Wirtschaftsressort: Gespräche mit Bieter

Höchstgebot für Lloydhof

Die Tage des Lloydhofs, der zwischenzeitlich Start-ups als „City-Lab“ dient, sind gezählt. Bremen verhandelt jetzt mit dem Höchstbieter für die Immobilie über die konkreten Pläne. - Foto: Gnuschke

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. „Extrem schwierige Objekte“ sind genau das Ding des oberfränkischen Unternehmens „Denkmalneu“ um die geschäftsführenden Gesellschafter Thomas Scherer und Jürgen Dziumbla. Und genau dieses Unternehmen möchte den Lloydhof in der Bremer Innenstadt kaufen.

Die Entscheidung, an wen der Lloydhof geht, ist zwar noch nicht gefallen, aber das Wirtschaftsressort bestätigte gestern auf Nachfrage, dass mehrere Interessenten ein verbindliches Angebot abgegeben haben. Wer das ist, dazu schwieg Sprecherin Nadja Niestädt. Mittlerweile sickerte allerdings in die Öffentlichkeit durch, dass es sich bei zwei von drei ernsthaften Interessenten um „Denkmalneu“ aus Forchheim und Marco Bremermann aus Bremen handeln soll. Bremermann gehört unter anderem bekanntlich die durch vorsätzliche Brandstiftung in Flammen aufgegangene Immobile „Harms am Wall“. Wie berichtet, plant er an der Stelle der Ruine ein neues Geschäftshaus. Der dritte Bieter blieb bisher unbekannt.

„City-Lab“ als Zwischenlösung

Bremen hatte den Lloydhof vor einigen Jahren für knapp 24 Millionen Euro gekauft. Ebenso wie das Brill-Parkhaus sollte das Gebäude abgerissen werden und dem „großen Wurf“ für die Innenstadt, dem „City-Center“, weichen. Dazu kam es nicht, da der portugiesische Investor 2015 wieder absprang. Seitdem ist die Immobilie als temporäres „City-Lab“, in dem Start-ups für eine günstige Miete Platz finden, recht erfolgreich. Klar war jedoch von Beginn an, dass das Projekt Mitte 2018 enden soll, die Mietverträge auch nur befristet sind. Bremen entschied Anfang des Jahres, den aus den 90er Jahren stammenden Lloydhof am Ansgarikirchhof zum Höchstpreis zu verkaufen.

Und damit sind wir wieder bei „Denkmalneu“, denn von den Oberfranken soll dieses Höchstangebot mit etwa 20 Millionen Euro, wie kolportiert wird, stammen. Das wollte Nadja Niestädt nicht bestätigen. Sie bestätigte allerdings, dass die Frist fürs Bieterverfahren kürzlich abgelaufen ist und Bremen Gespräche mit dem Höchstbieter aufnimmt. Die anderen Interessenten könnten nachträglich an ihren Angeboten nichts mehr ändern, erklärte sie auf Nachfrage.

Konzept bis Ende des Jahres

„Wir müssen uns nun in den Grundsätzen mit dem Bieter einig werden“, so die Sprecherin des Wirtschaftsressorts. Klar ist, dass die Immobilie nicht abgerissen, sondern entkernt werden soll. Büros, Einzelhandel und Gastronomie sind hier weiterhin vorgesehen sowie möglicherweise mehr Wohnungen als bisher, das Umweltressort in den oberen Räumen zieht aus. Die Nutzfläche des Lloydhofs, der nie so richtig in Gang kam, beträgt etwa 15 000 Quadratmeter. Bis Ende des Jahres soll das Konzept stehen, die Pläne durch die Gremien gehen, wie es aus dem Wirtschaftsressort heißt.

Die Spezialisten für „extrem schwierige Objekte“, wie die Sächsische Zeitung 2015 schrieb, als „Denkmalneu“ das „Haus am Zwinger“ in Dresden übernahm, werden sich einiges einfallen lassen müssen, um den Lloydhof aufzupeppen. Aus dem „Haus am Zwinger“ ist inzwischen das „Lebendige Haus“ mit 118 Appartements, elf Büros und 16 Gewerbe- und Gastronomieunternehmen geworden.

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