BSAG und ASV starten Umbauarbeiten

„Heiße Wochen“ am „Stern“

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Autos, Fahrräder, Fußgänger und Bahnen: Es ist viel los am „Stern“. Rund 60-mal im Jahr kracht es hier. Das Foto zeigt eine Situation am Donnerstag, wie sie häufig zu erleben ist: Abbiegende Autofahrer und Radfahrer kommen sich gefährlich nahe.

Bremen - Von Viviane Reineking. Freie Fahrt gab es am Morgen noch für den Berufsverkehr, mittags lief es dann nicht mehr rund am Kreisverkehr „Stern“: Am Donnerstagmittag begannen die Absperrungen für umfangreiche Umgestaltungsmaßnahmen an Bremens vielgenutztem Verkehrsknotenpunkt.

Ziel der Maßnahme, die vor allem Autofahrern viel Geduld abverlangen wird: Der Kreisel soll übersichtlicher und damit sicherer werden.

Sechs Straßen münden in den vielbefahrenen Kreisverkehr. Autos, Fahrräder, Fußgänger, Busse und Bahnen – sie alle treffen im „Stern“ aufeinander. 25.000 motorisierte Fahrzeuge nutzen den Kreisverkehr am Tag, dazu 5.500 Radfahrer. 430 Straßenbahnen queren ihn. Immer wieder kommen sich die Verkehrsteilnehmer in die Quere. Rund 60-mal im Jahr kracht es, in etwa einem Drittel der Fälle sind Radfahrer beteiligt, so Martin Stellmann vom Bremer Amt für Straßen und Verkehr (ASV).

Nun also startet die heiße Phase des etappenweisen Umbaus. In einem ersten Schritt ist seit Donnerstag bis zum 21. Juni der südliche Teil des „Stern“ gesperrt. Nicht mehr befahren werden können nun die Wachmannstraße, der südliche Teil der Hollerallee, der westliche Teil der Parkallee, die Parkallee in Richtung Universität aus dem „Stern“ heraus sowie die stadtauswärtige Spur der Hermann-Böse-Straße. Nach wie vor können Autofahrer aber über die Parkallee von der Uni kommend in die Hollerallee und die Hermann-Böse-Straße stadteinwärts gelangen. Aufgehoben werden diese Sperrungen ab dem 21. Juni.

Mehrstufiger Ausbau

In einem zweiten Schritt folgen dem ASV zufolge ab 21. Juni die Parkallee aus Richtung Uni kommend, der nördliche Teil der Hollerallee in Fahrtrichtung Findorff sowie die Hermann-Böse-Straße in stadteinwärtige Richtung. Ab dem 18.Juli sollen die „wesentlichen Fahrbeziehungen wieder zur Verfügung stehen“, so Stellmann. Die gesamte Umbauzeit über sei der „Stern“ für Fahrradfahrer passierbar.

Am Donnerstag begannen die Sperrungen am südlichen Teil des „Stern“ – hier an der Hollerallee.

900.000 Euro kosten die Umbauarbeiten, die den „Stern“ sicherer machen sollen. Eine verkehrspsychologische Untersuchung hatte vor rund vier Jahren unter anderem ergeben, dass die Ausfahrten für Autofahrer einfacher und übersichtlicher gestaltet werden müssten. Für eine bessere Sicht beim Ausfahren etwa auf – häufig zu flinke – Radfahrer sollen von zwei auf fünf Meter verbreiterte, gelb straffierte Sperrflächen sorgen. Sie schließen sich nach innen an den künftig rot markierten Radweg an. 

„Autofahrer verlassen den Kreisel so annähernd rechtwinkelig“, erklärt Stellmann. Sie können – so die Hoffnung der Verkehrsplaner – Zweiräder früher und einfacher sehen. Die Fahrbahnbreite schrumpft auf fünf Meter und soll nur noch einspurig befahren werden können.

Erst einmal aber beginnt die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) mit dem Austausch von 300 Meter Straßenbahnschienen, die seit den 90er Jahren in dem Bereich liegen. „Wir hätten sie erst in zwei bis drei Jahren austauschen müssen, nutzen nun aber die Gelegenheit“, so BSAG-Sprecher Andreas Holling. Außerdem wird die Haltestelle „Am Stern“ modernisiert, erhält unter anderem ein Leitsystem für sehbehinderte Menschen. Rund 500.000 Euro investiert die BSAG.

Das ASV rät, den „Stern“ – vor allem zu den Hauptverkehrszeiten – zu meiden und wenn möglich, auf den öffentlichen Nahverkehr oder das Fahrrad umzusteigen. Dass ein Teil der Sperrungen in die Sommerferien fällt, werde die Situation entspannen, so Stellmann. „Der innerstädtische Verkehr ist dann um bis zu 25 Prozent rückläufig.“

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