Heinrich Lintze und Isa Fischer stellen Tiere im Stadtbild vor

Auf neuen Spuren

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Heinrich Lintze und Isa Fischer stellten ihr Buch „Tierisch bremisch“ auf dem Theaterschiff vor.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Was haben Schafe und das Haus des Reichs, Sitz der Bremer Finanzbehörde, miteinander zu tun? Nun, wenn man den Hintergrund des imposanten Gebäudes am Rudolf-Hilferding-Platz in Bahnhofsnähe kennt, erschließt sich die Verbindung schnell: Ende der 20er Jahre war das Gebäude (Architekten: Eberhard und Hermann Gildemeister) Firmensitz der Bremer Unternehmerfamilie Lahusen, der Nordwolle also. Schafe und Wolle, das passt. Nur: Wo sind diese Schafe am Gebäude zu finden?

Das verraten Heinrich Lintze (62) und Isa Fischer (48) in ihrem Buch „Tierisch bremisch“. Sie stellten das 60 Seiten umfassende Werk gestern auf dem Theaterschiff vor. Die kurzen Texte stammen von Lintze, die liebevollen Zeichnungen von Fischer. Letztere hatte einige lustige Begegnungen, als sie neben dem Finanzamt saß und die Schafherde zeichnete. So manch ein Bediensteter ließ seiner Neugierde freien Lauf und erkundigte sich bei der Zeichnerin nach ihrem Tun. Sie erklärte es und deutete an der Südostecke des Gebäudes nach oben.

In Obernkirchener Sandstein (wie das historische Gemäuer) sind erst auf den zweiten Blick Schafe und Hirte zu erkennen. Da staunte so mancher Finanzler, der seit Jahren im Gebäude arbeitet. Die Schafherde, nein, die hatte er (oder sie) noch nie gesehen. Wer die Tiere sucht: Sie sind an der Seite Richtweg/Ecke Auf dem Rövekamp (genau, wo‘s zum Parkhaus am Musicaltheater geht) zu entdecken.

Die Idee, Geschichte und Geschichtchen über Tiere im Bremer Stadtbild aufzuschreiben, hatte der Gymnasiallehrer schon vor Jahren beim Italienisch-Austausch. Er ließ seine Schüler Geschichten über Tiere in Bremen (ja, natürlich auch die Stadtmusikanten) aufschreiben und zeichnen. Irgendwann lebte der Gedanke im Gespräch mit Fischer auf. „Schreib das doch für ein Buch auf, die Tiere nehmen wir als roten Faden.“ Und Lintze, der auch Stadtführer ist, schrieb kurze Geschichten zu 23 Tieren und Tierfiguren auf. Fischer zeichnete dazu die Illustrationen, meistens direkt vor Ort. Die Raupe am Kennedy-Platz, die Maus im Dom, die Katzen im Schnoor (gegen die Rattenplage), aber auch der Universum-Wal kommen vor. Kurzweilig erzählt Lintze über Hintergründe. Am Ziegenmarkt im Viertel, da biss er sich allerdings die Zähne aus. Er fand nicht heraus, ob der Name schon aus grauer Vorzeit stammt oder erst vom Ziegenbock, der Statue von Peter Miszek, die auf die Freier in der nahen Helenenstraße anspielt. Zu haben ist das Buch für 15 Euro in vielen Buchhandlungen und im Duplio-Verlag. Hier lassen sich gar Gruppenstadtführungen auf den Spuren der Geschichten buchen.

gn

www.duplio.de

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