Bremer Tierschutzverein verzeichnet regen Andrang beim „Tag der offenen Tür“

Heim auf Zeit für Leguan und Schildkröte

Viele Besucher guckten sich beim „Tag der offenen Tür“ gestern im Bremer Tierheim um. - Foto: Heyne

Bremen - Von Ulla Heyne. „Tierisch viel los“ war gestern im Bremer Tierheim an der Hemmstraße. Seit seinem Bestehen, und das sind immerhin 38 Jahre, ist es für den Bremer Tierschutzverein gute Tradition, neben drei Besucher-Sonntagen einmal im Jahr im Rahmen eines „Tags der offenen Tür“ Imagepflege zu betreiben.

Das ist bitter nötig, müssen die laufenden Kosten von jährlich 1,2 Millionen Euro doch zu etwa zwei Dritteln durch Spenden gedeckt werden. Und: „Man hört immer wieder, es sei schwierig, ein Tier aus dem Bremer Tierheim vermittelt zu bekommen“, so Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD) in ihrer Eröffnungsrede. Hier müsse man – wie etwa auch beim Problem der nicht immer gelingenden sozialen Kontrolle des Tierschutzes im privaten Bereich oder des „Animal Hoarding“ – im Gespräch bleiben.

Von Hürden bei der Vermittlung von jährlich mehr als 1 000 Tieren möchte Tierheim-Sprecherin Gaby Schwab nicht reden. Fakt ist: „Wir führen Vorgespräche durch, um die artgerechte Haltung sicherzustellen und zu prüfen, ob das Tier und sein neuer Besitzer zueinander passen.“ Bei Hunden gebe es Vorkontrollen, in jedem Fall aber eine Nachkontrolle.

So war es wenig verwunderlich, dass es trotz regen Andrangs vieler hundert Besucher kaum konkrete Vermittlungen gab: „Wir hatten heute erst zwei, drei gezieltere Nachfragen“, so Tierpfleger Martin Schulz auf der Katzenstation.

Normalerweise sei, so bestätigt Schwab, zwei bis drei Wochen später ein Boom zu verzeichnen. „Dann haben die Leute sich das in Ruhe überlegt, sind vielleicht auch schon ein paar Mal mit dem Hund Gassi gegangen.“ Denn, so stellt sie energisch klar: „Umtausch oder Tiere zur Probe gibt es bei uns nicht!“

Besonders schön sei die Vermittlung von „Sorgenkindern“ – alten und kranken Tieren, die teilweise bis zu sechs Jahre hier leben. „Da übernehmen wir auch schon mal die Kosten für Tierarzt und Medikamente.“ Ein Teil der Kosten im Heim wird durch „Tierpaten“ wie Silvia Neumeyer gedeckt: Sie zahlt 25 Euro pro Monat für „ihr Patenkind, Pferd ,Norbert‘“.

Von kürzerer Dauer sei die „Zwischenstation Tierheim“ vor allem für jüngere Tiere, verspielte Junghunde und Katzenbabys. Schwieriger wird es wohl, einen Platz für den Leguan, die Boa oder die Bartagamen zu finden. Und auch die beiden Rhesusäffchen, die nach Tierversuchen in der DDR gerettet wurden, sind Stammgäste.

Vivian Streich und ihre Familie, die im Katzenhaus angesichts der in Hängematten schlafenden Felltiger von einer Verzückung in die nächste fallen, hat sich noch nicht entschieden. „Früher haben wir unsere Tiere immer gekauft“, meint die Bremerin; das Tierheim sei eine Alternative. Für andere, so vermutet Tierpfleger Schulz, „ist das hier mehr wie ein Zoobesuch“. Sie alle bekommen an diesem Tag eine Menge geboten: Kinderschminken, Kulinarisches, Einblicke ins „Dorf der Tiere“ mit therapeutischem Reiten – sowie die beliebte Vorführung der Tierheimhunde und den Infostand der Aufzuchtstation für Eichhörnchen.

Nicht nur Senatorin Eva Quant-Brandt macht sich beim Gang durch Futterküche, Hunderuhezone, Exotenbereich und Katzenstube, in der Projekte mit leseschwachen Schülern laufen, ein eigenes Bild. Am liebsten würde sie eine Schildkröte mitnehmen: „Das erinnert mich an Besuche im Bürgerpark in meiner Kindheit.“

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