Hoch springen, schnell fahren

Messen „Passion“ und „Draußen“ bewegen die Massen

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Für Hingucker sorgten bei den beiden Messen „Draußen“ und „Passion“ die Skateboard-Cracks. Körpergefühl und Geschicklichkeit sind gefragt, wenn man so ein Brett beherrschen will. 

Bremen - Von Martin Kowalewski. Einfach elegant: Freestyle-Inline-Skater Jochen Lippert rollt auf buntleuchtenden Rädern, dreht sich um sich selbst und fährt Slalom zwischen Hütchen. Nur etwa 100 Menschen betreiben diesen jungen Skater-Stil in Deutschland, heißt es. Ein kleiner Höhepunkt auf der Extremsportmesse „Passion“, die zusammen mit der Messe „Draußen“ ganz der Bewegung im Freien gewidmet war und am Wochende für volle Hallen auf der Bürgerweide sorgte.

Der 48-jährige Lippert rollt weiter. Dabei überkreuzt er immer wieder seine Beine. Dennoch bleibt sein Oberkörper gerade und geradezu unbeeindruckt auf der Bahn. Lippert beginnt eine Art Tanz mit der 21 Jahre alten Inline-Skaterin Charleen Boldt. Symmetrisch fahren beide runde Bewegungen und nutzen die Hütchen auf beiden Bahnen. Das wirkt wie eine zeitlich korrekte Spiegelung der Bewegungen.

Die Slackline, ein mehrere Zentimeter breites Kunstfaserband, eignet sich hervorragend zum Balancieren. Mitglieder des Vereins Slacklining Bremen üben mit den Besuchern. Auch sechs professionelle Jumper sind vor Ort. Während einer Vorführung zeigen sie, dass noch mehr geht. Die Turner springen auf dem Seil, vollführen Salti, lassen sich mit dem Bauch auf das Band fallen, um dann mit viel Schwung in die Höhe zu schnellen. Ein Turner hat die Beine überschlagen und beginnt, in dieser Pose hoch in die Luft zu springen.

Geradezu halsbrecherisch wirken die Kunststücke der Fahrer auf dem „Alliance-BMX-Jam“ bereits in den ersten Vorentscheidungsrunden. Die Fahrer springen auf einer großen Rampe, drehen dabei ihr Rad unter dem Körper oder verbinden einen Rückwärtssalto gleich mit einer Seitwärtsdrehung. Die Fahrer haben 45 Sekunden, um ein Programm ihrer Wahl zu zeigen. Organisator Christian Ziegler erklärt, worauf es ankommt: „Hoch springen, schnell fahren, aber vor allem sauber fahren und Stürze vermeiden.“

Die BMXler haben's voll drauf. Sie vollführen allerlei Kunststücke mit ihrem Rad. 

Viele Manufakturen zeigen auf der „Draußen“ edle Fahrräder, auch E-Bikes, die durchaus um die 4.000 Euro kosten können. Manuel Karrasch von der Fahrradhandlung „Radschlag“ macht sich an einem ausgestellten Schloss zu schaffen. Ein unangenehmes Pfeifen geht durch die Halle. Das sei aus Rücksicht etwas abgesenkt. Das Schloss „Bordo-Alarm“ reagiert mit 100 Dezibel, der Lautstärke eines Presslufthammers, auf Langfinger.

Auf der „Draußen“ geht es auch um Bewegung über den Wolken. Der „Bremer Verein für Luftfahrt“ ist vor Ort und hat ein Ultraleichtflugzeug mitgebracht, eine 80 PS starke Ikarus Comco, bis zu 150 Stundenkilometer schnell und mit einer Reichweite von 600 bis 800 Kilometern. Gut 1.600 Meter hoch dürfen die Hobbyflieger damit aufsteigen. „Fliegen ist kein elitärer Sport“, sagt Thomas Friese, Gruppenleiter im Bereich Ultraleicht-Flugzeuge des Vereins. „Der Jahresbeitrag liegt bei 410 Euro.“ Allerdings schlage die Flugausbildung mit 4 000 Euro zu Buche. Die einzelne Flugstunde koste 70 Euro. Die Ultraleichtflieger starten in Rotenburg. Die Gruppe „Motorflug“, mit schwereren Maschinen startet in Bremen.

16 631 Besucher kamen bis zum Ende am Sonntagabend zu den beiden Messen, damit weniger als im Vorjahr. 2017 zählten die Veranstalter 18 052 Menschen.

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