Auch Iljo Keisse hat viel vor

Sixdays Bremen: Für Nachrücker Marc Hester ist es eine Ehre

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Nachrücker Marc Hester (links) freut sich, dass er in Bremen an der Seite von Titelverteidiger Theo Reinhardt (re.) fahren darf.

Bremen – Wenn die 55. Bremer Sixdays dieses Tempo auch im Laufe des Rennens halten, dann wird das eine super Veranstaltung. Die Fahrerbesprechung jedenfalls wurde vom neuen Sixdays-Chef Mario Roggow in nicht einmal 15 Minuten durchgezogen. „Ich bin kein Mann der unnötigen Worte“, sagte Roggow mit einem Lächeln.

In seinem knappen Statement kurz zuvor hatte er den 24 Fahrern in aller Kürze über die Regularien der Veranstaltung informiert.

Danach kam auch noch Erik Weispfennig zu Wort. Bremens Sportlicher Leiter beschwor die Pünktlichkeit der Fahrer bei den einzelnen Wettbewerben und wandte sich dann speziell an die vielen jungen Sportler: „Geht bitte kein unnötig großes Risiko ein. Das hier sind nicht die Olympischen Spiele.“

Da hörte der Däne Marc Hester schon gar nicht mehr zu. Der 33-Jährige ist ein alter Fuchs in Bremen, auch wenn er in den vergangenen beiden Jahren von Weispfennig keinen Vertrag mehr bekommen hatte. Eigentlich sollte Hester auch in diesem Jahr nicht in Bremen fahren, aber durch den Schlüsselbeinbruch von Titelverteidiger Kenny de Ketele in Rotterdam ging für Hester die Tür in die ÖVB-Arena doch noch auf.

Ursprünglich sollte Hester mit einem Nachwuchsmann starten, dann jedoch schritt Theo Reinhardt ein. Der Bremen-Sieger von 2018 machte sich noch in Rotterdam für Hester als Partner stark – und wurde von Weispfennig erhört. 

Premiere: Mario Roggow leitete gestern das erste Mal als Chef der Sixdays die Fahrerbesprechung.

„Es ist wirklich eine große Ehre für mich, dass ich in Bremen fahren darf. Super, dass Theo mich gefragt hat. Ich werde alles geben, damit wir möglichst weit vorne landen“, meinte ein gut gelaunter Hester gestern auf der Fahrerbesprechung. Und der Däne kommt mit einer guten Form, belegte in Rotterdam zusammen mit seinem Landsmann Lasse Norman Hansen hinter dem Duo Niki Terpstra/Thomas Boudat den zweiten Platz.

Bremen-Partner Reinhardt weiß dagegen noch nicht so recht, wie seine Form ist. In Rotterdam stieg er zwischendurch kurzfristig wegen Sitzbeschwerden aus, versicherte aber gestern, „dass das nur eine Vorsichtsmaßnahme war. Ich fühle mich wieder gut.“ 

Obwohl er in seiner Karriere noch nie mit Hester gefahren ist, machte der 28-jährige Berliner auf Optimismus: „Das wird schon. Wir müssen ja nicht gleich am ersten Tag alles einreißen. Aber natürlich möchte ich meinen Titel verteidigen.“ Für dieses Unterfangen schob Reinhardt über Weihnachten noch ein privates Trainingslager auf Mallorca ein, um sich in Form zu bringen.

Aber Reinhardt/Hester sind nicht die Topfavoriten. Die kommen aus Belgien und heißen Iljo Keisse und Jasper de Buyst. Keisse war vor zwei Jahren bei seinem Sieg der alles überragende Fahrer und will nach einem Jahr Bremen-Pause wieder zuschlagen: „Ich fühle mich auf der engen Bremer Bahn immer sehr wohl und habe mit Jasper wieder einen guten Mann an meiner Seite.“

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