150 Jahre Überwachungsverein / Statt Manometer digitale Untersuchung / „Alexa“ hilft

Mit Herzklopfen zum Tüv

Ingenieur Olaf-Tobias Strachotta mit einer Dampfmaschine auf einem Bild und einem Manometer aus der Zeit, als die Vorgänger des Tüv Nord entstanden, in der Hand. Foto: MKO

Bremen - Von Martin Kowalewski. Ein Gemälde führt etwa 150 Jahre zurück: eine Dampfmaschine, nicht ungefährlich. Olaf-Tobias Strachotta (68) zeigt, wo das Manometer, das Druckmessgerät, sitzt. In der Hand hält er ein Original-Manometer aus dieser Zeit. Zu sehen ist es in der Jubiläumsausstellung in einem Truck zum Thema 150 Jahre Tüv Nord.

Die „Roadshow“ machte am Dienstag am Tüv-Standort Hastedt Station und gab Mitarbeitern und Besuchern einen Einblick in Autochecks früher und heute. Ingenieur Strachotta, ehemals als „Sachverständiger für Schall- und Schwingungstechnik“ an verschiedenen Orten für den Tüv Nord tätig, kennt dessen geschichtliche Hintergründe bis ins Detail. Zu viele Kessel explodierten, weshalb 1869 der „Verein zur Überwachung von Dampfkesseln“ in Hamburg gegründet wurde. In Bernburg (Saale) entsteht zu der Zeit ein weiterer Vorgänger des Tüv Nord, der Düv (Dampfkessel-Überwachungsverein). Nach Bremen kam der Tüv in den 30er Jahren, der Standort in Hastedt stammt aus der Mitte der 60er. In den 90ern entstand die Tüv-Nord-Gruppe durch einen Zusammenschluss mehrerer Tüvs aus Norddeutschland samt einiger Gebiete der einstigen DDR. Heute hat sie 13 000 Mitarbeiter und wirkt international. Sie verfügt über 200 Stationen für Autos und arbeitet mit 20 000 Partnerwerkstätten zusammen. Die Ausstellung im Truck fährt weitere gut 20 Stationen bundesweit an.

Die meisten Menschen verbinden mit dem Tüv Geschichten, wie sie Handelskammer-Präses Janina Marahrens-Hashagen beim Besuch des Trucks erzählt: „Als Studentin hatte ich einen orangefarbenen VW Käfer. Der war nicht mehr ganz neu“, sagt sie. „Ich bin mit Herzklopfen zum Tüv gefahren. Ich habe mir gedacht, Hauptsache, der überlebt die Prüfung.“ Früher musste man warten oder telefonisch einen Termin vereinbaren. Mittlerweile hat der Tüv Nord eine Terminfunktion im Netz und sogar einen Anwendung für die Sprachassistentin „Alexa“. „Alexa“ vermittelt den Nutzer zwecks Terminabsprache an ihre ebenfalls virtuelle Kollegin „Laura“. Anhand gespeicherter Daten verschickt der Tüv Mails, um zur nächsten Hauptuntersuchung einzuladen. Auch die wird zunehmend digital. Über den sogenannten Hauptuntersuchungsadapter wird eine Diagnoseschnittstelle mit Zugriff auf die wichtigen Systeme angesteuert.

200 Menschen arbeiten am Standort Hastedt. Etwa die Hälfte hat mit Autos zu tun. Die andere Hälfte widmet sich unter anderem Aufzügen und Industrieanlagen. „Unsere Aufgabe war immer, Menschen vor Technik zu schützen“, sagt Helmut Varchmin, Standortverantwortlicher von Tüv-Nord-Systems in Bremen, einer Gesellschaft in der Tüv-Nord-Gruppe, die sich der Industrie widmet. „Im Zeitalter der Digitalisierung und der künstlichen Intelligenz muss man die Technik auch vor den Eingriffen von Menschen schützen.“

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