwald. Und der ist jetzt unter Gartendenkmalschutz gestellt worden.

Der Bürgerparkverein, wie im Bürgerpark auch im direkt angrenzenden Stadtwald mit der Pflege betraut, freut sich über die Entscheidung des Landesamts für Denkmalpflege. „Zum einen wird hiermit der gartenhistorische Wert der Anlage dokumentiert und gleichzeitig das mehr als 100-jährige Engagement des Bürgerparkvereins für die Pflege und den Erhalt der Anlage gewürdigt“, so Parkdirektor Tim Großmann.

110 Jahre nach Fertigstellung der Anlage ist die Entscheidung der Denkmalpfleger gekommen. „Als wesentliche Etappe in der Geschichte des Bürgerparks und des Bürgerparkvereins hat der Stadtwald auch für das Gartendenkmal Bürgerpark hohe lokalhistorische Bedeutung und ist gemeinsam mit dem Bürgerpark als Kulturdenkmal einzustufen“ - so heißt es unter anderem in der Begründung von Dr. Rolf Kirsch (Landesamt für Denkmalpflege). Der Bürgerpark selbst steht bereits seit 1984 unter Denkmalschutz.

Nachdem der Senat zu Kaisers Zeiten - anno 1906 - das Gebiet nördlich der Bahntrasse Bremen-Hamburg dem Bürgerparkverein zur Anlage eines Stadtwaldes überlassen hatte, stellte der damalige Präsident des Vereins die Summe von 250 000 Mark für die Realisierung des Planes zur Verfügung. Der Präsident, das war der „Petroleumkönig“ Franz Schütte (1836 bis 1911), der als Mäzen so manches Mal Einfluss auf Bremens Stadtbild genommen hatte. Den Plan für die Anlage fertigte der damalige Parkdirektor Carl Ohrt. Im Gegensatz zum Bürgerpark stellte er auf der neuen und 66,5 Hektar großen Fläche „den Waldcharakter in den Vordergrund“, wie Parkdirektor Großmann erklärt.

Und weiter: „Neben einheimischen wurden auch fremdländische Laubbaumarten gepflanzt und durch großflächige Nadelholzbestände ergänzt. Auf Hälfte der Bahnstrecke hatte Ohrt bereits eine Unterführung zwischen Stadtwald und Bürgerpark geplant, die allerdings bis heute nicht realisiert werden konnte.“ Sie ist über die Jahre aber immer mal wieder im Gespräch gewesen.

Heute sorgen Finnbahn und Spielplatz samt Wiese dafür, dass viele Menschen ihre Freizeit im Stadtwald verbringen. Und dann sind da natürlich noch Gelbrandkäfer, Wasserläufer und Teichrose. Auch sie sorgen für Publikumsverkehr im Stadtwald - nicht zuletzt auf dem „Naturlehr- und Erlebnispfad“, der vor 20 Jahren angelegt wurde und insgesamt drei Kilometer lang ist.

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