Kinder-Uni auf dem Campus begeistert Nachwuchsforscher / Riesiger Andrang

Hochbetrieb im Chemielabor

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Mit Kitteln und Schutzbrillen ausgerüstete Nachwuchsforscher.

Bremen - Von Viviane ReinekingJeder Arbeitsplatz ist besetzt. Im Labor des Instituts für Organische Chemie herrscht Hochbetrieb. Hantiert wird hier mit Rohrreiniger, Rotkohl und Reagenzgläsern. Doch nicht nur die Substanzen unterscheiden sich hier ein wenig vom Normalbetrieb: Die Forscher sind nicht älter als zwölf Jahre und nehmen an der Kinder-Uni teil.

Noch hat das neue Semester nicht begonnen. Erst Mitte April besuchen die Studenten wieder Veranstaltungen in der Universität. Trotzdem wuselt es auf dem Campus: In den vergangenen drei Tagen tummelten sich hier über 1 000 Nachwuchswissenschaftler in Hörsälen und Laboren. Neben Workshops besuchten die Kinder Vorlesungen, insgesamt sechs standen auf dem Programm.

Heiß begehrt waren vor allem die 22 Workshops und Labore der Kinder-Uni, die bereits zum neunten Mal auf dem Gelände der Universität stattfindet. „Bereits am ersten Verkaufstag waren alle Tickets für die Workshops vergriffen“, sagt Gisela Gründl von der Kooperationsstelle Universität-Schule in der Akademie für Weiterbildung.

Wissenswertes kindgerecht aufbereitet haben Wissenschaftler zu den Vorlesungen wie „Feuer und Wasser“, das „Geheimnis Mathematik“ und „Experimente unter Schwerelosigkeit“. Arbeiten wie echte Wissenschaftler konnte der Nachwuchs in Laboren und Workshops zu Themen wie „Der blaue Planet“, „Was kann Licht“ und beim Filmworkshop. Dazu kamen ein Ausflug in die Weltraumforschung mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR): Wie kommen Mensch und Technik ins Weltall? Wie wird die Erde aus dem All beobachtet und wie werden fremde Planeten, Monde und Asteroiden erforscht?

In weiße Kittel gekleidet und mit Schutzbrillen auf den Augen, „entern“ 25 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren das Chemielabor. Natalie Börm (11) und ihre Freundin Maja Orthey (12) – das Lieblingsschulfach der beiden ist Chemie – untersuchen, ob bei Rohrreiniger, Spüli und Entkalker eine saure, eine neutrale Lösung oder eine alkalische Lauge vorliegt. „Es geht um den PH-Wert bei Haushaltsmitteln“, sagt Maja. Dazu gibt sie Rotkohlsaft in die Reagenzgläser mit den verschiedenen Lösungen. „Ein Indikator, der sich farblich verändert, je nachdem, wie sauer oder alkalisch etwas ist“, sagt Dr. Martina Osmers. Die Chemikerin guckt den Kindern über die Schulter, erklärt und gibt Tipps.

Fünf Experimente stehen im Labor zur Verfügung, alltagsnah und anschaulich erklärt. Yowita und Ebru, beide zehn Jahre alt, lernen, wie sie einem schwarzen Filzstift Farbtöne wie Rosa, Violett und Grün entlocken. An anderen Stationen stellen die Kinder Haargel, Körpercreme und Duschbad selbst her, verfeinern diese mit Farb- und Duftstoffen. Abgefüllt in kleine Döschen, dürfen sie diese mit nach Hause nehmen und dort ausprobieren.

Bianca und Michelle kreieren ihr Lieblingsduschgel. Nach Rezept wiegt Bianca 40 Gramm Texapon – eine waschaktive Substanz – ab und gibt 45 Gramm Wasser und 4,5 Gramm Kochsalz als Festiger hinzu. Dann heißt es „rühren, bis sich eine Art Gel bildet“, so die zehnjährige Michelle. Drei Tropfen Orangenduft und etwas Farbstoff – und fertig ist das Chemie-Produkt.

Auch außerhalb der Kinder-Uni engagiert sich Osmers mit der Experimentierkiste „Mein erstes Chemiepraktikum“ für erste Annäherungsversuche im Grundschulalter. Dazu hat sie die Firma „Na Wi Lab“ gegründet, die den Experimentierkasten vermarktet. Das Ziel: schon früh Interesse für die Naturwissenschaften zu wecken. Um noch mehr Schulen mit einer Experimentier-Grundausstattung zu versorgen, ist die Firma auf der Suche nach Förderern aus der Wirtschaft.

http://www.kinderuni.uni-bremen.de

http://www.nawilab.de

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