Haus der Wissenschaft: Robotik-Synergien aus Tiefsee- und Weltraumforschung

„Der Weg zur Entdeckung“

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Die Masterstudenten Sue Wendlandt und Fabian Brunke am Modell des Roboter-Stars „Philae“.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Roboter, die sich ohne Fernsteuerung fortbewegen? Gibt es. Im Weltraum zum Beispiel, in der Tiefsee und im Haus der Wissenschaft an der Sandstraße. Dort wurde gestern Abend die Ausstellung „Robex – Entdecke neue Welten“ eröffnet, die bis zum 20. Juni dauert und von Studenten der Hochschule für Künste konzipiert wurde.

Forschergeist und Lust am Entdecken will die Schau wecken, sagt Professor Roland Lambrette, unter dessen Leitung die Studenten gearbeitet haben. Die Ausstellung richte sich besonders an Schüler – Mädchen wie Jungen –, die vor der Berufsentscheidung stehen, und wolle für die „Mint“-Fächer werben, für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik also. „Wir wollen den Weg zur Entdeckung zeigen.“

Der Roboter-Wegweiser von Airbus Defence & Space (Bremen) ist nun Teil dieser Mission. Die Navigationsmarkierungen machen eine Fernsteuerung überflüssig, der Roboter kann sich autonom bewegen. Im Weltall werden die Marker bereits eingesetzt, in der Tiefsee werden sie gegenwärtig getestet, erfährt der Ausstellungsbesucher. Ein Rover, der sich mit dieser Technik im Labor bewegen kann, steht im Haus der Wissenschaft – gleich neben einer Vitrine mit Mondgestein (Universität Münster).

Weltall und Tiefsee, das sind die beiden Bereiche, in denen die Exponate angesiedelt sind, was wiederum mit dem titelgebenden Thema „Robex“ zusammenhängt. Das Kunstwort steht für „Robotische Exploration unter Extrembedingungen“. „Robex“ ist ein Projekt der Helmholtz-Gemeinschaft – Tiefsee- und Raumfahrtforscher aus 16 Institutionen arbeiten dafür interdisziplinär zusammen. Sie forschen an autonomen Systemen und künstlicher Intelligenz, an Sensorik und Software. Die Federführung der Allianz liegt beim Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven.

Ziel ist es, Synergien zu finden – Synergien beim Robotereinsatz im All und in der Tiefe. Sensoren, Roboter-Orientierung: Gemeinsamkeiten gebe es in vielen Bereichen, sagt Lambrette. Trennendes gibt es auch. Im All muss alles leicht sein, in der Tiefsee hingegen großem Druck standhalten können.

Synergien, so die Idee, können dazu beitragen, dass die Forscher sich gegenseitig beflügeln. „Wir wissen über den Meeresboden weniger als über den Mond“, sagt Lambrette.

Ein gelber Streifen dient als Signet der Schau – Sinnbild für das Licht, das die Forschung mit ihren Erkenntnissen ins Dunkle bringen kann. Im Hauptraum der Ausstellung trennt der Lichtstreifen zugleich die Bereiche Tiefsee und Weltraum. Auf dem Weg in den Hauptraum treffen die Besucher bereits auf einen, wenn man so will, Roboter-Star – auf ein Modell des Landers „Philae“. In Originalgröße. Im November vergangenen Jahres hatte „Philae“ weltweit für Aufsehen gesorgt, nachdem der Roboter auf dem Kometen „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“ gelandet war.

Zur Ausstellung im Haus der Wissenschaft gibt es nicht allein einen (wie die Ausstellung) vom Bremer Atelier „Zwo-Acht“ faszinierend gestalteten Katalog, sondern auch ein großes Begleitprogramm – unter anderem mit Auftritten in sozialen Netzwerken. Hinzu kommen „Robex“-Schulprojekte, bei denen Schüler auch mit Wissenschaftlern zusammenkommen, und ein „Entdeckerspiel“, für das 18 QR-Codes im Bremer Stadtraum „versteckt“ worden sind.

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