„Tag des offenen Denkmals“: Bundesweite Eröffnung im sonnigen Bremen

Heimatgefühl und Identität

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Umgang mit dem Baustoff Holz – in der Unteren Rathaushalle bearbeitet Drechslermeister Hans Peter Schöner an der Drechselbank ein Stück Eschenholz. ·

Bremen - Von Thomas Kuzaj - Landeskonservator Professor Georg Skalecki hatte inständig auf gutes Wetter gehofft. Die Sonne sollte nicht nur Bremens Denkmal-Schätze ins rechte Licht rücken, sondern auch den richtigen Rahmen schaffen für den „Tag des offenen Denkmals“, dessen bundesweite Eröffnung gestern in Bremen gefeiert wurde.

In der Welterbe-Kulisse von Roland und Rathaus. Und unter strahlend blauem Himmel.

Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD, l.) und Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU).

„Denkmäler machen unsere Städte unverwechselbar, sie vermitteln uns ein Gefühl von Heimat“, sagte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU), der ja aus Bremen kommt. „Sie zeigen nicht zuletzt, was uns in Europa verbindet.“ Die Formensprache des Rathauses etwa „finden wir in ganz Europa – von Spanien bis ins Baltikum“.

Spielerisch ging Neumann auf den thematischen Schwerpunkt am „Tag des offenen Denkmals“ ein – auf den Baustoff Holz: „Das Verhältnis von Mensch und Baum respektive Holz ist enger als man denkt: Wir stammen zwar nicht von Bäumen ab, haben aber einen Stammbaum. Wir bekommen Sprösslinge, haben bisweilen Bretter vorm Kopf, sind manchmal auf dem Holzweg oder auch aus gutem Holz geschnitzt.“

Neumann sieht den Denkmalschutz auch als Wirtschaftsfaktor: „Denkmalschutz erhält und schafft Arbeitsplätze gerade auch jenseits der Metropolen und Ballungsgebiete.“

Böhrnsen fordert EU-Siegel für den Dom

Einen schönen Arbeitsplatz mit Blick auf Schütting, Roland und Rathaus hat Bürgerschaftspräsident Christian Weber. Da habe er sogar den schöneren Blick als der Bürgermeister, so der Sozialdemokrat gestern. Der Bürgermeister könne aus seinem Büro ja nur auf das Haus der Bürgerschaft gucken. Das wiederum steht auch unter Denkmalschutz.

Weber hat einen veränderten Umgang mit dem Thema „Denkmal“ beobachtet: „Heute ist die Sensibilität dafür viel größer als in den 50er und 60er Jahren, als vieles der Abrissbirne zum Opfer fiel.“

„Denkmalschutz und Denkmalpflege sind von unschätzbarem Wert für unsere kulturelle Identität“, sagte Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD). Das gelte „nicht nur, weil wir‘s schön haben wollen“. Denn gültig bleibe der Satz: „Nur, wer seine Geschichte kennt, kann seine Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten.“

Böhrnsen forderte: „Der Bremer Dom soll das europäische Kulturerbe-Siegel erhalten.“ Er unterstütze eine entsprechende Initiative des Denkmalpflegers. Mit dem Siegel werden Stätten ausgezeichnet, die symbol- und beispielhaft für die europäische Einigung und Geschichte stehen. Der St.-Petri-Dom sei „ein Symbol für die Bedeutung Bremens bei der Christianisierung Norddeutschlands, Skandinaviens und des Baltikums“, so Böhrnsen. Und weiter: „Dem Bremer Dom kommt eine Stellung von europäischer Dimension zu.“

„Denkmalschutz ist ebenso eine private wie öffentliche Aufgabe“, sagte Rosemarie Wilcken, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, auf dem Marktplatz.

Für Bremens Landeskonservator Skalecki wiederum zählen zwei Grundkomponenten zum Denkmalschutz – die wissenschaftliche Arbeit und der emotionale Zugang. „Denkmäler kann man durch Erläuterungen verstehen und Denkmäler kann man aber auch emotional erleben“, sagte er. Im Stadtbild begegne man ihnen ständig. „Das Original, das Authentische, das Selbsterlebte kann durch kein Foto und durch keine textliche Beschreibung ersetzt werden.“ Um die emotionale Komponente zu betonen, gab es in verschiedenen Denkmälern gestern Musik – die Hochschule für Künste hatte 14 Konzerte vorbereitet.

http://www.denkmalpflege.bremen.de

http://www.denkmalschutz.de

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