„Hoffentlich heil aus dem Zug“

Anna Knauer wagt sich ins Madison-Experiment

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Nach zehnmonatiger Wettkampfpause feiert Anna Knauer (links) heute ihr Comeback in Bremen.

Bremen - Von Gerd Töbelmann. Klausur schreiben, dann von Dachau mit dem Auto nach Ingolstadt, weiter mit dem Zug nach Bremen, heute und morgen Bahnrennen in der Hansestadt, wieder in den Zug nach Ingolstadt und dem Auto nach Dachau – und am Montag steht die nächste Klausur an. Dieses heftige Wochenende hat sich die 22-jährige Bahnfahrerin Anna Knauer vorgenommen.

Und dies alles nach einer zehnmonatigen Rennpause. „Ich habe im vergangenen Jahr sportlich zu viel gemacht und habe einfach eine Auszeit gebraucht“, sagt Knauer, die eine Ausbildung bei der Bereitschaftspolizei in Dachau absolviert.

Aber nicht nur das An- und Abreise-Programm der ehemaligen Junioren-Weltmeisterin im Omnium (2013 in Glasgow) ist stressig. Auch die Auswahl der Wettbewerbe hat es in sich. Dass Knauer in der Hansestadt ihren Omnium-Titel aus dem Vorjahr gern verteidigen möchte, ist nachzuvollziehen. 

Doch in diesem Jahr führen die Bremer Veranstalter erstmals auch ein Rennen im Madison, also im Zweier-Mannschaftsfahren, durch, so wie es ihre männlichen Kollegen schon seit Jahrzehnten vormachen. Für die Frauen sind dafür 180 Runden vorgesehen. Dass auch die Frauen im Team, also mit Ablösung fahren, hat einen guten Grund: Denn 2020 in Tokio werden auch in diesem Wettbewerb bei den Frauen olympische Medaillen verteilt. Und da möchten natürlich alle Praxis sammeln und sich irgendwann einmal qualifizieren.

Im Team zusammen mit Lin Teutenberg

Für Knauer indes, die heute im Omnium und dann morgen zusammen mit Lin Teutenberg im Madison fahren wird, ist das Zweierfahren eine absolute Premiere: „Ich habe das noch nie gemacht und hoffe, dass ich am Sonntagabend noch heil aus dem Zug in Ingolstadt aussteigen kann . . .“ Aber Angst habe sie vor dem Experiment keine, „schließlich ist Lin schon mit Ablösung gefahren und kann mir sicherlich Tipps geben“.

Aber gute Ratschläge allein könnten nicht reichen, um schmerzhafte Stürze zu vermeiden. „Deshalb werde ich natürlich vor dem Rennen mit Lin noch mal auf die Bahn gehen, um gerade die Ablösungen zu trainieren“, sagt Knauer, die danach auch beim Sechstagerennen in Berlin starten wird.

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