Für Pflege-Studiengänge

Reallabor mit Weserblick: Hochschule eröffnet Gesundheitscampus mitten in der Bremer City

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Krankenbett, Puppe, Rollator: Damit die Umgebung so realistisch wie möglich wirkt, ist jeder Raum den einzelnen Disziplinen nachempfunden. Hier im Bild: eine Krankenstation mit drei „Patienten“ und dem nötigsten Equipment.

Der Gesundheitscampus der Hochschule Bremen soll neue Möglichkeiten für die Pflege-Studiengänge bieten. Nun ist er im Stadtzentrum eröffnet worden.

  • Hochschule Bremen eröffnet Gesundheitscampus
  • Gesundheitscampus bietet in Bremen Kreißsaal mit Vollausstattung
  • Hochschule Bremen investiert eine Million Euro in Gesundheitscampus

Bremen - Von Steffen Koller. Ein Arm liegt auf dem Tisch, daneben Infusion und Spritze. Kinder lagern in Krankenbetten, am Gestell lehnen Krücken, gleich daneben ein Rollator. Nein, das ist kein Ausschnitt aus einem der unzähligen Klinik-Streifen, die täglich im TV laufen. Es sind Einblicke in den aktuell entstehenden Gesundheitscampus der Hochschule Bremen (HSB), der am Dienstag eröffnet wurde. 

Über zwei Etagen und rund 1.600 Quadratmeter Fläche erstreckt sich das neue Skills- und Simulationszentrum im Stadtzentrum von Bremen direkt am Brill. Unterteilt in verschiedene Sektoren der Gesundheitsbranche sollen Studenten ab sofort so praxisnah wie möglich an die unterschiedlichen Arbeitsbereiche herangeführt werden.

Gesundheitscampus Bremen bietet Kreißsaal mit Vollausstattung

So befindet sich im unteren Bereich des Zentrums unter anderem eine Krankenstation samt Betten und Simulationspuppen, Übungszimmer, ein Medikamentenschrank und ein voll ausgestatteter Kreißsaal. „Ein Ort, um die verschiedenen Disziplinen zusammenzuführen“, fasste Prof. Dr. Matthias Zündel, Leiter des im Herbst 2019 gestarteten Studiengangs Pflege, zusammen.

Um die Arbeits- und Lernbedingungen so realistisch wie möglich zu gestalten, wurden zudem mehrere Räume den Themenfeldern ambulante- und Langzeitpflege nachempfunden sowie eine Art Kinderstation gestaltet. Diese soll in den kommenden Wochen fertiggestellt werden.

Studenten können Pflegesituationen durchspielen

So weit das Design. Doch hinter dem Konzept steckt mehr, wie Zündel sagte. Jeder der einzelnen Übungsräume ist mit einem sogenannten Regiezimmer und dazugehörigem Spionglas ausgestattet. So kann in Zukunft eine konkrete Pflegesituation von einem Studenten durchgespielt und gleichzeitig von Kommilitonen und Dozenten beobachtet und analysiert werden. Über Mikrofone werden Anweisungen oder Korrekturen weitergegeben, ohne die eigentlich reale Situation zu verfälschen.

Insgesamt 40 Studenten des „Internationalen Studiengangs Pflege“ sowie jeweils 20 Studenten der Bereiche „Angewandte Therapiewissenschaft Physiotherapie“ und „Angewandte Therapiewissenschaft Logopädie“ können am Zentrum ihre Fähigkeiten testen und verfeinern. Ab dem Wintersemester 2020/2021 kommen dann noch einmal 20 angehende Hebammen hinzu. Die offizielle Bezeichnung lautet dann „Internationaler Studiengang Midwifery“.

Kreißsaal im Herzen der Stadt: Ab Ende 2020 sollen hier angehende Hebammen üben.

HSB-Bremen-Studiengang nach Pflegeberufgesetz akkreditiert

Doch es geht den Initiatoren, so Matthias Zündel, nicht nur um die praxisnahe Ausbildung. Es gehe auch um Vernetzung der einzelnen wissenschaftlichen Disziplinen und den Transfer zwischen Forschung, Lehre und Weiterbildung. „Wir glauben daran, dass der Campus den Fachkräftemangel positiv nach vorne bringen kann“, sagte Zündel und ergänzte: „Wir erfüllen das neue Gesetz mit Leben.“ Gemeint ist das seit 1. Januar in Kraft getretene Pflegeberufgesetz. Der neue HSB-Studiengang ist deutschlandweit der erste, der nach diesem Gesetz akkreditiert wurde.

Infusionen legen – auch das gehört zur Arbeit eines Pflegers und kann im Zentrum geübt werden.

Für die Renovierung der Räume, die zum Großteil Weserblick zulassen, sowie medizinisches Equipment und weitere Ausstattung, investierte die Hochschule Bremen rund eine Million Euro, erläuterte Rektorin Prof. Dr. Karin Luckey. Sollten weitere Professoren-Stellen und Dozenten hinzukommen, würden diese Kosten steigen. Neben der praxisorientierten Arbeit bietet das Zentrum zusätzlich Seminarräume für Weiterbildungen und als Hörsaal-Ersatz.

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