„Hastedt – Eine Geschichte in Bildern“ erzählt von Alltag und Stadtplanung

Historische Spurensuche

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In Hastedt gab es auch zahlreiche Kneipen. Und das Bier war günstig. Zehn Pfennig für das Glas galt aber auch in der 30er Jahren als Schnäppchen. Diese Handwerker und Zimmerleute ließen es sich schmecken.

Bremen - Von Jörg Esser. Hastedt hat Charme. Und Hastedt hat Geschichte. Aus einem kleinen Bauerndorf ist im Laufe der Jahrhunderte ein industriell geprägter Stadtteil geworden. Gut – heute ist Hastedt nur noch ein Ortsteil des Stadtteils Hemelingen. Aber die Hastedter bleiben Hastedter. Jetzt ist im Verlag Edition Temmen ein 208-seitiges Buch erschienen – „Hastedt – Eine Geschichte in Bildern“.

Es ist nicht das erste Buch über Hastedt. Zuletzt erschien 1990 das Werk „Hastedt – Ein Dorf wird zum Stadtteil“, herausgegeben von Angelika Timm, Anne Dünzelmann und Wilhelm Rathjen. Das von Diethelm Knauf und dem Schulmuseum Bremen herausgegebene Buch knüpft dort an. Die Geschichte Hastedts muss nicht umgeschrieben werden. Knauf, Historiker und langjähriger Leiter des Landesfilmarchivs Bremen, erzählt bekannte Heimatgeschichte(n) aus einer anderen Perspektive. In zehn Kapiteln und mit 325 Bildern. Mit Bildern aus der Sammlung des Schulmuseums, das seinen Sitz im Gebäude der alten Hohwisch-Schule hat. Mitten in Hastedt.

Knauf begibt sich auf historische Spurensuche. Er skizziert unter anderem, „wie die Industriealisierung Wirtschaft, Gesellschaft und den Alltag der Menschen radikal ändert und wie eine Stadtplanung der Nachkriegszeit aus einem homogenen Stadtteil ein disparates und zerfasertes Gebilde macht“.

Das Buch kreuzt durch die Jahrhunderte, streift die bäuerlichen Ursprünge des 1226 erstmals urkundliche erwähnten Dorfes, den „Reichsdeputationshauptbeschluß“ von 1803 und die daraus resultierende Neuordnung der Kleinstaaten, wodurch Hastedt zu Bremen kommt.

Weiter geht’s mit Napoleon, Zigarrenmachern, dem Bau der Alt-Hastedter Kirche an der Bennigsenstraße (1862/63), mit den ersten Kindergärten und Schulen, mit der Pferdebahn, mit dem Kneipen- und Vereinsleben. Und mit den ersten Handwerksbetrieben. Lokal-Größen werden erwähnt – dazu zählen Ärzte Hans und Hermann Früchtenicht, der legendäre Bademeister Johann Eberlein, der jüdische Kaufmann Erich Alexander und der Landstreicher „Hasen-Ahlers“.

Als Markierungspunkte in Hastedt skizziert Knauf neben der Dorfkirche das Weserwehr und Schleuse, das Kino „Odeon“, die Westfalensiedlung („Klein-Mexiko“) rund um die Ruhrstraße, die Focke-Wulf-Siedlung („Shanghai“) an der Hohwisch, den Jüdischen Friedhof an der Deichbruchstraße. Hinzu kommen Betriebe wie die Katels-Tubenfabrik, Roelfs Leisten- und Türenfabrik, die Kaffeerösterei Oetjen & Goedecke (Ogo). Und die Industrieanlagen – die heute noch existierenden Lloyd-Dynamowerke am Osterdeich sowie Borgwards Goliath-Werk an der Pfalzburger Straße, in denen zunächst die „Blitzkarren“ gebaut wurden.

Die Buchpremiere findet am Mittwoch, 18. November, um 19 Uhr in den Räumen des Schulmuseums (Auf der Hohwisch 61-63) statt. Der Eintritt ist frei.

Knaufs Buch „Hastedt – Eine Geschichte in Bildern“, Verlag Edition Temmen, ist dann für 19,90 Euro im Buchhandel erhältlich.

www.edition-temmen.de

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