„Die Frau in Schwarz“ feiert Premiere

„Hier oben gibt es böse Nebel“

Bremen - Von Nina SeegersAuf einer kahlen Bühne mit schwarzen Wänden erscheint zu düsteren Klavierklängen ein Mann. Er trägt einen beigefarbenen Trenchcoat und hält ein dickes schwarzes Buch in den Händen. Die Musik verstummt, das Licht leuchtet plötzlich hell, und der ängstliche Mann beginnt, aus dem Buch vorzulesen – er will seine Geschichte erzählen.

Der Mann heißt Arthur Kipps (Uwe Seidel) und war einst Anwalt in London. Schnell wird klar, dass er etwas sehr Schreckliches erlebt haben muss, das sein ganzes Leben zerstörte. Seine Nerven liegen blank, als er da in irgendeinem Theater auf der Bühne steht und nur sehr leise und undeutlich beginnt, seine Geschichte vorzulesen. „Das soll jemanden interessieren, ja?!“, brüllt plötzlich ein anderer Herr aus den hintersten Zuschauerreihen. Er ist Regisseur (Mark Derichs) und wurde von Arthur dafür bezahlt, mit ihm seine Geschichte nachzuspielen. „Ich muss es einfach erzählen, ich kann die Last nicht länger tragen“, sagt Arthur.

Zur Premiere von Ralf Knapps Inszenierung „Die Frau in Schwarz“ ist der Saal im Bremer Kriminal- Theater bis auf wenige Plätze komplett ausgefüllt. Die beiden Schauspieler Uwe Seidel und Mark Derich zeichnen die Geschichte von Arthur Kipps nach, indem sie gekonnt in viele verschiedene Rollen schlüpfen. Erika Best, die als ominöse Frau in Schwarz während des Stückes immer mal wieder unerwartet in irgendwelchen Ecken des Saals auftaucht, lässt dem Zuschauer einen gehörigen Schauer über den Rücken laufen.

Es geht etliche Jahre zurück in die Vergangenheit. Damals musste Arthur als junger Anwalt von London in die „entfernteste Ecke Englands“ reisen, um sich um den Nachlass einer verstorbenen Mandantin zu kümmern. Schon auf der Zugfahrt dorthin wird er von einem Mitreisenden vor dem „gottverdammten Ort“ gewarnt: „Hier oben gibt es böse Nebel“, sagt der mit geheimnisvoller Miene. Und in dem entlegenen Dorf angekommen, merkt der junge Arthur schnell, dass mit dem Ort und seinen Bewohnern irgendetwas nicht stimmt. Der Anfang allen Schreckens ist eine Frau im schwarzen Gewand und mit bleichem Gesicht (Erika Best), die wie ein Geist aus dem Nichts erscheint und plötzlich verschwindet...

Zwar hat die Inszenierung an einigen Stellen ihre Längen, aber Regisseur Knapp hat mit der „Frau in Schwarz“ ein spannendes Stück geschaffen, das nicht nur düster und bedrohlich, sondern durch die Art der Darstellung an vielen Stellen durchaus humorvoll daherkommt.

„Die Frau in Schwarz“ läuft bis Mitte März im Bremer Kriminal- Theater (Friesenstraße  16–19), die Karten kosten zwölf bis 24 Euro.

http://www.bremer-kriminal-

theater.de

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