Hemd und Turnschuhe, Sessel und Stehlampen: Tim Bendzko und seine Band begeistern das Publikum in Bremen

Wohnzimmerfeeling im Musicaltheater

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Tim Bendzko (l.) auf „Wohnzimmer“-Tour.

Bremen - Von Annika Grunert. Zwei rote Sessel, ein kleiner, hoher Holztisch, ein großer gemusterter Fransenteppich und 20 verschiedene alte Lampen – von groß bis klein, von stehend bis hängend. Da kommt wirklich fast Wohnzimmeratmosphäre auf, wären da nicht die 1400 Besucher, die Tim Bendzko und Band immer wieder klatschend und singend unterstützen.

Mit seinem Lied „Nur noch kurz die Welt retten“ wurde der Berliner 2011 bekannt. Im gleichen Jahr gewann er mit „Wenn Worte meine Sprache wären“ den „Bundesvision Song Contest“. Seitdem füllt der Singer-Songwriter große Hallen. Aber in diesem Jahr wollte er es etwas gemütlicher haben und so startete er seine „Wohnzimmer“- Tour. Passend zum Namen sind die Locations etwas kleiner gehalten. In Bremen verschlug es Bendzko und seine vier Bandmitglieder ins komplett ausverkaufte Musicaltheater.

Mit dunklem Sakko sowie Hemd und Turnschuhen wippt Bendzko stets im Takt über die Bühne. Dabei singt er mit lauter, treffsicherer Stimme fast sein ganzes Repertoire. Auch vor anderen Musikern macht er keinen Halt. Lieder von Herbert Grönemeyer und von Matthias Reim singt Bendzko ebenso perfekt wie seine eigenen Songs. Und auch damit reißt er seine Fans von den Stühlen. Der komplette Saal steht auf und singt den Refrain „Verdammt, ich lieb dich, ich lieb dich nicht“ laut mit. Aber nicht nur bei diesem Lied ist das Publikum voll dabei. Immer wieder überlässt Bendzko seinen Fans das Singen und ein schöner Chor ertönt durch die Reihen mit Worten wie „Dieser Tag verlangt nur das eine von dir: Sag einfach ja für die Reise mit mir“.

Nicht nur gesanglich ist Bendzko in Hochform, er beweist auch sehr viel Witz. Immer wieder unterbricht er seine musikalischen Darbietungen, um das Publikum zu erheitern. So ist beispielsweise seine Band noch auf Namenssuche und er schlägt vor: „‚Die Bremer Stadtmusikanten‘ wäre doch gut. Die Frage ist nur, wer der Esel ist...“ Und als er einen seiner Fans, Isabelle, auf die Bühne holt, bittet er sie, wenigstens so zu tun als würde es ihr gefallen. Die Späße kommen an.

Zweieinhalb Stunden ohne Pause musizieren, präsent sein und jeden Ton sowie Takt richtig setzen – das ist eine beeindruckende Leistung. Bendzko und seine Band haben sie auch mit Bravour gemeistert, aber es fehlte ein bisschen die musikalische Abwechslung. Das Publikum stört das nicht. Es hört erst langsam auf zu klatschen, als das Saallicht angeht.

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